Sintflut

03. April 2013 06:33; Akt: 03.04.2013 17:25 Print

33 Tote bei Unwetter in Argentinien

So viel Regen ist in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires an einem Tag seit über 100 Jahren nicht mehr gefallen: Innert zwei Stunden waren die Strassen überflutet, 33 Menschen fanden den Tod.

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Mindestens acht Menschen sind bei einem Rekordregen in Buenos Aires ums Leben gekommen. In knapp zwei Stunden seien am frühen Dienstag 110 Millimeter Regen gefallen, teilte die Wetterwarte der argentinischen Hauptstadt mit.

Bürgermeister Mauricio Macri, der eine Reise in Brasilien unterbrach, erklärte, dass es der zweitgrösste Niederschlag an einem Tag seit 1906 gewesen sei. Insgesamt sei mit 185 Millimetern Niederschlag der Monatsdurchschnitt der vergangenen 100 Jahre für April weit überschritten worden.

Strassen der Stadtteile Saavedra, Núñez und Belgrano im Nordosten der Hauptstadt lagen gut einen Meter unter Wasser. Zahlreiche Fahrzeuge wurden weggeschwemmt oder in unterirdischen Garagen vom Wasser überdeckt, wie der Nachrichtensender TN berichtete.

Auch im südlichen La Plata

Das Gewitter zog am Dienstagabend zur Stadt La Plata, 60 Kilometer südlich von Buenos Aires. Dort fielen in wenigen Stunden 311 Liter Regen auf einen Quadratmeter. Über 3000 Menschen mussten dort evakuiert werden, 25 Menschen fanden den Tod.

Der Sicherheitsminister der Provinz Buenos Aires, Ricardo Casal, erklärte am Mittwoch dem Sender TN, die Opferzahl werde noch ansteigen. In einer Raffinerie des verstaatlichten Erdölunternehmens YPF entstand in der Umgebung der Provinzhauptstadt aufgrund des Unwetters ein Feuer. Nach acht Stunden konnte die Feuerwehr den Brand am Mittwochmorgen löschen.

Wasser fliesst erst nach vier Stunden ab

Ein 60-jähriger Mann sagte der Nachrichtenagentur DPA, er habe aus dem Fenster seiner Wohnung in einem 2. Stock sein Auto 100 Meter wegschwimmen gesehen. Erst vier Stunden nach Ende des Regens habe das Wasser angefangen abzufliessen.

Hunderte nasse Matratzen, Schulhefte, Möbel und Elektrogeräte häuften sich in Müllcontainern auf den Strassen der überschwemmten Stadtteile. Einheiten der Grenzschutzpolizei installierten Feldküchen. Elf Stadtteile blieben bis Dienstagabend noch ohne Strom.

Insgesamt sind nach Angaben Macris 350'000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Der Bürgermeister schob die Verantwortlichkeit für die Folgen der Überschwemmungen der Bundesregierung zu, weil sie der Stadtverwaltung nicht die notwendige Finanzierung für die Erweiterung der unterirdischen Abflusskanäle gewährt habe.

(Quelle: YouTube/itnnews)

(sda)