Japan überflogen

15. September 2017 05:14; Akt: 15.09.2017 09:15 Print

Kim schiesst Rakete weiter als je zuvor

Nordkorea feuert erneut ein Geschoss über Japan hinweg. Das Regime wolle so die USA auf ihrem Stützpunkt Guam in Schach halten und Sprengköpfe testen.

Bildstrecke im Grossformat »
Ist mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson in Kontakt: Der türkische Aussenminister Mevlut Cavusoglu. (Archivbild) Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown von den Demokraten unterzeichnete am Freitag eine entsprechende Regelung, die Kalifornien zum sogenannten «Sanctuary State» macht. Der Bundesstaat begrenzt die Zusammenarbeit der Polizei mit den Bundesbehörden, wenn letztere illegale Einwanderer aufspüren wollen. (9. Juni 2010) Kein Versicherungsschutz mehr bei Verhütung: Eine Frau nimmt eine Pille aus der Verpackung. (Symbolbild) «Wir sondieren»: US-Aussenminister Rex Tillerson bei einem Besuch in Peking. (30. September 2017) Wehrt sich gegen die Vorwürfe aus Nordkorea: Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, spricht an einer Konferenz in Washington. Betrachtet die Drohungen von US-Präsident Donald Trump als Kriegserklärung: Aussenminister Ri Yong Ho. Die Volksrepublik setzt die härteren Sanktionen der Vereinten Nationen um: Ein nordkoreanischer Soldat steht neben Ölfässern an der Grenze zu China. Würde die Vermittlung eines neutralen europäischen Landes begrüssen: Sergej Lawrow bei seiner Rede am Rande der UN-Vollversammlung. (22. September 2017) Drohungen kontern Drohungen: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un schiesst verbal gegen US-Präsident Donald Trump. «Was auch immer Trump erwartet haben könnte, werde er nun mit Folgen jenseits seiner Erwartungen konfrontiert», (3. September 2017) Hat sich zu Trump geäussert: «Es gibt ein Sprichwort, das lautet: 'Selbst wenn ein Hund bellt, geht die Parade weiter'», sagt Nordkoreas Aussenminister Ri Yong Ho zu Journalisten in New York. Auf dem Foto ist er an der Asien-Konferenz in Manila. (8. August 2017) Es gebe diverse Möglichkeiten, über die die USA und ihre Verbündeten verfügen würden: US-Verteidigungsminister James Mattis. (13. Juni 2017) «Sanktionen brauchen Zeit, bis sie wirken»: Aussenminister Sigmar Gabriel plädiert dafür die jüngst verhängten Strafmassnahmen gegen Nordkorea und deren Wirkung abzuwarten. (5. September 2017) Pyongyang feilt unbeirrt an seinem Waffenarsenal: Eine Mittelstreckenrakete des Typs Pukguksong-2 hebt auf einem Bild, das von der nordkoreanischen Regierung am 22. Mai 2017 veröffentlicht wurde, von einem nicht bekannt gegebenen Ort ab. Südkorea antwortet auf den Raketentest des Nachbars mit einer eigenen Militärübung. (15. September 2017) Ein nordkoreanisches Geschoss ist am 15. September 2017 über die Insel Hokkaido hinweggeflogen: Ein Passant betrachtet im TV eine Karte. (15. September 2017) TV-Bildschirme zeigen das Alarmsystem J-Alert. (15. September 2017) Der japanische Aussenminister Taro Kono auf dem Weg zum Premierminister. (15. September 2017) «Die USA wollen den Untergang Nordkoreas herbeiführen»: Machthaber Kim Jong-un mit Lehrerinnen und Lehrern. (12. September 2017) Konnte sich im Sicherheitsrat mit der Forderung nach neuen Sanktionen nur teilweise durchsetzen: Nikki Haley, UNO-Botschafterin der USA. (11. September 2017) Die USA wollen ein Bündel neuer Massnahmen gegen Nordkorea durchsetzen. Dafür würden die USA den «fälligen Preis zahlen», heisst es in der Erklärung von Nordkorea, die die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verbreitete. (10. August 2017) Nordkorea feiert die Staatsgründung und bekräftigt, weiter atomar aufrüsten zu wollen: Die nordkoreanische Frauenunion tanzt vor dem Monument zur Gründung der Partei der Arbeit Koreas. (8. September 2017) Im Zentrum einer Übung der USA stehen computergestützte Simulationen eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel: Die USS Freedom während eines Manövers. (Archivbild) Nordkorea stellte Angriffspläne gegen Guam zurück – Trump zeigt sich zufrieden: Südkoreaner in Seoul schauen eine News-Sendung über den Atom-Konflikt. (Symbolbild) «Jede einzelne Muschelschale, die auf die koreanische Halbinsel geworfen wird, kann zum Ausbruch eines thermonuklearen Kriegs führen», zitierte die nordkoreanische Nachrichtenagentur einen Wissenschaftler. (Bild: Twitter) Nordkorea bringe sich in «grosse, grosse Schwierigkeiten»: US-Präsident Donald Trump spricht in seinem Golfclub vor den Medien über die Krise. (11. August 2017) Das Säbelrasseln wird immer lauter: Ein Mann schaut Nachrichten zu Nordkoreas Angriffsdrohungen auf die Insel Guam. (10. August 2017) Inselbewohner sind gewarnt: Für den Fall eines Atomangriffs am helllichten Tag sollten sie nicht in den Blitz oder in den Feuerball schauen, heisst es in einem Merkblatt der Behörden. Trump sei nur mit «absoluter Stärke beizukommen»: Kim Jong-un, nordkoreanischer Staatschef. (3. Juli 2017) Donald Trump warnt vor weiteren Drohungen gegen die USA: Sonst werde Nordkorea auf «Feuer und Zorn» stossen, wie es die Welt noch nie erlebt habe. (8. August 2017) Ein Angriff könne «jederzeit» ausgeführt werden, antwortet Pyongyang: Test einer Hwasong-14 in Nordkorea. (Archivbild) Ein Patriot-PAC-3-Flugabwehrraketensystem ist auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Tokio aufgestellt. (10. August 2017). Droht den USA mit «totalem Krieg»: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei einer Parade in Pyongyang. (15. April 2017) Ziel eines nordkoreanischen Angriffs soll die US-Pazifikinsel Guam sein. (Archivbild) Die USA und Südkorea führen regelmässig gemeinsame Militärübungen durch. (29. Juli 2017) Zieht Attacke gegen die USA «ernsthaft in Erwägung»: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un nach einem Raketentest. (4. Juli 2017) Ihr Traum von einer Atomrakete soll in Erfüllung gegangen sein: Fussgänger gehen an Porträts von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang vorüber. (21. Juli 2017) Die Finanzmärkte reagieren bei Eskalationen der Atomkrise nervös: Nach der Warnung des US-Präsidenten sackte der Dow Jones vor Börsenschluss ab. (8. August 2017)

