Schweizer Geiseln

06. November 2011 09:18; Akt: 06.11.2011 09:51 Print

Al Kaida-Mann Garsallaoui gibt sich unschuldig

Lebenszeichen vom möglichen Übersetzer der Geiselnehmer. Doch Moezeddine Garsallaoui versichert, nichts mit der Entführung von Daniela W. und David O. in Pakistan zu tun zu haben.

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Am 17. März 2012 kommt das in Pakistan entführte Schweizer Paar wieder in der Schweiz an. Das Paar traf gegen 13.30 Uhr am Flughafen Zürich-Kloten ein. Mit einem Stofftier winkt Daniela W. aus dem Auto ihren Verwandten zu. Das erste Bild: David O. und Daniela W. sind wieder auf freiem Fuss ... ... und wirken zumindest auf den ersten Blick unversehrt. Die 28-jährige Daniela W steigt aus dem Helikopter auf der Qasim-Militärbasis in Rawalpindi, Pakistan, ... ... gefolgt von ihrem 31-jährigen Freund David O. Am 27. Dezember 2011 wurden den Medien neue Bilder der Schweizer Geiseln zugespielt. Oliver O. und Daniela W. vor einem schwarzen Banner. Die Berner Daniela W. und ... ... Oliver O. sind seit dem 1. Juli in der Gewalt der Taliban. In einem am 25. Oktober 2011 veröffentlichten Video melden sich die beiden Schweizer Geiseln zu Wort. Im Juli entführt und seither vermisst: David O. und Daniela W. Bei den Geiseln handelt es sich um einen aktiven Polizisten und eine ehemalige Beamtin der Kantonspolizei Bern. Die beiden waren auf einer privaten Reise in Pakistan. Sie waren von der Hauptstadt Islamabad her in die südwestliche Provinz Belutschistan gereist. In der Region Loralai wurden sie von bewaffneten Kidnappern verschleppt. Ihr blauer VW-Bus wurde verlassen aufgefunden. Warum sich die beiden in dem gefährlichen Gebiet an der Grenze zum Iran und zu Afghanistan aufhielten, wurde nicht mitgeteilt. Waliur Rehman (M.), die sagt, dass die entführten Schweizer in seiner Hand sind. Sie seien nicht gefoltert worden. Er wollte die Schweizer erst gegen die in den USA inhaftierte austauschen. Siddiqui, die in den USA studierte, war wegen des Tötungsversuchs von US-Beamten in Afghanistan verurteilt worden. Mittlerweile sind die Entführer von dieser Forderung abgerückt.

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Moezeddine Garsallaoui will nichts mit der Entführung von Daniela W. und David O. in Pakistan zu tun haben. Diese kurze Botschaft sandte der Kadermann der al-Kaida in den vergangenen drei Wochen zweimal an Empfänger in Europa. Garsallaoui steht im Verdacht, er könnte dank seiner in der Schweiz erworbenen Sprachkenntnisse das auf Berndeutsch aufgezeichnete Geiselvideo für die Taliban zur Kontrolle übersetzt haben.

«Le Temps» berichtete gestern über eine der Botschaften, ohne nähere Angaben zu Empfänger oder Quelle zu machen. Informanten der «SonntagsZeitung», die in die Überwachung Garsallaouis involviert sind, bestätigen, es würden zwei relativ aktuelle Mitteilungen des gebürtigen Tunesiers existieren. Er hält sich sehr wahrscheinlich um Miran Shah in den pakistanischen Stammesgebieten auf, wo eine Talibangruppe die Schweizer festhält.

Wahrscheinlich wurden Botschaften von Garsallaoui an private Kontakte via Internet abgefangen. In beiden Meldungen meinte er vage, er habe nichts mit der Entführung und dem Festhalten zu tun. Das Geiselvideo, auf dem ein Bewaffneter unkenntlich gemacht wurde, erwähnte er offenbar nicht.

(kub)