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Nach Anschlag
08. Januar 2012 02:18; Akt: 08.01.2012 10:10 Print
Blutiger Samstag in Syrien - 29 Tote
Nach dem blutigen Anschlag in Damaskus geht das Regime in Syrien weiter hart gegen die Proteste vor und schlägt wie angekündigt «mit eiserner Faust» zurück. 29 Regimegegner kommen ums Leben.
Kurz vor den Beratungen der Arabischen Liga über die Beobachtermission in Syrien ist es erneut zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Regimegegnern und Regierungstruppen gekommen. Dabei wurden mindestens elf Soldaten getötet.
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UNO-Sicherheitsrat schweigt weiter
Die syrische Opposition fordert ein Eingreifen des UNO-Sicherheitsrates schon seit langem mit dem Ziel, eine Schutzzone an der türkischen Grenze einzurichten, in die sich Deserteure aus der syrischen Armee und andere Aktivisten zurückziehen können.
Eine ausländische Intervention lehnt sie hingegen ab, wie der Vorsitzende des in der Türkei gegründeten oppositionellen syrischen Nationalrats, Burhan Ghaliun, nochmals deutlich machte.
Während der UNO-Sicherheitsrat weiter schweigt, äusserte sich UNO- Generalsekretär Ban Ki Moon zutiefst besorgt über die neue Eskalation. Jede Gewalt sei «unannehmbar» und müsse «sofort gestoppt» werden.
Der Sicherheitsrat, das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen, ringt seit Monaten um eine Resolution gegen die Regierung Assad und will sich am Dienstag wieder mit dem Thema befassen. Russland blockierte bisher unterstützt von China jede öffentliche Kritik an seinem Verbündeten in Damaskus. (sda)
Bei Kämpfen zwischen Soldaten und Deserteuren in der südsyrischen Provinz Daraa wurden in der Nacht auf Sonntag laut Aktivisten weitere 20 Soldaten verletzt. Dies teilte die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.
Als Folge der Kämpfe in dem Ort Basr al-Harir seien zudem neun Armeeangehörige zu den Deserteuren übergelaufen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle gab es in der Provinz am Sonntag auch in dem Ort Dael Kämpfe zwischen Soldaten und Deserteuren.
In der nordwestlichen Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze wurde nach Angaben von Aktivisten am Sonntag der Ort Sarakib unter Beschuss genommen. Dabei seien ein Teilnehmer eines Sitzstreiks durch Granatsplitter getötet und mindestens 20 verletzt worden.
Dies sagte der Oppositionelle Ahmad Abdullah aus Idlib der Nachrichtenagentur DPA. Die Demonstranten hätten in Zelten im Stadtzentrum kampiert. Am Samstag waren in Syrien laut Aktivisten mindestens 21 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen, darunter vier Zivilisten.
In dem Land richtet sich seit Mitte März eine Protestbewegung gegen die autoritäre Führung von Präsident Baschar al-Assad. Bei der Unterdrückung der Proteste wurden mindestens 5000 Menschen getötet.
Arabische Liga zieht Bilanz
In Kairo wollte im Laufe des Tages die Arabische Liga eine Zwischenbilanz über den bislang zweiwöchigen Einsatz der Beobachter in Syrien ziehen. Die Organisation steht unter heftiger Kritik, weil sie das Blutvergiessen bisher nicht stoppen konnte.
Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass nun erwogen wird, Menschenrechtsexperten der UNO zu bitten, die Beobachter zu begleiten. Das habe Katar vorgeschlagen. Das Land steht dem zuständigen Ausschuss der Liga vor.
Diskutiert werde auch, wie die Delegierten unabhängiger von den syrischen Behörden agieren könnten, hiess es. Bisher reisen sie immer in Begleitung von Sicherheitskräften des Regimes.
Einen Abbruch des zunächst auf einen Monat befristeten Einsatzes schloss die Liga zuletzt aus. Am Samstag trafen zehn weitere Beobachter aus Jordanien in Syrien ein. Damit erhöhte sich ihre Zahl auf insgesamt 163.
(sda)
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