St. Louis

17. September 2017 07:20; Akt: 18.09.2017 10:39 Print

Chaoten randalieren in Kampfrüstung

Eine friedliche Protestaktion im US-Bundesstaat Missouri gegen «rassistische Polizei» ist eskaliert. Es kam zu grossen Sachbeschädigungen.

In St. Louis protestieren die Menschen gegen den Freispruch eines Polizisten. (16. September 2017) (Video: Tamedia)
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Aus Protest gegen Polizeigewalt sind in der US-Stadt St. Louis zum dritten Mal infolge zahlreiche Menschen auf die Strasse gegangen. Am Sonntagabend (Ortszeit) schlug ein Aufmarsch abermals in Gewalt um, als einige Dutzend Menschen im Stadtzentrum Gegenstände durch Fenster warfen. Die Randalierer zogen teils vermummt durch die Strassen. Einige schützten sich mit einer Art Kampfrüstung, wie Bilder zeigen. (Quelle: Keytone)

Die Polizei nahm mindestens sieben Menschen fest. Einsatzkräfte wurden mit Schutzanzügen und Schildern ins Zentrum der Stadt gebracht, wo es laut Polizei zu «bedeutenden Sachbeschädigungen» gekommen war.

Die Proteste am Sonntag mit zum Teil mehr als 1000 Menschen hatten friedlich begonnen. Unter anderem hielten Hunderte Demonstranten vor der Polizeibehörde der Stadt eine sechsminütige, schweigende Gedenkzeremonie an den schwarzen 24-Jährigen ab, der 2011 von einem weissen Polizisten erschossen worden war.

Männer und Frauen demonstrierten gegen das aus ihrer Sicht ungerechte Urteil in dem Tötungsfall – ein Richter hatte den Polizisten am Freitag vom Vorwurf des Mordes freigesprochen.

Über 40 Festnahmen

Vor und nach der Gedenkzeremonie marschierten die Protestierenden durch die Strassen und riefen Slogans wie «So sieht Demokratie aus». Bereits am Freitag und Samstag hatte es tagsüber friedliche Proteste gegeben, nachts waren sie jedoch in Gewalt eskaliert. Es gab mehr als 40 Festnahmen.

Der Abgeordnete Bruce Franks, ebenfalls Teilnehmer bei den Demonstrationen, sagte, man müsse die gewaltbereiten Aktivisten von den Protestierenden unterscheiden. Erstere seien kein Teil derer, die organisiert ihre Meinung kundtun würden.

Fenster eingeschlagen

Der Gouverneur von Missouri, Eric Greitens, warnte am Sonntag, jeder, der dabei erwischt werde, fremdes Eigentum zu zerstören, werde zur Rechenschaft gezogen. Am Vortag hätten einige Kriminelle entschieden, Fenster mit Steinen einzuschlagen. Sie hätten offenbar gedacht, damit davon zu kommen. «Sie lagen falsch. Unsere Polizisten schnappten sie, legten sie in Handschellen und warfen sie ins Gefängnis», so Greitens via Facebook.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten waren allein am Samstagabend mindestens neun Menschen festgenommen worden. Mindestens die Hälfte aller Geschäfte in der zwei Strassenzüge umfassenden beliebten Ausgehmeile Delmar Loop waren beschädigt worden.

(foa/sda)