Bachmann bizarr

01. Dezember 2011 16:19; Akt: 02.12.2011 09:10 Print

«Ich würde die Botschaft im Iran schliessen»«Ich würde die Botschaft im Iran schliessen»

Beinahe kein Tag vergeht ohne eine neue Peinlichkeit aus den Mündern der republikanischen Präsidentschaftsanwärter. Dieses Mal hat sich Michele Bachmann aber selbst übertroffen.

Bildstrecke im Grossformat »
: Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses hat bislang eine Achterbahnfahrt erlebt. Mit dem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina war er zuletzt ganz oben. Unklar ist, wie lange dies so bleibt, denn Gingrich schleppt viel Ballast mit sich herum. : Der Ex-Gouverneur von Massachusetts und Multimillionär gilt als mehrheitsfähig. Doch viele Konservative tun sich schwer mit dem Mormonen, sie halten ihn für zu glatt und abgehoben. Nach gutem Start in die Vorwahlen ist er zuletzt in Rücklage geraten. Der 53-jährige Italoamerikaner sass zwölf Jahre für den Bundesstaat Pennsylvania im Senat, ehe er 2006 abgewählt wurde. Er politisiert am rechten Rand der Partei. Lange war er ein krasser Aussenseiter, doch in Iowa gewann er knapp gegen Romney. : Der Texaner hat mit seinen libertären, staatskritischen Ansichten eine grosse Fangemeinde erobert. Diese hat ihm bei den bisherigen Vorwahlen zu teilweise guten Resultaten verworfen. Eine Chance auf die Nomination hat er trotzdem nicht. Der Gouverneur von Texas stieg im August ins Rennen ein und erreichte in den Umfragen sofort Spitzenwerte. Doch nach einigen Patzern stürzte er immer tiefer ab. Nach schwachen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire stieg er aus dem Rennen aus. : Er war Gouverneur von Utah, US-Botschafter in China und ist bekennender Mormone, wie Mitt Romney. Huntsman wollte sich als moderate Alternative zu diesem anbieten, doch wirklich durchsetzen konnte er sich nie. Am 16. Januar warf er das Handtuch. Die Kongressabgeordnete aus Minnesota hat fünf eigene und 23 Pflegekinder. Sie ist eine Favoritin der Tea-Party-Bewegung und berüchtigt für ihr loses Mundwerk. Nachdem sie bei der Vorwahl in ihrem Geburtsstaat Iowa nur den letzten Platz belegte, gab sie ihre Bemühungen auf. Der ehemalige Chef einer Pizza-Kette inszeniert sich als Anti-Politiker und kommt damit vor allem bei der Tea-Party-Bewegung an. Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und peinliche Patzer haben ihm jedoch geschadet - so sehr, dass er am 3. Dezember 2011 seine Kandidatur vorläufig auf Eis gelegt hat. Mit seiner zupackenden Art hat er sich als Gouverneur von New Jersey schnell Respekt verschafft. Für viele Republikaner ist er ein Hoffnungsträger, doch am 4. Oktober 2011 stellte Christie ein für allemal klar, dass er nicht kandidieren wird. : Die ehemalige Gouverneurin von Alaska erhält viel Aufmerksamkeit, doch ob sie in der Lage wäre, gegen Barack Obama zu gewinnen, haben viele bezweifelt. Am 5. Oktober 2011 hat sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben. Der Bruder von George W. Bush (l.) hat sich als früherer Gouverneur von Florida Respekt verschafft. Einen weiteren Bush im Weissen Haus will er den Amerikanern aber offensichtlich nicht zumuten. «Ich kandidiere nicht», hielt er in einer Mitteilung fest. Der Kongressabgeordnete von Wisconsin hat den radikalen Budget-Sparplan der Republikaner entworfen. Das macht ihn für viele in der Partei zu einem möglichen Kandidaten, doch Ryan will davon bislang nichts wissen. Der populäre Gouverneur von Indiana und Budgetdirektor in der Regierung von George W. Bush galt als Favorit der Parteiführung. Am 22. Mai 2011 erklärte er jedoch aus Rücksicht auf seine Familie den Verzicht auf eine Kandidatur. : Dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas gelang 2008 zum Auftakt der Vorwahlen ein Überraschungssieg. Dieses Mal hat der Baptistenprediger frühzeitig das Handtuch geworfen. : Der Gouverneur von Minnesota hat versucht, sich als solider Konservativer zu profilieren. Allerdings fehlt es ihm an Charisma. Im Juli stieg er als erster Kandidat aus dem Rennen aus. Der New Yorker Immobilienmogul sorgte mit markigen Sprüchen für Furore und erklomm in den Umfragen kurzzeitig den Spitzenplatz. Dann krebste er zurück: Seine vermeintliche Präsidentschaftskandidatur war wohl nur ein Werbegag für seine TV-Show «The Celebrity Apprentice».

