Pleiten, Pech und Pannen

18. Januar 2017 10:27; Akt: 18.01.2017 16:18 Print

Trump lädt Ansager aus und findet keine Sänger

Weil viele ihn hassen, wird Donald Trumps Einsetzung ins Präsidentenamt am Freitag heikel. Acht Pleiten zeichnen sich bereits ab.

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Das Capitol in Washington ist bereit für die Amtseinsetzung von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten am Freitag, 20. Januar 2017. (15. Januar 2017) Zu reden gab, dass der Kommandant der örtlichen Nationalgarde mitten während der Zeremonie die Befehlsgewalt an einen Nachfolger übergeben muss. Bild: Generalmajor Elliot Schwartz am 24. Februar 2015 in Arlington, Virginia. Abgesetzt wurde auch der langjährige Ansager der Parade, Charlie Brotman. Brotman sagte seit 1957 alle elf Inaugurationsparaden an. Er dachte an Selbstmord, als er per E-Mail von der Absage erfuhr. Sein Nachfolger ist Steve Ray (rechts). Am 15. Januar stellten in einem Testlauf zwei Army-Soldaten die Vereidigung nach. Bild: Feldweibel Greg Lowery und die Gefreite Sara Corry (rechts). Die zwei liefen die Paraderoute ab. In einer kugelsicheren Kabinentribüne vor dem Weissen Haus wird Trump der Parade beiwohnen. Der Abgeordnete John Lewis aus Georgia ist einer von mindestens 28 Demokraten, die aus Protest Trumps Amtseinsetzung fernbleiben wollen. Lewis hält die Wahl des Republikaners für illegitim. (11. Januar 2017) Bei Anlässen werden eher zweitklassige Bühnenkünstler teilnehmen. Vorgesehen ist ein Auftritt des Mormon Tabernacle Choir ... (2. April 2016) ... der Radio City Rockettes ... (30. November 2011) ... und des Country-Sängers Toby Keith. (18. April 2010) Die Broadway-Sängerin Jennifer Holliday hat ihre anfängliche Zusage zurückgenommen. LGBT-Kreise hatten sie unter Druck gesetzt. (7. Oktober 2016) Der blinde Sänger Andrea Bocelli soll sogar Todesdrohungen erhalten haben, weshalb er sich zurückzog. (15. Dezember 2016) Viele Designer weigern sich, First Lady Melania Trump einzukleiden. (3. November 2016)

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Zigtausende Interessierte werden am Freitag nach Washington strömen. Donald Trump wird vor dem Kapitol den Amtseid ablegen. Dann wird der polarisierende US-Präsident mit seiner Familie eine Parade anführen und ins Weisse Haus einziehen.

So viel steht für den Tag der Amtsübergabe fest. Darüber hinaus ist bei der Planung der Feierlichkeiten noch einiges im Fluss. Weil der siegreiche republikanische Kandidat von vielen abgelehnt wird, hat die Inauguration schon acht negative Schlagzeilen produziert:

1. Ein altgedienter Ansager wird abserviert

Charles Brotman spielte bei allen Amtseinsetzungen seit Dwight Eisenhower 1957 die Rolle des Ansagers. Nach elf Einsätzen bei Inaugurationsparaden nahm das Trump-Team dem 89-Jährigen jetzt das Mikrophon weg. Als per E-Mail die Absage gekommen sei, habe es sich angefühlt, «als hätte mir Muhammad Ali in den Magen geschlagen», sagte Brotman zu CNN. «Ich dachte an Selbstmord.» Trump hat an Brotmans Stelle den Ansager Steve Ray (58) engagiert:


(Quelle: YouTube/CNN)

2. Kommando der Nationalgarde wechselt während der Feier

Just im Moment der Amtsübernahme von Donald Trump wechselt bei der Nationalgarde von Washington D.C. das Kommando. Generalmajor Errol Schwartz muss die Befehlsgewalt über Tausende von Nationalgardisten genau um 12:01 Uhr an seinen Nachfolger übergeben, während der von Menschenmassen verfolgte Anlass weitergeht. Wie bei Amtswechseln üblich, bot Schwartz seinen Rücktritt an – und der wurde akzeptiert. Es heisst jetzt zwar, das Trump-Team habe dem Kommandanten ein paar zusätzliche Tage offeriert. Doch Schwartz sagt, dieses Angebot sei erst gekommen, nachdem die «Washington Post» über den ungewöhnlichen Zeitpunkt der Stabsübergabe berichtet habe.

3. Es gibt weniger Zuschauer als bei Obama

Nach Schätzungen der Polizei werden am Freitag in Washington 700’000 bis 900’000 Schaulustige erwartet. Das sind markant weniger als die zwei Millionen bei Barack Obamas erster Amtseinsetzung im Jahr 2009. Vier Jahre später strömten rund eine Million Zuschauer zusammen, um die Amtseinsetzung zu verfolgen.

4. Es gibt mehr Proteste und Störungen

Nicht weniger als 63 Gruppen haben Demonstrationen angekündigt. Der grössere Teil von ihnen will gegen Trump protestieren; radikalere Gruppen wollen Washington lahmlegen. Nach der Website DisruptJ20.org ist «massiver Widerstand» mit teils nicht bewilligten Kundgebungen geplant. Beobachter halten für denkbar, dass es zu Gewaltausbrüchen kommt, wie zuletzt 2005 bei der zweiten Amtseinsetzung von George W. Bush.

