Putschversuch in der Türkei

16. Juli 2016 19:55; Akt: 17.07.2016 08:22 Print

Haftbefehle gegen 140 Richter und Staatsanwälte

Die inhaftierten Gesetzeshüter aus Istanbul werden der Beteiligung am Putschversuch und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation beschuldigt.

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Als ihr Stützpunkt von Bürgern und Polizisten beschossen worden sei, hätten sie um ihr Leben gefürchtet und seien geflohen, gaben die acht geflohenen Türken zu Protokoll: Ein türkischer Offizier (mit verhülltem Gesicht) wird zum Gericht in Alexandroupolis geführt. (21. Juli 2016) Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016). Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis. Erdogan hat zahlreiche Bildungsinstitutionen und nun auch Dutzende Medienhäuser geschlossen: Das Foto zeigt das verschlossene Eingangstor zur Murat Hudagendigar Universität in Istanbul am 27. Juli. Erdogan hat den 15. Juli im Gedenken an die Opfer des Putschversuchs zum «» erklärt. Unterstützer von Erdogan demonstrieren an der Bosporus-Brücke in Istanbul. (21. Juli 2016) Der russische Tourismus ist wichtig für die Türkei: Ein Flugzeug von Aeroflot. (Archivbild) Er schickte bereits am 19. Juli vier Dossiers zu Fethullah Gülen an die US-Behörden: Der türkische Justizminister Bekir Bozdag (Screenshot CNN Türk/Twitter) Land in Aufruhr: Tausende Regierungs-Befürworter demonstrieren vor der Bosporus-Brücke in Istanbul. (21. Juli 2016) Die Anhänger von Präsident Erdogan ziehen auch fast eine Woche nach dem Putschversuch noch durch Strassen und demonstrieren auf Plätzen: Demonstration auf dem Kizilay-Platz in Ankara. (20. Juli 2016) Einige demonstrieren auch gegen den für den Putschversuch verantwortlich gemachten Geistlichen Fethullah Gülen: Universitätsstudenten fordern in Ankara von den USA die Auslieferung Gülens. (21. Juli 2016) Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen dreimonatigen Ausnahmezustand verhängt. Grundrechte wie die Versammlungs- und die Pressefreiheit können ausgesetzt oder eingeschränkt werden. Türkische F-16-Kampfjets haben über griechischen Gewässern zwei Schiffe der türkischen Küstenwache gesucht, die seit dem Putsch verschwunden sind. Interessierte können in 294'548 Mails der Regierungspartei AKP lesen: Erdogan zertrümmert auf einem fliegenden Couvert die Säulen der Demokratie. (Karikatur Latuff/Wikileaks) Beweismaterial soll belegen, dass er am Putsch-Versuch beteiligt war: Der islamische Prediger Fetullah Gülen, der in Saylorsburg in den USA lebt, weist die Vorwürfe zurück. (18. Juli 2016) Medien berichten von einer heftigen Explosion in der türkischen Hauptstadt. Fotos zeigen Rauchschwaden über Ankara. Unterstützt die Regierungspartei mit ihrem Vorhaben für eine mögliche Wiedereinführung der Todesstrafe: Devlet Bahceli, Chef der Oppositionspartei MHP. (13. Juli 2016) «Ich bin niemand, der einen militärischen Putsch plant und leitet»: Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk. Türkische Polizisten patrouillieren vor dem Gericht in Ankara. Während einer gerichtlichen Anhörung mutmasslicher Putschisten hat ein Mann vor dem Gerichtsgebäude das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet. Der Nachrichtensender CNN hat auf Twitter ein Foto von halb nackten türkischen Häftlingen veröffentlicht. Über 6000 wurden festgenommen. Falls Präsident Erdogan die Todesstrafe wieder einführt, sind die Gespräche um einen möglichen EU-Beitritt mit der Türkei beendet, dies sagt der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert. In Istanbul wehen die türkische Flagge und die EU-Fahne im Wind. Präsident Erdogan soll am Himmel über der Türkei Kampfjets patrouillieren lassen. Er selber sei während seines Fluges nach Istanbul von zwei F-16 gejagt worden, so Reuters. Auf dem Boden feiern derweil Menschen auf der Bosporus-Brücke in Istanbul. Unterstützung