Erste Stadt

31. Mai 2018 06:11; Akt: 31.05.2018 06:31 Print

Ab heute gilt in Hamburg ein Dieselfahrverbot

In Hamburg gelten seit Donnerstag auf zwei Strassenabschnitten Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge.

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Einzelne deutsche Städte dürfen Fahrverbote für Diesel-Autos zur Luftreinhaltung verhängen. Video: Glomex

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In Deutschland ist das erste Dieselfahrverbot zur Luftreinhaltung in Kraft getreten – in der Stadt Hamburg. Seit Donnerstag gelten auf zwei Strassenabschnitten Durchfahrtsbeschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge, die nicht die aktuelle Euro-Norm 6 erfüllen.

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Die Stadt will damit im Rahmen eines schon im vergangenen Jahr beschlossenen Luftreinhalteplans eine Reduktion der Stickoxidbelastung erreichen. Sie ist die erste in Deutschland, die von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, nachdem das Bundesverwaltungsgericht solche Massnahmen zur Luftverbesserung im Februar in Grundsatzurteilen für prinzipiell zulässig erklärt hatte.

Die Hamburger Fahrverbote stossen in der Bundesregierung auf unterschiedliche Reaktionen. Umweltministerin Svenja Schulze betonte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe ihr Ziel, «dass es überhaupt keine Fahrverbote mehr in Deutschland gibt». Deshalb wolle sie «Zwangssituationen für Kommunen» wie in Hamburg vermeiden. «Wenn ich in der Bundesregierung aber weiterhin keine Unterstützung für die Hardware-Nachrüstungen bekomme, wird das vermutlich nichts.» Durch die Nichteinhaltung der Grenzwerte sind die Gemeinden juristisch angreifbar.

Kritik von Umweltorganisationen

Nach Ansicht des deutschen Verkehrsminister Andreas Scheuer dürfte sich das Problem durch Massnahmen jenseits der Fahrverbote bald erledigt haben. «Wir hatten 2016 noch 90 Städte, in denen die Grenzwerte überschritten wurden, 2017 waren es noch 66», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Vor allem eine intelligente Verkehrslenkung könne dazu beitragen, die Luftverschmutzung «schnell und nachhaltig» zu vermindern. «Ich bin davon überzeugt, dass die Zahl der Städte (mit Grenzwertüberschreitungen) schon sehr bald in den einstelligen Bereich kommt.»

In Hamburg gelten die Durchfahrtsbeschränkungen nur auf kurzen Streckenabschnitten zweier stark befahrener Strassen, an denen auch Luftmessstationen stehen, die bis dato regelmässig Grenzwertüberschreitungen protokollierten. Während die Max-Brauer-Allee für ältere Diesel-Pkw und -Lkw gesperrt ist, sind auf der Stresemannstrasse nur Lkw vom Fahrverbot betroffen. Ausserdem gibt es zahlreiche Ausnahmen für Anwohner.

Umweltorganisationen sehen in der Massnahme reine Symbolpolitik. Es reiche nicht, «nur wenige Hundert Meter Strasse etwas weniger dreckig zu machen», sagte Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl. Saubere Luft für alle gebe es nur mit weniger Autos in den Innenstädten. Der Hamburger Sprecher des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Paul Schmid, forderte flächendeckende Fahrverbote, «die den Menschen helfen und nicht den Messstationen».

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carla am 31.05.2018 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    wird nicht lange dauern, bis die Stadt der Autohasser (auch als "Zürich" bekannt) nachzieht. Nicht, weil es nötig oder sinnvoll wäre. Nein, einfach weil man kann.

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  • Herr Paternoster Live i de Chnelle Uster am 31.05.2018 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    ja henau

    und für was nun genau soll das gut sein

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  • Martin Müller am 31.05.2018 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Dieselverbot

    Und wer bringt die Sachen in die Stadt , wenn nicht die Lastwagen und die fahren leider mit Diesel!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • julio am 31.05.2018 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie nun in die Stadt

    Der ÖV müsste ausgebaut werden. Da in DE die Autolobby regiert und dies für die klamen Städte nicht machbar ist, heisst das Wagen wechseln.

  • Städter am 31.05.2018 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so, nieder mit den gesetzen

    Was soll dass? Ich will mind. 8 spurige strassen durch unsere Städte. Ich will Autos verkaufen ohne Ende. Was soll dass? In den Städten ist die beste und teuerste Wohn Qualität. In 10 Jahren werden 80% der Menschen in Städten wohnen. Also direkt besser 10 Spuren machen, und jedes Jahr die absatzfähigen verdoppeln. Am liebsten mit 100000 Arbeitsplätze an den wichtigsten und meistbefahrenen Strassen der Städte. Alles lügen, die Städte schlucken diese 100000 von Autofahrten ohne Probleme.

  • Klug am 31.05.2018 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    System verstehen

    Da aber an den zwei Strassen gemssen wird und an den umliegenden ja vermutlich nicht, wird die Luftqualität auf dem Papier besser. Man muss nur mit dem System umzugehen wissen (war auch das Motto der Autobauer).

  • Peter Vollenweider am 31.05.2018 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ex Zürcher

    Ja ist doch ganz einfach. Nicht nach Hamburg fahren. Ich gehe such nicht mehr nach Zürich. Man muss sich ja nicht alles bieten lassen. Gibt ja auch noch normale wo man noch willkommen ist. Zum Beispiel Las Palmas.

  • huschmie am 31.05.2018 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral à l'americaine

    Stuttgart, sa wo die umweltfreundlichen Autos mit dem Stern produziert werden, folgt als nächste. Doppelmoral wie in Amerika.