Ferien in Nordkorea

01. Mai 2017 13:53; Akt: 01.05.2017 14:32 Print

Auf Kims Skipisten herrscht gähnende Leere

Es gibt fast nichts, das es nicht gibt. In Nordkorea hat Kim Jong-un vor einigen Jahren ein Skigebiet gebaut. Neue Aufnahmen zeigen aber: Die Pisten sind leer.

Tote Hose in Nordkoreas Skigebiet: Kim Jong-un errichtete ein Luxusskigebiet – in einem der ärmsten Länder der Welt. (Video: Tamedia/AFP)
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2011 gewann Südkorea die Ausschreibung für die Olympischen Winterspiele 2018. Kurz darauf begann auch Nordkoreas Diktator Kim Jong-un damit, in einem zuvor unerschlossenen Gebiet das Skiresort Masik-Ryong zu bauen, das er zwei Jahre später eröffnete. Es ist das erste – und bislang einzige – im Land.

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Einige sagen, dass Kim das Skigebiet als Reaktion auf die im Norden Südkoreas stattfindenden Winterspiele gebaut habe, andere meinen, dass sich der Diktator während seiner Schulzeit in der Schweiz in den Wintersport verliebt habe.

Leere Pisten in Kim Jong-uns Skigebiet

Nach FIS-Vorgaben gebaut

Fest steht, dass das Skigebiet ein Prestigeprojekt des nordkoreanischen Machthabers ist, das er auch schon zur Propaganda genutzt hat, wie der «Spiegel» einmal schrieb. Nun sind neue Videoaufnahmen aus Masik-Ryong aufgetaucht. Sie zeigen leere Pisten, einsame Hänge und nur wenige geübte Skifahrer.

Das Skigebiet ist nach internationalen Standards gebaut und entspricht sogar den Vorgaben des Weltskiverbands FIS. Ähnlich wie in Europa gibt es in Kims Skigebiet Schnee zwischen November und April. Zudem hat er das Gebiet mit künstlichen Wasserreservoirs und Schneekanonen ausgestattet.

Nordkoreaner sollen an Olympische Spiele

Mitten in dem Resort steht das Masik-Ryong-Hotel. Kim hofft, mit dem Skigebiet Touristen aus den Nachbarländern anzulocken. Für die Asiaten entlang der Ostküste gebe es kein ähnlich gut gelegenes Skigebiet.

Weiter hofft Kim, dass es in Zukunft Nordkoreaner gibt, die das Land an Olympischen Winterspielen vertreten können. In Sotschi 2014 hatte das niemand geschafft.

(vbi/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 01.05.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkoreaner

    Falls mal ein Nordkoreaner an olympischen Spielen teilnehmen sollte, wird er wohl kaum mehr freiwillig in sein Land zurückkehren wollen.

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  • Dada am 01.05.2017 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Wartezeit...

    Das ist doch super: Da muss man am Skilift nicht anstehen...

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  • Conny am 01.05.2017 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts

    Wen wunderts? Wenn das Volk nichtmal ernstfahft was zu essen hat weil es sich das nicht leisten kann, wie sollen sie sich denn ein solchen (unnötigen) Luxus leisten können? Und ja, ich war dort. Ich weiss wovon ich rede

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Son Goku am 02.05.2017 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Show

    Nun ja, die Skifahrer gehen halt nur Vormittags auf die Piste, am Nachmittag gehen sie wieder arbeiten oder gehen ihren Freizeitaktivitäten nach. So zumindest die Info im Spital auf der Guided Tour, auf die Frage warum keine Patienten zu sehen sind.

  • Mickey am 02.05.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jeden Tag das selbe

    Lasst doch die Koreaner in Ruhe. Jeden Tag ein Bericht, welche Koreaner erniedrigen soll, nervt gewaltig. Habt ihr keine eigenen Probleme?

  • JJ17 am 02.05.2017 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Rüdiger Frank

    Schade, dass sich die wenigsten, welche hier kommentieren, wirklich mit Nordkorea befassen. Und mit wirklich befassen meine ich nicht, nur jeden Artikel in 20 min zu lesen. Kleiner Tipp: Googlet mal nach Rüdiger Frank, dem führenden Nordkorea-Experten im deutschsprachigen Raum. Er reist jährlich 2 mal nach Nordkorea, gibt sehr spannende Berichte und Interviews von ihm.

  • Tigris von Gallien am 02.05.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht glauben

    Glaubt dochnicht jeden Mist. Hier kann ich auch um 9 am Morgen leere skipisten fotografieren.

  • Wilhelm am 02.05.2017 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr der Geiselnahme

    Wer wollte dort auch skifahren ausser Parteibonzen ? Als nach der Ermordung eines hohen dissidenten Nordkoreaners in Malaysia durch Agenten des Diktators ein diplomatischer Konflikt ausbrach und das kommunistische Land malaysische Arbeiter und Touristen als Geiseln behielt, kann sich jeder ausmalen, in welche Gefahr er sich da begibt.