für Erdogan: Regierungsanhänger in Ankara. (18. Juli 2016) Auch in Istanbul gehen die Menschen auf die Strassen. (17. Juli 2016) Die Menschen feiern auf dem Taksim-Platz das Ende des Putsches. (18. Juli 2016) Dankt den rivalisierenden Parteien für ihre Solidarität: Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim (links). (17. Juli 2016) Tausende Menschen haben am Sonntag in Istanbul sechs Opfern des Putschversuchs türkischer Militärs die letzte Ehre erwiesen. Ein Mann bricht am Sarg eines Opfers in der Fatih-Moschee zusammen. Am Sonntag wurden sechs Opfer des Putschversuchs beerdigt. So hat man ihn noch nie gesehen: Erdogan bricht an der Beerdigung in Tränen aus. (17. Juli 2016) Acht türkische Soldaten sind mit einem Black-Hawk-Helikopter nach Griechenland geflüchtet und haben Asyl beantragt. (17 Juli 2016) Heute Sonntag sprechen sie bei der Staatsanwaltschaft vor. Die Soldaten werden von der griechischen Polizei eskortiert. Der Black-Hawk-Helikopter der geflüchteten Soldaten in Alexandoupolis am Samstag. (16. Juli 2016) Gestern haben sie gekämpft, heute wird gefeiert: Befürworter von Präsident Erdogan besammeln sich einen Tag nach dem Putschversuch auf dem Taksim-Platz in Istanbul um ihre Unterstützung kundzutun. (17. Juli 2016) Selbst mit ihren Kindern getrauen sich die Regierungsbefürworter hinaus. (16. Juli 2016) US-Aussenminister John Kerry warnt die Türkei vor «schädlichen» Unterstellungen. Den USA hat Erdogans Land vorgeworfen, in den Putschversuch involviert zu sein. (15. Juli 2016) Am Abend strömen noch mehr Menschen auf die Strassen und Plätze als schon tagsüber: Feiernde mit einer grossen Türkei-Fahne auf dem Istanbuler Taksim-Platz. Das historische Ereignis des gescheiterten Putsches wird gefeiert: Menschenauflauf auf dem zentralen Istanbuler Taksim-Platz. Auch vor dem türkischen Generalkonsulat in Zürich versammelten sich Menschen, um Solidarität mit dem türkischen Präsidenten Erdogan zu demonstrieren. An seinem ersten Auftritt nach dem Putschversuch ruft der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zur Einheit auf und fordert von den USA die Auslieferung seines Erzfeindes Fethullah Gülen, den er für den Putsch verantwortlich macht. Erdogan beschuldigt ihn, hinter dem Putsch zu stecken: Der muslimische Prediger Fethullah Gülen in seinem Haus in Saylorsburg, Pennsylvania. (24. September 2013) Alle vier im Parlament vertretenen Parteien verurteilten den Putschversuch in einer gemeinsamen Erklärung: Sondersitzung am 16. Juli 2016. Freude über den gescheiterten Putsch: Demonstranten in Ankara. Demonstranten marschieren in Ankara mit Fahnen vom Kizilay-Platz zum Gebäude des Generalstabs. Menschen strömen zusammen, um das Scheitern des Putschversuchs zu feiern: Ein Mann mit Flagge vor Panzern der Putschisten, auf denen loyale Polizisten stehen. Szene auf der Brücke über den Bosporus in Istanbul. (16. Juli 2016) Die türkische Regierung erklärt den Putschversuch als gescheitert: Ein Mädchen und Polizisten posieren auf einem Panzer. (Bild: Burak Kara/Getty Images) Einige wurden geschlagen und getreten, es soll auch zu mindestens einem Lynchmord gekommen sein: Soldaten ergeben sich auf der Brücke über den Bosporus. Erleichterung über den Sieg der regierungstreuen Kräfte: Erdogan-Anhänger vor dem Parlament in Ankara. Teile der Luftwaffe hatten sich den Putschisten angeschlossen. Sie bombardierten das Parlament und andere Regierungsgebäude in Ankara: Schwarzer Rauch steigt über dem Hauptquartier der Armee in Ankara auf. Rauch steigt aus der Nähe des Präsidentenpalastes in Ankara auf. Demonstrieren Einigkeit: Der türkische Premierminister Binali Yildirim (Mitte), daneben links: Generalstabschef Hulusi Akar, ganz links Justizminister Bekir Bozdag. Rechts von Yildirim Innenminister Efkan Ala und Verteidigungsminister Fikri Isik in Ankara. Am Morgen offenbart sich die Zerstörung: