Propaganda in Nordkorea

13. August 2017 20:18; Akt: 13.08.2017 20:18 Print

Dieser orange Cartoon-Tiger soll Trump sein

Ein Trickfilm bringt nordkoreanischen Kindern den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA näher. Die Hauptrollen spielen ein Tiger und ein Igel.

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Während die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA weiter wachsen, hat das Regime von Diktator Kim Jong-un die Anti-US-Propagandamaschinerie für die Kleinsten gestartet: In einem Cartoon, der seit Mitte der Woche auf dem staatlich kontrollierten Sender KCNA läuft, wird die alte Fabel des Tigers und des Igels neu erzählt.

Auf den ersten Blick sieht der Trickfilm harmlos aus, doch wie BBC schreibt, wird beim genaueren Betrachten klar, worum es wirklich geht. Im Kinderfilm wird eine Gruppe von Tieren im Wald von einem arroganten Tiger angepöbelt. Die verängstigten Tiere, geleitet von einem Hasen mit roter Armbinde, werden vom Raubtier immer wieder schikaniert, der Tiger versucht sie zu unterwerfen.

Der tapfere Igel besiegt den orangen Tiger

Womit der Tiger nicht rechnet, ist ein winziger wütender Igel, der sich zusammenrollt und den Friedensstörer besiegt, indem er ihn mit seinen Stacheln an der Nase verletzt. Während der Tiger flieht, feiern die Waldtiere den heldenhaften Igel für sein taktisches Genie.

Dass hinter der Analogie kein Zufall steckt, beweist auch ein Artikel auf der Newssite von KCNA: In einem Artikel unter dem Titel «Die USA sollten besser davon absehen, Amok zu laufen» kommt ein Mitarbeiter des Wärmekraftwerks Pukchang zu Wort: Die gegenwärtige Ignoranz der USA gegenüber Nordkorea erinnere ihn an die Geschichte des Igels, der den Tiger besiegt, sagt Kim Jong-son.

Die anderen Länder schauen zu, wie Nordkorea siegt

«Im scharfen Kontrast zum tapferen Igel kommen mir die grossen Tiere, die sich vor dem Tiger fürchten, so vor, wie die anderen Länder auf der Welt, die das Vorgehen der USA ohne zu Hinterfragen akzeptieren», meint Kim Jong-son weiter. «Sie zu beobachten, macht mich stolz auf die unbesiegbare Macht unseres Landes.»

Propaganda für den nordkoreanischen Nachwuchs ist allerdings nichts Neues: Kinder werden schon im Kindergarten regelmässig mit Propaganda über die Staatsgründung und den Landesführer Kim Jong-un versorgt. Unter anderem werden die Kleinen für öffentliche Reden und Kundgebungen des Diktators ausgesucht und extra nach Pyongyang gebracht.

(kle)