Fehler gesehen?

Nordkorea hat erneut eine Mittelstreckenrakete über Japan in den Pazifischen Ozean gefeuert. Das beobachteten die US-Streitkräfte sowie das südkoreanische Militär am Freitag. Im Norden Japans ertönten Sirenen, Warnungen wurden veröffentlicht, nachdem bereits Ende August ein Geschoss Nordkoreas über das Land hinweg geflogen war. Nach Angaben des südkoreanischen Stabschefs war die Rakete in Pyongyang gestartet worden und legte eine Strecke von rund 3700 Kilometern zurück. Sie erreichte eine maximale Höhe von 770 Kilometern.

Gemäss dem Militärexperten Joseph Dempsey ist nie zuvor ein Geschoss aus dem abgeschotteten Land weiter geflogen. Pyongyang wolle damit zeigen, dass es in der Lage ist, den 3400 Kilometer entfernten US-Stützpunkt Guam im Pazifik anzugreifen. Offen sei aber, ob die nordkoreanische Technik auch so weit ausgefeilt ist, dass eine Rakete die Insel auch sicher treffen kann.

Das US-Pazifikkommando erklärte hingegen, der Raketenstart habe weder eine Bedrohung für Nordamerika noch das US-Aussengebiet Guam dargestellt. Ähnlich hatten sich zuvor die Heimatschutz- und Verteidigungsbehörden in Guam geäussert. Nach ersten Angaben des US-Militärs handelte es sich erneut um eine Mittelstreckenrakete, wie sie Nordkorea bereits Ende des vergangenen Monats über Japan hinweg geschossen hatte.

Südkorea feuert Rakete ins Meer – UNO-Sicherheitsrat tagt

Nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ordnete der Präsident Südkoreas, Moon Jae-in, «ernste» militärische und diplomatische Massnahmen an, um Nordkorea von weiteren Provokationen abzuhalten. Südkoreas Streitkräfte reagierten mit einer eigenen Raketenübung, bei der eine ballistische Rakete ins Meer geschossen wurde. Ein Präsidentensprecher erklärte, Moon habe das Militär zudem aufgerufen, sich besser auf mögliche Angriffe Pyongyangs mit biologischen und chemischen Waffen vorzubereiten.

Nach Waffentest von Nordkorea: Südkorea reagiert mit einer eigenen Raketenübung. (Video: Tamedia/AP)

Der Raketentest wurde international verurteilt. Der UNO-Sicherheitsrat kündigte für Freitagnachmittag eine Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen an. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und US-Verteidigungsminister James Mattis bezeichneten den Start jeweils als rücksichtslos. Auf die Frage nach einer möglichen militärischen Reaktion der Amerikaner, sagte Mattis, darüber wolle er noch nicht sprechen. Präsident Donald Trump sei über das Geschehen informiert worden.

US-Aussenminister Rex Tillerson verurteilte die anhaltenden Provokationen aus Nordkorea. Sie trügen nur weiter zur diplomatischen und wirtschaftlichen Isolation des Landes bei.

Nato-Generalsekretär fordert «weltweite Antwort»

Jens Stoltenberg hat eine internationale Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas gefordert. «Nordkoreas Raketenabschuss ist ein weiterer rücksichtsloser Verstoss gegen UN-Resolutionen und eine massive Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit, was eine weltweite Antwort erfordert», schrieb Stoltenberg heute auf Twitter.