Teile des Parlamentsgebäudes in Ankara wurden bombardiert. (16. Juli 2016) Leute inspizieren die Schäden an Teilen des Parlaments in Ankara. Die gezeigten Teile des Gebäudes scheinen fast vollständig zerstört. Ein Panzer blieb auf einer Fahrspur-Trennwand stecken. Menschen beobachten den Präsidentenpalast in Ankara. In der Nähe gab es einen Luftangriff. (Bild: Erhan Ortac/Getty Images) Ein Leser-Reporter schickte dieses Bild von türkischen Männern, die die Militärpanzer stürmen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu liefert dieses Bild: Es zeigt ein paar der Putschisten in dem Moment, in dem sie sich ergeben. Türken feiern in den frühen Morgenstunden Istanbuls den abgewendeten Putschversuch. (16. Juli 2016) Die Fluggesellschaft Swiss hat für Samstag alle Flüge nach Istanbul gestrichen. Am Sonntag nimmt sie den Flugbetrieb wieder auf. (Archivbild) Die Erdogan-Befürworter übernehmen einen Polizeitransporter auf dem Kizilay-Platz in Ankara. Ein von einem Panzer überfahrenes Auto auf dem Kizilay-Platz in Ankara. Mindestens 60 Menschen, mehrheitlich in Ankara, sind ums Leben gekommen. Zivilisten nehmen eigenhändig mehrere Soldaten fest und übergeben diese der Polizei. Hier nimmt sich ein Zivilist und Erdogan-Anhänger eines Soldaten an. Die türkische Polizei verhaftet auf dem Taksim-Platz in Istanbul Soldaten. Gemäss Ministerpräsident Binali Yildirim wurden 130 Soldaten festgenommen. Einige von ihnen sitzen hier in einem Polizeibus in Istanbul. In Ankara versuchen Menschen, einen Militärpanzer aufzuhalten. Militär-Jets fliegen über den Taksim-Platz in Istanbul. Die Menschen rennen los oder... ...legen sich auf den Boden. Ein Auto fängt in Istanbul Feuer während des Kampfs zwischen Polizei und Militär. Ein Mann versucht in der türkischen Hauptstadt, einen Panzer zu stoppen. Türken protestieren in Istanbul gegen das Militär, versuchen auf deren Panzer zu klettern. Menschen protestieren gegen den Putschversuch, indem sie die türkische Flagge hochhalten. Vor dem Flughafen in Istanbul hat sich ein Panzer positioniert. Ein Mann versucht, sich am Atatürk-Flughafen in Istanbul in Sicherheit zu bringen, indem er sich hinter einem Panzer versteckt. Anhänger von Präsident Erdogan haben sich auf dem Taksim-Platz in Istanbul versammelt. Sie laufen Parolen schreiend... ...durch die Strassen von Istanbul. Der Präsident hatte sein Volk dazu aufgerufen. Ein Panzer fährt durch Ankara – mehrere Personen versuchen, ihn zu stoppen. Erdogan rief zu Widerstand auf – viele folgten dem Aufruf. Soldaten auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Putschversuch in der Türkei: Soldaten blockieren die Bosporus-Brücke in Istanbul. (15. Juli 2016) Die Verbindung zwischen Europa und Asien ist von beiden Seiten vom Militär unter Kontrolle gebracht worden. Was passiert genau in der Türkei? Die Armee verkündet die Machtübernahme des Landes. Es herrsche das Kriegsrecht, verkündet sie im TV. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den laufenden Militärputsch als einen «Aufstand einer Minderheit in der Armee» verurteilt. Er ruft am Freitagabend im Nachrichtensender CNN-Türk auf, sich der versuchten Machtübernahme auf der Strasse entgegenzustellen. Polizisten vor dem Hauptquartier der Armee in Ankara. Offenbar sind hohe Militärs als Geiseln genommen worden. Türkische Soldaten bei der Bosporus-Brücke. Ein türkischer Soldat bewacht die Bosporus-Brücke. Teile des Militärs versuchen offenbar, die Macht zu übernehmen. Türkische Soldaten führen Polizisten ab. Die türkischen Nachrichtensender sprechen von einem «versuchten Staatsstreich». CNN-Türk berichtete von einer aussergewöhnlichen Mobilisierung von Sicherheitskräften vor dem Sitz des Generalstabs. Putschversuch in der Türkei: Soldaten auf einer Strasse in Istanbul. Zwei Brücken über den Bosporus sind geschlossen worden. Offenbar sind auch Schüsse gefallen.

