Alarmierende Zahlen

19. Juni 2013 03:50; Akt: 19.06.2013 11:23 Print

45,2 Millionen Menschen sind auf der Flucht

Seit dem Genozid in Ruanda und dem Krieg in Ex-Jugoslawien gab es nicht mehr so viele Flüchtlinge wie 2012. Fast die Hälfte der Vertriebenen sind jünger als 18 Jahre - und viele ohne Eltern unterwegs.

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Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen ist im vergangenen Jahr um 2,7 Millionen auf 45,2 Millionen Menschen gestiegen. Damit sind nach Angaben des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) so viele Menschen betroffen wie seit 18 Jahren nicht mehr.

«Es handelt sich um alarmierende Zahlen. Seit 1994 - dem Jahr des Genozids in Ruanda und mit einem Krieg in Ex-Jugoslawien - gab es nicht mehr so viele Betroffene», erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres.

Von den 45,2 Millionen Menschen waren nach UNHCR-Angaben 15,4 Millionen Flüchtlinge, 28,8 Millionen innerhalb ihrer eigenen Länder Vertriebene und 937'000 Asylbewerber.

Seit 32 Jahren ist Afghanistan das Herkunftsland der grössten Zahl von Flüchtlingen. 2,5 Millionen Afghanen sind betroffen, wobei 95 Prozent von ihnen in Pakistan und im Iran leben. Auf der Flucht sind auch 1,1 Millionen Menschen aus Somalia und 746'000 aus dem Irak.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge betrug Ende 2012 728'000. Mittlerweile hat sich Syrien auf der traurigen Rangliste aber nach vorne geschoben, wie aus den Angaben des UNHCR hervorgeht. Aktuell gelten demnach 1,6 Millionen Syrer als Flüchtlinge.

Flucht in arme Länder

Noch stärker als früher sind es vor allem Entwicklungsländer, die mit den Fluchtbewegungen konfrontiert sind. In den reichen Ländern suchten vor zehn Jahren noch 30 Prozent der Flüchtlinge Zuflucht, jetzt sind es nur noch 19 Prozent. «Die grosse Mehrheit flüchtet in arme Länder», betonte Guterres.

Am meisten Flüchtlinge pro Kopf der Bevölkerung lebten Ende 2012 in Jordanien vor Tschad und Libanon. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen waren Pakistan, Äthiopien, Kenia und Südsudan bei den Aufnahmeländern an der Spitze.

46 Prozent der Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre, wie das UNHCR weiter schreibt. Kinder, die nicht in Begleitung ihrer Eltern waren, stellten im vergangenen Jahr 21'300 Asylgesuche - das ist die höchste je vom UNO-Hochkommissariat registrierte Zahl.

(kub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernermeitli am 19.06.2013 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradies Schweiz

    da sollten wir uns in der Schweiz sehr glùcklich schätzen....im Gegesatz haben wir alles was wir nòtig brauchen...ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, 1000ende Auswahlen was wir zu essen wollen, KEINEN KRIEG...und alles was sie haben wird ihnen weggenommen....:( ich bin sehr froh das ich in einem Land aufwachsen darf wo man vielleicht nicht reich ist aber trotzdem alles hat... und alle anderen hier in der Schweiz sollten dieses Glück auch schätzen..

  • Patricia am 19.06.2013 06:33 Report Diesen Beitrag melden

    Auffällig

    Wer hat denn da gewütet ? Vor was fliehen die Menschen in Afghanistan oder dem Irak. Sind da nicht ausländische Aggressoren? Ach stimmt, Die USA und GB sind vor Ort.

  • Tina B am 19.06.2013 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Warum schicken wir denen Geld. Diese fliessen sowieso in die Taschen der Regierung. Wir sollten direkt vor Ort helfen,indem wir Schulen,Spitäler,Häuser,Strassen,Brunnen etc. bauen. Habe einmal eine Doku gesehen über eine Schweizerin,die das getan hat. Auch die Medikamente die hier im überfluss waren verteilte sie gratis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ray Kimberly am 19.06.2013 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Anhand diesem traurigen Beispiel...

    sehen wir das Resultat der Westlichen Aggressions und Imperialismus-politik, um die geo politischen Ziele zu erreichen, und wie sehr auf andere Menschen geachtet wird, nämlich gar nicht. Wenn ich solche Bilder sehe, dann wird mir klar, dass man so Grausames nicht rechtfertigen kann, und darf. Die Reichen Konzerne entbrennen, fördern und nutzen Bürgerkriege aus, um ihr eigenes ohnehin schon im übermass vorhandenes Kapital zu erweitern. Stoppt den Westlichen Imperialismus! Hört auf, den Westen zu verherrlichen!!! Die armen und Unschuldigen sind es, die drunter kommen, Kinder di nihts dafür könne

  • Bernermeitli am 19.06.2013 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paradies Schweiz

    da sollten wir uns in der Schweiz sehr glùcklich schätzen....im Gegesatz haben wir alles was wir nòtig brauchen...ein Dach über dem Kopf, sauberes Wasser, 1000ende Auswahlen was wir zu essen wollen, KEINEN KRIEG...und alles was sie haben wird ihnen weggenommen....:( ich bin sehr froh das ich in einem Land aufwachsen darf wo man vielleicht nicht reich ist aber trotzdem alles hat... und alle anderen hier in der Schweiz sollten dieses Glück auch schätzen..

  • Tina B am 19.06.2013 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Warum schicken wir denen Geld. Diese fliessen sowieso in die Taschen der Regierung. Wir sollten direkt vor Ort helfen,indem wir Schulen,Spitäler,Häuser,Strassen,Brunnen etc. bauen. Habe einmal eine Doku gesehen über eine Schweizerin,die das getan hat. Auch die Medikamente die hier im überfluss waren verteilte sie gratis.

  • trau rig am 19.06.2013 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Somit sieht man, dass die Menschheit versagt hat. Anstatt Militärausgaben und was weiss ich zu machen, könnten sich mal alle zusammenreissen und etwas dagegen tun. Leider wird es immer so bleiben, immer die falschen Menschen haben die Macht und wir müssen zuschauen. Das macht richtig wütend!

  • Revere am 19.06.2013 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Westliche Zivilisation.

    In den meisten dieser Ländern war der Westen aktiv und in den übrigen haben Waffenlieferungen den Rest gegeben. Mir scheint es als hätte unsere Zivilisation ein Interesse diese Länder im Chaos zu halten. Unsere "humanitäre Hilfe" bekämpft nur die Symptome. Auf engstirnige Antworten kann ich verzichten.