Verschollenes Flugzeug

13. März 2014 07:00; Akt: 16.03.2014 23:23 Print

Experten glauben an einen Absturz von MH370

Aktuell deutet vieles auf eine Entführung der Boeing hin. Experten glauben nicht an eine geglückte Landung. Verfolgen Sie die Entwicklung im Ticker.

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Bereits am berichtete der australische Premierminister Tony Abbott von zwei möglichen Flugzeugteilen, die im Indischen Ozean gesichtet wurden. Der Co-Pilot der verschollenen Maschine wollte seine grosse Liebe Nadira Ramli nach neun Jahren Beziehung heiraten. Seine Verlobte hat noch «einen Schimmer Hoffnung». Die Allianz-Versicherung beginnt mit den Auszahlungen an die Angehörigen und die Fluggesellschaft. Nach unbestätigten Angaben liegt die komplette Versicherungssumme der Zeitung «Handelsblatt» zufolge bei 100 Millionen Dollar. China kritisiert das Vorgehen bei der Suche nach dem verschollenen Flugzeug. Malaysia, Boeing, Rolls-Royce und die USA haben zu schlecht informiert. Am veröffentlicht der US-Radiosender WNYC 634 mögliche Landebahnen für die Boeing 777; ob bei der Auswahl der Strecken auch die Flügelspannweite des Flugzeugs miteinbezogen wurde, ist unklar. Jüngste Erkenntnisse deuten auf eine Flugzeugentführung hin - das lässt Angehörige weiter hoffen. Doch Experten glauben nicht an einen glimpflichen Ausgang. Ein chinesischer Satellit machte diese Aufnahmen im Golf von Thailand. Experten glauben den weissen Fleck als Flugzeugteile identifiziert zu haben. Die Polizei veröffentlichte am die Bilder der mutmasslichen Passdiebe. Der Chef der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, beschreibt einen der mutmasslichen Passdiebe bei einer Pressekonferenz als ähnlich aussehend wie Mario Balotelli, Stürmer bei der AC Milan. Die USA untersuchen die Fingerabdrücke und Fotos der beiden Männer, die mit gestohlenen Pässen an Bord der Unglücksmaschine gestiegen sind. Die Ermittler gleichen die Informationen mit jenen von bekannten Terroristen ab. Der malaysische Transportminister Hishammuddin Husse informiert darüber, dass Videoaufnahmen der Passdiebe existieren: «Ich kann bestätigen, dass wir Material von Überwachungskameras (über die beiden) haben.» Am Sonntag stand bei den Suchaktionen auf dem Wasser dieses mögliche Wrackteil im Fokus. 40 Schiffe und 22 Flugzeuge sind an der Suche beteiligt. Die Studentin Jessie Yee Wai Ching hatte grosses Glück: Sie hatte ein Ticket für den Unglücksflug gebucht, kam aber zu spät am Flughafen an und verpasste ihn. Diese Luftaufnahme soll die Ölspuren im Meer 250 Kilometer vor Vietnam zeigen. Das Flugzeug der Malaysia Airlines ist rund zwei Stunden nach dem Start verschollen. Es war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. An Bord seien 239 Personen gewesen, erklärt ein Sprecher der Airline am Samstag, 8. März, den Medien. Ein Fischerboot in der Nähe der mutmasslichen Absturzstelle südlich der Insel Phu Quoc. Medien belagern eine Frau am Flughafen von Kuala Lumpur. Ein Mitglied ihrer Familie befand sich an Bord der vermissten Maschine. Angehörige eines Passagiers am Flughafen in Peking. Weinende Frau am Flughafen in Peking. Am Flughafen in Kuala Lumpur wurde ein Bereich für Angehörige der Passagiere des vermissten Flugzeugs eingerichtet.

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Eine Woche wurde fieberhaft gesucht, doch das Verschwinden von Flug MH370 wurde nur immer mysteriöser. Nun geht die malaysische Regierung von einer Entführung oder von Sabotage aus.