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(fal/mch/rub/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • damianR am 15.07.2016 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie?

    "Der Ministerpräsident betonte nur, die Türkei werde niemals erlauben, dass eine Initiative die Demokratie unterbricht». Welche Demokratie bitteschön??

  • Walliser am 15.07.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriegszustände

    Wir sind auf gutem Weg uns gegenseitig auszuschalten. Terrorismus, Krawalle, Bürgerkriege, Rassismus, Geiselnahmen, Schiessereien und Amokläufe dominieren mittlerweile die Schlagzeilen. Es steht 5 vor Zwölf. Wenn wir so weiter fahren, nimmt das ganze ein böses Ende.

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  • Nostradamus am 15.07.2016 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 Möglichkeiten

    Dieser Putschversuch kann auf 2 Seiten kippen: Entweder er hat Erfolg und man stürzt Erdogan oder er hat keinen Erfolg und Erdogan wird so mächtig wie nie zuvor

Die neusten Leser-Kommentare

  • damianR am 15.07.2016 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie?

    "Der Ministerpräsident betonte nur, die Türkei werde niemals erlauben, dass eine Initiative die Demokratie unterbricht». Welche Demokratie bitteschön??

  • Stadex am 15.07.2016 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europa?

    Mittelost

  • Nostradamus am 15.07.2016 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 Möglichkeiten

    Dieser Putschversuch kann auf 2 Seiten kippen: Entweder er hat Erfolg und man stürzt Erdogan oder er hat keinen Erfolg und Erdogan wird so mächtig wie nie zuvor

  • Tina am 15.07.2016 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hoppla George

    Und ich fliege übernächsten Sonntag über Istanbul nach Miami :-/ tschau tschau Flieger

    • Konradin am 15.07.2016 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      Ciao Tina.

    • Martin Brunner am 15.07.2016 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      Selber schuld, wenn man so einen grossen Umweg in Kauf nimmt, um ein Paar Fränkli zu sparen... Aber Geiz ist geil!!!

    • Fantomas am 15.07.2016 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      Sehr geehrte Tina, hier wird vielleicht das Schicksal von Europa entscheiden und Sie sorgen sich um ihren Flieger, mehr ich ich ich geht kaum mehr.

    • Alex am 15.07.2016 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      .... Ich flieg morgen um 07:00 über Istanbul nach Miami

    • AnD am 15.07.2016 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tina

      versuch unbedingt umzubuchen, auch wenn du draufzahlen musst!

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  • Walliser am 15.07.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriegszustände

    Wir sind auf gutem Weg uns gegenseitig auszuschalten. Terrorismus, Krawalle, Bürgerkriege, Rassismus, Geiselnahmen, Schiessereien und Amokläufe dominieren mittlerweile die Schlagzeilen. Es steht 5 vor Zwölf. Wenn wir so weiter fahren, nimmt das ganze ein böses Ende.

    • Leser92 am 15.07.2016 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      Doomsday Clock

      Laut der Doomsday Clock ist es sogar 3 vor Zwölf.

    • Wtell am 15.07.2016 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walliser

      Nein leider ist für Europa 5 nach 12.

    • od72 am 15.07.2016 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walliser

      5 ab 12....erst einmal ins rollen gebracht ist es kaum mehr aufzuhalten! wie willst du den hass von terroristen, aufgrund von getöteten familienmitglieder durch westliche staaten aus deren köpfe bekommen?

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