Drama auf Philippinen

06. Dezember 2012 03:51; Akt: 06.12.2012 09:21 Print

Taifun Bopha – Opferzahlen steigen stündlich

Der Taifun Bopha hat auf den Philippinen gewütet. Die Opferzahl steigt stündlich an. Ausserdem hat der Tropensturm rund 180'000 Menschen obdachlos gemacht.

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Taifun Bopha, der am 4. Dezember über die Philippinen gefegt war, hat über 1000 Opfer gefordert. 844 Menschen werden noch vermisst. Die humanitäre Lage war angespannt: Evakuierte Kinder warten hier auf die Ausgabe der Essensration. Drei Tage nachdem der Taifun Bopha über die Philippinen gefegt ist werden immer noch Tote geborgen. Die Suche und der Transport der Leichen sind äusserst beschwerlich. Derweil verteilt der philippinische Präsident Benigno Aquino III. ganz in der Nähe Hilfsgüter an Obdachlose, die in einer Sportanlage in New Bataan untergekommen sind. Andere tragen ihre Güter nach Hause. Der Weg über die umgestürzten Bäume ist halsbrecherisch. Doch neben den Baumstämmen ist es auch nicht einfacher. Der Schlamm ist knietief. Bis am 7. Dezember wurden mindestens 500 Tote geborgen. Ein Regierungsbeamter, der Hilfsgüter verteilt hat, ruht sich kurz aus. Tausende haben ihr Haus verloren. Sie nächtigen in Schulzimmern ... ... oder in Zelten. Mitarbeiter der Küstenwache beladen ihr Schiff mit Hilfsgütern für die Opfer des Taifuns Bopha. Der Taifun Bopha hat auf den Philippinen massive Schäden hinterlassen. Im Compostela-Tal räumen Bewohner am 6. Dezember auf. Der Taifun hat mindestens 475 Todesopfer gefordert. 300'000 Menschen verloren ihr Obdach. Beinahe 400 Menschen werden noch vermisst. Der Taifun «Bopha» erreichte am 4. Dezember 2012 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 185 Kilometern in der Stunde. (Bild: Der Taifun am 2. Dezember auf seinem Weg Richtung Philippinen) Nach den verheerenden Tropensturm, bei dem vor einem Jahr auf Mindanao mehr als 1200 Menschen ums Leben kamen, hatten die Behörden vorgesorgt. «Bopha» ist bereits der 16. schwere Sturm, der in diesem Jahr auf die Inselgruppe im Westen des Pazifiks trifft. Der Taifun ist der bislang mächtigste Sturm der Saison. Am Dienstag herrschte auf der Insel Ausnahmezustand: Tausende Familien wurden vorsichtshalber in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden hatten vor Erdrutschen und Sturzfluten gewarnt. Der Schulbetrieb war eingestellt worden und mehr als 100 Flüge wurden gestrichen. Der heftige Sturm war am Dienstagmorgen bei Baganga an der Ostküste der Insel Mindanao auf Land getroffen. Nach Angaben eines Militärsprechers waren unter den Vermissten auch sechs Soldaten. Im Schnitt durchleben die Anwohner der Philippinen etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im August wurden in dem südostasiatischen Land bei mehreren Unwettern rund 100 Menschen getötet.

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Nach dem Taifun im Süden der Philippinen wird das Ausmass der Katastrophe immer deutlicher: Mindestens 475 Menschen kamen ums Leben. Fast 400 Personen würden überdies noch vermisst, sagte Innenminister Manual Roxas am Donnerstag. Wie die Zivilschutzbehörde mitteilte, wurden aus den am schwersten betroffenen Provinzen Compostela-Tal und Davao Oriental sowie sechs anderen Gebieten weitere Leichen geborgen. An der Ostküste der Insel Mindanao seien 258 Leichen gefunden worden, weitere 191 Tote habe es rund um die Städte New Bataan und Monkayo gegeben.

Dies sagte der Leiter der Rettungseinsätze, Ariel Bernardo, am Donnerstag. Weitere Leichen wurden nach Angaben des Zivilschutzes in anderen Teilen von Mindanao sowie auf den zentralen Inseln der Philippinen gefunden. Zudem hätten rund 180'000 Menschen ihr Obdach verloren und seien in Schulen und Turnhallen untergebracht worden. 377 Menschen würden derzeit vermisst.

Nach eintägiger Suche von Soldaten und Freiwilligen sei kein einziger Vermisster gefunden worden, sagte Roxas, der in der Gebirgsstadt New Bataan eingetroffen war, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Möglicherweise seien ganze Familien fortgeschwemmt worden.

Wegen zerstörter Strassen wurden Rettungsmannschaften der Streitkräfte mit Helikoptern in die Gegend um New Bataan im Compostela-Tal gebracht. Tausende Menschen harrten in Notunterkünften aus.

«Wir suchen überall»

Seit Dienstagmorgen wurden in der am stärksten betroffenen Region 184 Todesopfer gezählt, wie eine Regierungssprecherin der Nachrichtenagentur AP sagte. Darunter seien 66 Bewohner und Soldaten, die von einer Sturzflut weggerissen wurden, die zwei Notunterkünfte und ein Feldlager in New Bataan überschwemmte.

Rund 80 Menschen wurden dabei verletzt. «Es ist schwer zu sagen, wie viele noch vermisst werden», sagte die Sprecherin. «Wir suchen überall.»

