Gut getarnte Methoden

15. Oktober 2012 21:24; Akt: 15.10.2012 22:35 Print

Gigantischer Fall von Geldwäsche

100 Millionen Euro sollen durch ein riesiges Netzwerk gewaschen worden sein. Eine Politikerin der französischen Grünen wurde verhaftet. Und die Spur führt auch in die Schweiz.

Unter den Angeklagten ist die stellvertretende Bürgermeisterin des 13. Arrondissements in Paris, Florence Lamblin, von den Grünen. Sie soll über 300 000 Euro für sich auf ein Konto in der Schweiz geschafft haben. (Quelle: EuroNews/YouTube)
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Durch Drogenhandel und Geldwäscherei hat ein französisch-schweizerisches Netzwerk noch weit höhere Summen umgeschlagen als bisher bekannt: Frankreichs Innenminister Manuel Valls sprach am Montag von «einer Summe von zweifellos um die 100 Millionen Euro» aus dem Drogenhandel.

Das Geld sei durch das Netzwerk gewaschen worden. Es seien allein mehrere Tonnen Cannabis im Wert von rund 40 Millionen Euro entdeckt worden.

Das riesige französisch-schweizerische Netzwerk war Ende vergangener Woche zerschlagen worden. Die Drogen sollen aus Marokko über Spanien nach Frankreich gekommen sein. Die Methoden der Geldwäsche waren laut Ermittlern kompliziert und gut getarnt.

Der grösste Geldwäsche-Skandal in Frankreich

Insgesamt laufen gegen 19 Verdächtige in der Schweiz und Frankreich Ermittlungen, darunter auch gegen die Grünen-Politikerin und Vize-Bürgermeisterin des 13. Stadtbezirks von Paris, Florence Lamblin. Neun Verdächtige sitzen im Gefängnis.

Der zuständige Ermittler Marc Souvira sagte, der französischen Polizei sei ein bemerkenswerter Schlag gegen den internationalen Drogenhandel gelungen. Für Frankreich sei dies der grösste Geldwäsche-Skandal, den das Land je erlebt habe.

Lamblin soll über 300 000 Euro für sich auf ein Konto in der Schweiz geschafft haben. Sie selbst bestreitet alle Vorwürfe.

(kle/sda)