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Nach dem Sturm iranischer Demonstranten auf die britische Botschaft in Teheran hat sich die Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Michele Bachmann, eine überraschende Strafmassnahme ausgedacht: Sie möchte die US-Botschaft in Teheran schliessen. Dumm nur, dass die USA seit 1980 keine Botschaft mehr in Teheran haben.

Wörtlich sagte Bachmann laut der «Huffington Post»: «Das (die Schliessung der Botschaft im Iran) ist genau das, was ich tun würde, wenn ich Präsidentin wäre. Wir würden keine Botschaft mehr in Teheran haben. Ich würde dies nicht erlauben.»

Die unbedachten Worte kamen der Politikerin bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa über die Lippen. Ihr Sprecher versuchte umgehend zu korrigieren. Die Worte seien aus dem Zusammenhang gesagt worden. Natürlich wisse Michele Bachmann, dass die USA dort diplomatisch nicht mehr vertreten sind. Sie habe lediglich das britische Vorgehen unterstützt, die Botschaft im Iran zu schliessen.

Sturm auf die US-Botschaft 1979

1979 war die US-Botschaft im Iran von militanten Studenten gestürmt und 52 Diplomaten mehr als 440 Tage als Geiseln gehalten worden. Beide Länder unterhalten seitdem keine offiziellen Beziehungen, die konsularischen und diplomatischen Interessen der USA in Teheran werden von der Schweiz wahrgenommen.

Bachmann sitzt als Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und führt dort innerhalb der Republikaner-Fraktion die erzkonservative Tea- Party-Bewegung an. Im Juni hatte sie ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bei den Wahlen im November 2012 gestartet.

Nach einem Höhenflug im Sommer lag sie in den Umfragen zuletzt mit nur noch rund fünf Prozent am unteren Ende des Bewerberfeldes. Bachmann sorgte immer wieder mit ungewöhnlichen aussenpolitischen Ansichten für Aufsehen. Mitte November etwa warnte sie vor einem «weltweiten Atomkrieg gegen Israel».

(aeg/sda)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Franz Kiepfer Olten am 07.12.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Iran

    Mit dem Iran sollte man lieber nichts zuzun haben.

  • DerGrosseTeich am 02.12.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel für Rüstung, zuwenig für Bildung

    LOL, die US-Botschaft im Iran schliessen, wenn es gar keine gibt :-) Das ist wieder mal typisch Amis hehe... :-)

  • Deutscher am 02.12.2011 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Dummer Artikel

    Dieser Artikel vermittelt ja fast den Eindruck, dass diese Kandidatin eine Chance hat, was komplett falsch ist. Man beachte mal die Umfragewerte von Bachmann. Paradoxerweise gibt es hier auch Leute die es sich anmassen die Intelligenz der US Wähler in Frage zu stellen, und gleichzeitig alles über US Politik zu wissen glauben nach dem sie ein paar Bildchen in der Regenbogenpresse angeschaut haben. Ich bin übrigens erstaunt, dass Ron Paul in der Schweiz Anklang findet, wo er doch jegliche Staatliche Sozialhilfe abschaffen will, die die Schweizer immer für nötig halten.

    • Kluger Mann und Frau am 07.12.2011 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      Titanus

      Was hat der Iran für schöne Frauen?? Man sieht sie ja nicht unter dem schwarzen Zeug.

    einklappen einklappen