Am Mittwoch glich New Bataan einer schlammigen Trümmerlandschaft aus zusammengestürzten Häusern und entwurzelten Bäumen. Vor einer Stadthalle wurden mehrere Leichen aufgebahrt.

Schwere Schäden richtete der Sturm auch an den für die Region überlebenswichtigen Landwirtschaftsflächen an. Auf einer Plantage wurden tausende Bananenbäume entwurzelt.

Der Gouverneur der Provinz Compostela Valley sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Wasser- und Schlammmassen seien sehr schnell und unerwartet über die Region hereingebrochen. Das Wasser sei auch von Speichern auf den Bergen gekommen, die für die Landwirtschaft genutzt würden.

Weitere Provinz stark betroffen

In der nahe gelegenen Provinz Davao Oriental kamen 115 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen durch Überschwemmungen und umstürzende Bäume, wie ein Sprecher vor Ort mitteilte. 98 Menschen wurden noch vermisst. Die Behörden meldeten weitere Todesfälle in anderen Regionen.

Wegen des Sturms wurden mehr als 100 Flüge abgesagt. «Bopha» hatte den Süden der Philippinen am Dienstag erreicht. In zahlreichen Gegenden fiel der Strom aus.

Die Philippinen werden jedes Jahr von rund zwanzig Taifunen heimgesucht. Im Taifun «Washi» kamen im vergangenen Jahr rund 1500 Menschen ums Leben.

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(Quelle: Reuters)

(sda/dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kevin keller am 06.12.2012 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber erlebt nicht zu spassen

    hab auf den philippinen selber taifuns erlebt und bin immer wieder traurig den ich versteh die leute mit ihrem leid sie haben kein geld und trotzdem wird ihnen alles genommen.

  • Bob Know am 05.12.2012 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Hat NY eigentlich wieder Strom??

    • zero am 05.12.2012 18:11 Report Diesen Beitrag melden

      es reicht

      haben wir nicht schon genug darüber gelesen?? mit hängt der ganze amisismus langsam zum hals raus....wie wenn wir selbst amis wären!

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  • Palawan Girl am 05.12.2012 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vor Ort

    Wow....bin gerade im Norden Palawans. bei uns ist der taifun zwar vorbei gezogen aber es hat uns nicht schwer getroffen, mehr Regen als üblich, gerade sehr windig aber ansonsten nicht viel. Hätte nicht gedacht dass es andere Gegenden so schwer getroffen hat. Hoffen wir mal dass es vorbei ist.

    • marius am 05.12.2012 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht vor ort

      palawan ist mehr als 700km von davao entfernt. Das ist nicht gerade vor ort...

    • Cebu-Kari am 06.12.2012 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      Palawan Girl war vor Ort

      Antwort an Marius. Was weisst Du von den Philippinen und dem Typhoon? Der Typhoon hat das Gebiet der Philippinen direkt über den Norden Palawans verlassen. Und zwar um die Zeit, als Palawan Girl geschrieben hat! Du hast 100 Punkte: Dein Beitrag wurde abgedruckt.

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  • S.D. am 05.12.2012 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde es schlimm...

    Finde es schön von 20min darüber zu berichten. BRAVO! Ansonsten findet es JA wohl niemand für nötig!? Sind ja NUR die Philippinen und nicht NY !!!

    • Sämi am 05.12.2012 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Prosit

      Du findest es schön, dass darüber berichtet wird? Ich fänds schön, wenn es nicht passiert wäre. Aber du findest es schön!?

    • S.D. am 05.12.2012 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Taifun

      es ist absolut traurig was dort gerade passiert! Als NY vom Taifun bedroht wurde war es in allen Kanälen zu lesen und hören und sehen. Passiert das selbe auf den Philippinen... hört, sieht, liest man gar nichts. Das wollte ich damit sagen.

    • Peter Vögeli am 06.12.2012 04:26 Report Diesen Beitrag melden

      Mal positive Berichte

      Schön wäre mal positive Berichte aus den Philippinen lesen zu können. Man liest hier leider nur was von dem Land wenn ein Unglück geschieht!

    • Herbert C. am 06.12.2012 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ich auch

      Ich finde es auch schön, das 20 min. darúber berichtet.

    • 20minkritiker am 06.12.2012 07:38 Report Diesen Beitrag melden

      @S.D.

      Genau das ist mir auch durch den Kopf gegangen! IN NY gab es wieviele..? 43 Tote? und in den Phillipinen 320? Ist eigentlich tragisch von 20 min, dass dieser Artikel dann erst benahe zu unterst aufgeschaltet ist. Wenn es NY wäre hätten wir seit 3 Tagen nichts anderes in den Medien... aber wie du sagtst, sind ja NUR die Phillipinen.. Aber angesichts dessen, dass dies den Menschen dort genau so wenig nützen würde, wenn hier ein Artikel weiter oben auf der Website stehen würde, hoffe ich dass dieser Taifun nicht noch mehr Menschenleben fordert.

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  • generalluna am 05.12.2012 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Arm - und angeblich reich

    Es ist klar, jedes Todesopfer ist zu viel - aber wie war das "Theater" wegen Sturm "Sandy" in den USA? Warum wohl?

    • frage am 05.12.2012 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      Generalluna

      wie darf man deine Aussage verstehen?

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