Geheimdienst-Chef

12. Dezember 2014 11:36; Akt: 12.12.2014 12:13 Print

CIA zweifelte an der Verbindung 9/11 und Irak

Die Verbindung des Irak zu den 9/11-Terroranschlägen diente seinerzeit als Grund für den Einmarsch in das Land. Nun wird bekannt: Die CIA glaubte nicht an diese Version.

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CIA-Chef John Brennan informierte den demokratischen Senator Carl Levin im März über die Zweifel des Auslandsgeheimdienstes an der Verbindung zwischen dem Irak und 9/11. (Bild: Keystone/AP/Pablo Martinez Monsivais)

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Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte nach Angaben seines Chefs John Brennan massive Zweifel an einer Verbindung zwischen dem Irak und den Attentätern vom 11. September 2001 – einem der Hauptgründe Washingtons für den Einmarsch im Irak 2003.

Die CIA gab am Donnerstag (Ortszeit) ein entsprechendes Schreiben von Brennan frei, dass dieser im März an den demokratischen Senator Carl Levin geschickt hatte. Darin schreibt Brennan, Geheimdienstleute hätten seinerzeit «erhebliche Zweifel» an einem angeblichen Treffen zwischen Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten, und einem irakischen Agenten in Prag vor 9/11 geäussert.

Cheneys Version wurde nie bewiesen

Die Version von dem Treffen im April 2001 hatte der damalige US-Vizepräsident Dick Cheney verbreitet, um damit eine Verbindung zwischen dem Irak und den Attentätern herzustellen und den bevorstehenden US-Einmarsch im Irak zum Sturz von Präsident Saddam Hussein zu rechtfertigen.

Levin sagte, Cheney habe wiederholt behauptet, auch bei mehreren Auftritten im Fernsehen, das Treffen in Prag mit dem irakischen Geheimdienstmann Ahmed Chalil Ibrahim Samir al-Ani habe stattgefunden. Doch Brennan zufolge konnte die CIA niemals nachweisen, dass sich Atta zum fraglichen Zeitpunkt in der tschechischen Hauptstadt aufgehalten habe.

Öffentlichkeit «in die Irre geführt»

Der Senator aus Michigan warf der Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush vor, die Öffentlichkeit vor Beginn des Irakkriegs mit über 4400 toten US-Soldaten «in die Irre geführt» zu haben.

Levin sagte im Senat, das «angebliche Treffen» habe im Mittelpunkt einer «Kampagne» gestanden, mit der «der Eindruck eines Bündnisses zwischen Saddam und den Al-Kaida-Terroristen» erweckt werden sollte. Er habe die CIA gebeten, das Brennan-Schreiben freizugeben, um den Amerikanern einen vollständigen Bericht darüber geben zu können, wie es zum Irakkrieg gekommen sei.

Zwei entführte Passagierflugzeuge waren am 11. September 2001 auf das New Yorker World Trade Center gestürzt, das danach einstürzte. Ein weiteres Flugzeug traf das Verteidigungsministerium nahe Washington, eine vierte entführte Maschine stürzte in Pennsylvania ab. Rund 3000 Menschen kamen ums Leben.

(sda)