Grund: Die Signalanlagen der Boeing 777 seien vorsätzlich abgeschaltet und der Kurs geändert worden, sagte der malaysische Ministerpräsident Najib Razak am Samstag in Kuala Lumpur. Er selbst wollte öffentlich noch nicht von einer Entführung sprechen. Doch hatte ein malaysischer Regierungsbeamter diese bereits zuvor bestätigt.

Das Flugzeug war am frühen Morgen des 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord spurlos verschwunden. Eine intensive und immer breiter angelegte Suche in den vergangenen Tagen hatte nichts ergeben. Nun soll in einem noch viel grösseren Radius weiter gefahndet werden. «Die Suche nach Flug MH370 hat ganz klar eine neue Phase erreicht», sagte der Regierungschef. «Wir hoffen, diese neue Information bringt uns einen Schritt näher zum Auffinden des Flugzeugs.»

Kommunikationssystem manipuliert

Die Ermittler wüssten jetzt, dass die Maschine auf ihrem Flug nach Peking abgedreht und über Malaysia geflogen sei, sagte er. Der seit Tagen kolportierte Kontakt mit einem Militärradar nahe der Strasse von Malakka sei inzwischen bestätigt. Zudem sei man sicher, dass die Kommunikationssysteme der Maschine manipuliert worden seien. So sei das Meldesystem Acars schon vor Erreichen der Ostküste Malaysias deaktiviert worden. Kurz danach habe jemand an Bord auch den Transponder abgeschaltet, der den Kontakt zu Fluglotsen am Boden hält.

Dennoch sendete das Flugzeug nach Najibs Worten weiter Signale aus. Das letzte davon sei sieben Stunden und 31 Minuten nach dem Start des Flugzeugs aufgefangen worden – also etwa sechseinhalb Stunden nach dem Verschwinden von dem Radar. Nach Einschätzung von Luftfahrtexperten hatte die Maschine genügend Treibstoff für einen etwa achtstündigen Flug. «Das Ermittlerteam stellt nun weitere Berechnungen an, wie weit das Flugzeug bis zum Zeitpunkt des letzten Kontakts geflogen sein könnte», sagte der Ministerpräsident.

Verschwinden des Flugzeugs wird als Entführung erachtet

Die Behörden versuchen seinen Angaben zufolge, das Flugzeug auf zwei möglichen Korridoren aufzuspüren – einem nördlichen Korridor von der Grenze zwischen Kasachstan und Turkmenistan bis nach Thailand und einem südlichen Korridor von Indonesien zum südlichen Indischen Ozean.

Vor den im Fernsehen übertragenen Äusserungen des Ministerpräsidenten hatte ein Regierungsbeamter die Information preisgegeben, dass das Verschwinden des Flugzeugs als Entführung erachtet werde. Najib betonte, man ermittle noch, was zum Abdrehen des Flugzeugs geführt haben könnte, doch fügte er hinzu: «Nach den jüngsten Entwicklungen, konzentrieren sich die malaysischen Behörden bei den Ermittlungen nun auf die Crew und die Passagiere an Bord.»

Spekulationen über Suizid des Piloten

Zuletzt waren Spekulationen über einen möglichen Selbstmord des Piloten oder des Co-Piloten aufgekommen. Die Behörden untersuchen deswegen den privaten Hintergrund der beiden Piloten sowie der zehn anderen Besatzungsmitglieder und der 227 Passagiere. Nach Angaben von Augenzeugen fuhren Polizeikräfte am Samstagmorgen zum Wohnhaus des Piloten in Kuala Lumpur.

Zwei Drittel der Passagiere an Bord sind Chinesen. In Peking äusserten sich Angehörige der Vermissten empört darüber, dass sie bisher falsch über die letzten Signale der Maschine informiert worden seien. «Wir durchleben eine Achterbahn, und wir fühlen uns hilflos und machtlos», sagte eine Frau, die ihren Namen nicht nennen wollte. Eine andere Frau interpretierte die jüngsten Informationen als Zeichen der Hoffnung. «Das ist sehr gut», sagte sie.

(sda)