Korruptions-Affäre

07. Dezember 2012 21:35; Akt: 07.12.2012 23:27 Print

BVK-Prozess geht in die zweite Runde

Auch nach der Verurteilung des Ex-Anlagechefs der BVK, Daniel Gloor, ist die Korruptionsaffäre noch nicht ausgestanden. Zwei der sechs Fälle werden noch einmal vor Gericht verhandelt.

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Am 11. Juli 2012 stand , der ehemalige Anlagechef der Zürcher Pensionskasse BVK, vor Gericht. Ihm und weiteren Beschuldigten wird vorgeworfen, jahrelang mit Millionenbeträgen jongliert zu haben. Das Urteil gegen alle Angeklagten wird voraussichtlich am 28. November eröffnet. Eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) schätzte am 2. Oktober, dass durch Gloors Machenschaften entstanden ist. Gloor verfügte als Anlagechef der BVK über einen riesigen Geldbetrag, den er investieren konnte. Er vergab Geschäfte an Firmen seiner Komplizen, wovon diese profitierten. Im Gegenzug überwiesen sie Gloor einen Teil der Einkünfte oder beschenkten ihn mit Ferien oder Naturalien. Als Anlagechef der BVK hatte während Jahren die Fäden in der Hand. Von 1995 bis zu seiner Verhaftung im Mai 2010 war er für die Verwaltung des BVK-Vermögens verantwortlich. Er hatte gemäss Anklage nicht nur Bestechungsgelder kassiert, sondern der BVK durch riskante Investitionen auch grossen finanziellen Schaden beschert. Mitangeklagt war ebenfalls Laut dem «Tages-Anzeiger» hatte der Devisenhändler seinen Militärfreund Gloor mit 863'000 Franken bestochen, um im Gegenzug lukrative Geschäfte zu erhalten. wird ebenso Bestechung vorgeworfen. Er war zunächst für die Firma tätig, welche die Aktivitäten der BVK überwachen sollte. Später gründete er eine Investmentfirma und verlor riesige Geldsummen der BVK, kassierte aber Provisionen. Einen Teil davon soll er Gloor zugeschaufelt haben. Die PUK verschont aber auch die Chefs der BVK nicht, die Finanzdirektoren des Kantons Zürich während der Zeit des Schlamassels. Der Vorwurf: Sie hätten versagt und zu lange zugeschaut. , in Erinnerung wegen seiner unrühmlichen Rolle beim Swissair-Debakel, hatte Gloor zum BVK-Anlagechef ernannt. Honegger stand der Zürcher Finanzdirektion von 1991 bis 1999 vor. Abgelöst wurde Honegger von , Finanzdirektor von 1999 bis 2005. In seiner Zeit sind laut der PUK mehr Unterlassungen geschehen als in den Amtszeiten seiner Kollegen. Von 2005 bis 2011 hiess der Finanzdirektor Aktuell steht der Zürcher Finanzdirektion vor. Die PUK verzichtet darauf, ihren Rücktritt zu fordern.

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Die Korruptionsfälle in der Zürcher Beamtenversicherungskasse (BVK) werden die Gerichte weiter beschäftigen. Der Staatsanwalt hat gegen zwei der sechs Urteile des Zürcher Bezirksgerichts in der BVK-Affäre Berufung eingelegt.

Nicht einverstanden ist Staatsanwalt Robert Braun unter anderem mit einem Freispruch. Braun bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA eine entsprechende Meldung des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Schweizer Radio DRS vom Freitagabend.

Das Zürcher Bezirksgericht fällte seine Urteile Ende November. Den Hauptangeklagten, den ehemaligen BVK-Anlagechef Daniel Gloor, verurteilte es zu sechs Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe. Wegen Fluchtgefahr war er noch im Gerichtssaal verhaftet und in Sicherheitshaft gesetzt worden.

Gloor wurde der mehrfachen passiven Bestechung, der mehrfachen ungetreuen Amtsführung, der mehrfachen Geldwäscherei und der mehrfachen Verletzung des Amtsgeheimnisses schuldig gesprochen.

Verurteilt hatte das Gericht auch vier der fünf Mitangeklagten, die Gloor bestochen hatten, und als Gegenleistung lukrative Aufträge erhielten. In einem Fall entschied sich das Bezirksgericht für einen Freispruch wegen Verjährung.

(sda)