Umstrukturierung

02. Januar 2016 07:28; Akt: 02.01.2016 08:07 Print

China modernisiert Militär mit drei neuen Einheiten

Präsident Xi Jinping nimmt strukturelle Veränderungen in der Volksarmee vor, um die Schlagkraft der Truppe zu erhöhen. Zudem ist ein zweiter Flugzeugträger in Bau.

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Die Anzahl Streitkräfte will Chinas Präsident auf zwei Millionen reduzieren: Parade der chinesischen Armee. (Symbol) (Bild: Keystone/AP/Chinatopix)

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Chinas Arsenal strategischer Raketen werde künftig einer neuen Armeeeinheit unterstellt, zitierten staatliche Medien Präsident Xi Jinpings Ankündigungen. Dies betreffe sowohl die konventionellen Geschosse als auch die Raketen mit Atomsprengköpfen, sagte der Staatschef laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bei einer Zeremonie zur Gründung der neuen Armeeeinheit. Laut Xinhua wurde dabei auch das neue Generalkommando vorgestellt, das fortan als Hauptquartier für die Bodentruppen dienen soll, sowie eine neue Einheit zur Unterstützung der Kampftruppen.

Bei den Neuerungen handele es sich um «eine grössere politische Entscheidung, um Chinas Traum von einer starken Armee zu verwirklichen», wurde Xi zitiert. Die Anzahl von momentan 2,3 Millionen Streitkräften will der Staatschef um 300.000 auf rund zwei Millionen verringern, zugleich soll aber die Qualifikationen der Soldaten verbessert werden.

Die Marine wird kräftig ausgebaut

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die neue Einheit für das Raketenarsenal stelle keinen Kurswechsel in Chinas Atompolitik dar. «Chinas Atompolitik und Atomstrategie sind beständig, es gibt keine irgendwie geartete Veränderung», erklärte der Sprecher. China rüstet seine Streitkräfte seit Jahren kräftig auf und baut insbesondere seine Marine aus. Gegenüber Nachbarländern wie Japan, Taiwan und den Philippinen tritt China im Süd- und Ostchinesischen Meer zunehmend aggressiv auf.

Die Militärreform kommt zu einem Zeitpunkt, in dem China bestimmter auf Gebietsansprüche im Ostchinesischen und im Südchinesischen Meer pocht. Das hat Spannungen mit Nachbarstaaten ausgelöst. Zu den Reformplänen zählt auch, alte Ausrüstung aus dem Sortiment zu nehmen. Auch neue Waffensysteme sind geplant.

Bau von zweitem Flugzeugträger

Erst am Donnerstag gab Peking den Bau eines zweiten Flugzeugträgers bekannt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking sagte, das Kriegsschiff werde in der nordöstlichen Hafenstadt Dalian nach eigenen Plänen konstruiert. Er bestätigte damit seit Monaten andauernde Gerüchte. Chinas erster Flugzeugträger ist ein mehr als 25 Jahre altes sowjetisches Schiff, das Peking von Moskau erworben und 2012 nach Umbauarbeiten in Dienst genommen hatte.

Nach Angaben des Ministeriumssprechers wird der neue Flugzeugträger eine Verdrängung von 50.000 Tonnen und einen konventionellen Antrieb haben - also nicht mit Atomkraft betrieben werden. Er soll demnach mit chinesischen Kampfflugzeugen vom Typ J-15 ausgerüstet werden.

(afo/sda/afp)