5. Boykott demokratischer Kongressmitglieder

Am Wochenende erklärte der schwarze Bürgerrechtsheld John Lewis als erstes Kongressmitglied Trumps Präsidentschaft für «illegitim». Als Grund gab der hochgeachtete Abgeordnete die russische Beeinflussung der Wahlen an. Lewis will der Inauguration fernbleiben. Neben ihm haben inzwischen über 40 Demokraten angekündigt, sie würden zu Hause bleiben – so viele wie noch nie.

6. Prominente Sänger sagen ab

Immer länger wird die Liste der Künstlerinnen und Künstler, die bei den Feierlichkeiten nicht auftreten wollen. So sagte am Wochenende die Broadway-Sängerin Jennifer Holliday ab, die an mehreren Amtseinsetzungen von Präsidenten beider Parteien gesungen hatte. Holliday sagte, ihre wichtigen Fans in der LGBT-Gemeinschaft hätten ihr die Absage nahegelegt. Der blinde italienische Sänger Andrea Bocelli zog sich zurück, weil er angeblich Todesdrohungen erhielt. Bei Bocelli wird indes bestritten, dass es eine Einladung gegeben habe.

7. Auftretende Künstler sind zweitklassig

Zu den prominentesten Teilnehmern der Trump-Feierlichkeiten zählen die Country-Sänger Toby Keith und Lee Greenwood sowie die Nachwuchssängerin Jackie Evancho. Daneben schwingen die Rockettes die Beine und das Dudelsack-Orchester der Feuerwehr von Washington ist zu hören, ferner der Mormon Tabernacle Choir. Bei Obama waren Bruce Springsteen, Stevie Wonder und Beyoncé aufgetreten.

8. Designer mögen Melania Trump nicht einkleiden

Unter die Trump boykottierenden Kulturschaffenden mischen sich auch Modeschöpfer. Die Designer Marc Jacobs und Sophie Theallet wollen keine Kleider für Melania Trump entwerfen. Naeem Khan, der Michelle Obama seinen Erfolg verdankt, legt sich bei Melania quer, weil ihm Trumps Werte zuwider sind. Immerhin gibt es Abweichler von der politisch korrekten Haltung: Laut AP sind Tommy Hilfiger, Carolina Herrera und Thom Browne bereit, die First Lady einzukleiden. Und falls sie keinen Schneider findet, kann Melania ja immer noch Kleider von der Stange kaufen.

Künstlerin Illma Gore malt aus Protest mit Blut:


Quelle: Facebook/Illmagore via Storyful

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kundi am 18.01.2017 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    Wenn die Berichterstattung so ist wie vor der Wahl, weiss ich was ich davon halten kann.

  • Drump am 18.01.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Findes es gut, dass man nicht alles

    einfach so hin nimmt. Wie man es in den Wald ruft so kommt es zurück. Viel Spass im Amt Donald - geniess es - lange wird es wohl nicht sein...

    einklappen einklappen
  • Simba74 am 18.01.2017 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    gut. ist eh alles tamtam. wichtig ist dass er nun mit arbeit zeigen kann was er wirklich drauf hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicole. am 18.01.2017 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klaar

    Viele hassen ihn und leider gibts zuwenig mutige, die dazu stehen. Zuerst war ich in der schule die einzige für trump und nach und nach gaben es auch noch andere zu. Dank den medien traut man sich nicht mal mehr die eigene meinung zusagen. Unglaublich, aber ich dachte wir hätte freie meinungsfreiheit? Naja offenbar sind wir nicht soweit entfernt von solchen staatsoberhäupter, welche hier so verhasst dargestellt werden (ich rede nicht von trump) sondern von ländern im asiatischen und europäischen ländern ;)

  • Molkimami am 18.01.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    Wieso haben denn die Amerika Ihn gewählt,wenn Sie Ihn nicht wollen??Ein Volk kann ja nicht so dumm sein?

  • Dave H am 18.01.2017 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten.

    Interessant. Obama wurde bei seinem Amtsantritt gefeiert und sogar mit einem Friedensnobelpreis geehrt. Was hat er erreicht: Krieg, Anschläge, Tod&Verderben. Allein 2016 hat der Friedensnobelpreisträger über 26000 Bomben abwerfen lassen. Da bin ich doch direkt dankbar, dass Trump angefeindet wird. Vermutlich bedeutet das: Weniger Bomben, weniger Drohnenanschläge, weniger Tod&Verderben. Das wäre doch was. Will heissen: Weder Podeste wie bei Obama noch die Anfeindungen wie bei Trump sind gerechtfertigt. Einfach mal abwarten ...

  • Leo am 18.01.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    darauf wette ich....

    die die ihm nicht die hand gereicht haben zur feier werden seine hand noch zu sphren bekommen er hat mindestens vier jahre zeit dafr.

  • Gomzo am 18.01.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich boykottiere Tommy Hilfiger

    ...wenn der diese Trump einkleidet schmeise ich alle Kleider von Hilfiger in den Güsel. Ich will keine Kleidermarken die von denen offiziell getragen werden