Harsche Kritik aus Japan

In Japan fiel die Kritik besonders deutlich aus: Neben Abe erklärte auch Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga, das Land werde die wiederholten und exzessiven Provokationen aus Nordkorea nicht tolerieren. Er wolle im Namen des japanischen Volkes eine «starke Wut» übermitteln.

Laut Suga flog die Rakete am Freitag über Japans nördliche Hauptinsel Hokkaido hinweg. Sie sei rund 2000 Kilometer abseits der östlichen Küste im Meer gelandet. Ende August hatte Pyongyang schon einmal einen Test einer ballistischen Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12 mit Flug über Japan vorgenommen. Am 3. September folgte nach nordkoreanischen Angaben schliesslich der Test einer Wasserstoffbombe.

Eintritt in die Atmosphäre testen

Machthaber Kim Jong-un hatte den Raketentest damals als einen «bedeutenden Auftakt» bezeichnet, um Guam in Schach zu halten. Zugleich hatte er gefordert, sein Land müsse mehr Raketen in Richtung des Pazifiks schiessen, um die Fähigkeiten der Streitkräfte auszubauen. Es ist davon auszugehen, dass mit den Flügen über Japan vor allem getestet werden soll, ob die Sprengköpfe der Raketen den Wiedereintritt in die Atmosphäre überstehen und technisch korrekt detonieren können.

Am Montag hatte der UNO-Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen, die aber nicht so hart ausfielen wie von den USA gewünscht. Verboten sind ab sofort alle Textilexporte sowie etwa der Import von flüssigem Erdgas. Ausserdem darf kein Land der Welt neue Arbeitsvisa für Nordkoreaner ausstellen.

Trotz Sanktionen: Nordkorea feuert erneut Rakete über Japan hinweg. (Video: Tamedia/AFP)

(chk)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Und wieviele Millionen werden von der UNO in Flüchtlingslagern, zumindest notdürftig versorgt? Wieviele Millionen Menschen werden durch die UNO vor dem Hungertod bewahrt? In wievielen Konflikten stehen Blauhelme zwischen den Fronten und verhindern Massaker an Zivilisten? Ohne die UNO, würde weit mehr Chaos und Gewalt auf der Welt herrschen. Kritisieren musst du den Sicherheitsrat und dort vor allem das Vetorecht. – Der Irre mit dem Smartphone

Also mir ist Kim sympahtischer als Trump und im Gegensatz zu anderen Politikern setzt er seine Ziele um. Vom Rest der Welt ist er völlig unbeeindruckt und offensichtlich kann er das auch bleiben. Die anderen machen dafür wieder ein Gipfelitreffen. Ich lass mir jetzt die gleiche Frisur schneiden. – Nöggi

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Positiv am 15.09.2017 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Irgendwann wird es ein Test zuviel sein.

    einklappen einklappen
  • Jojo am 15.09.2017 05:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das fass überläuft rakete um rakete

    ....hoffentlich kommt es zu einer beruhigung. wo ist nur james bond, der diesem bösewicht still und leise den garaus machen kann?

    einklappen einklappen
  • MF am 15.09.2017 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo!!??

    Wieso kann eigentlich keiner 'dem' das Handwerk legen?? gibts doch nicht daß 'der' machen kann was er will mit der Welt...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schoggi am 15.09.2017 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kim toppt Dieselgate

    Das Bild zeigt viel mehr Rauch als bei einem Diesel SUV. Was sagen die Behörden dazu ? Gibt es überhaupt ein Euro 6 Grünes Plakat für ICBM Raketen ?

  • J.h am 15.09.2017 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Wo bleibt da der umweltschutz? Rakete und immer wieder ins meer und bei uns macht man ein so grosses debakel wegen einem plastiksäckli.

  • Didi Weidmann am 15.09.2017 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss Kim anerkennen

    Natürlich wäre es am besten, alle Atomwaffen würden verschrottet, aber Kim wird das sicher nicht tun, solange genau diese Waffen seine einzige Lebensversicherung sind. Also wird die Welt letztlich nichts anderes tun können, als anzuerkennen, dass Korea eine Atommacht ist und endlich einen Friedensvertrag schliessen und zwar eben mit der Atommacht Korea. Alles andere ist illusorisch. Warum sollte Kim sein einziges Faustpfand hergeben? Er ging bei uns zur Schule und hat hier eben gelernt, wie man sich als Kleiner umgeben von lauter Grossen behauptet!

  • Hermu am 15.09.2017 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Liefert Was?

    Niemand will wissen wer ihm die Triebwerke liefert? Ist da die Ukrine beteiligt? Wenn das so ist, wäre das nicht auch ein Problem der EU? Afganistan Atommacht kommen die Techniker von dort also ein Problem der UNO.

  • Goaner am 15.09.2017 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geschwindigkeit?

    Nur die Maximale Höhe und Reichweite anzugeben reicht doch nicht um informiert zu sein. Wie schnell war das Ding? So könnte ich mir selbst ausrechnen ob es für einen Orbit reicht.