Schlächter in San Diego

22. November 2012 12:30; Akt: 23.11.2012 13:13 Print

Das Fleisch der Ehefrau köchelte in drei Töpfen

Eine Woche lang hielten die Nachbarn von Fredrick Hengl den üblen Gestank aus, dann verständigten sie die Polizei. Die fand die Ursache des schlimmen Geruchs in der Küche.

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Der ekelerregende Gestank stieg den Bewohnern der North Dimar Street in San Diego bereits seit über einer Woche in die Nase. «Letzten Freitag wurde es dann so schlimm, dass ich die Polizei verständigte», erzählt Nachbar Erick Chávez auf «NBC San Diego».

Da ihnen niemand aufmachte, stiegen die Beamten über ein Fenster ein und entdeckten in der Küche drei Töpfe mit köchelndem Fleisch. Später sollte sich herausstellen, dass dies menschliche Überreste waren, jene von Anna Faris (73). Von ihrem Ehemann Fredrick Hengl (68) aber fehlte jede Spur.

Arbeitsbank im Badezimmer

Bei der weiteren Durchsuchung der Küche stiessen die Polizisten im Kühlschrank auf den abgetrennten und in einen Plastiksack eingewickelten Kopf der Frau sowie einen Sack mit mehreren Fleisch- und Knochenstücken. Im Badezimmer stand eine Arbeitsbank mit einer Säge und einem Fleischermesser. So wurde schnell klar: Anna Faris war regelrecht ausgeweidet worden.

Ehemann Hengl wurde wenig später in einer Bar ausserhalb der Stadt festgenommen und wegen Mordverdachts verhaftet. Ermittler gehen davon aus, dass er seine Frau zwischen dem 1. und dem 16. November umbrachte, zumal Nachbarn die Frau seit rund einem Monat nicht mehr gesehen hatten. Vielmehr fiel ihnen auf, dass sich Hengl seither ausgiebig mit seinem Abfall beschäftigte und unermüdlich Abfalltonnen in und aus dem Haus trug. Dazu habe er in der Garage immer wieder mit elektrischen Gerätschaften hantiert.

In Frauenkleidern unterwegs

Das Ehepaar sorgte in der Nachbarschaft bereits früher für Aufsehen. So soll sich die Frau seit dem Frühling zunehmend merkwürdig verhalten haben. «Sie rannte mit einem Messer im Quartier herum und schrie, dass Gott uns vernichten würde. Oder sie fütterte Vögel, unterhielt sich mit vorbeigehenden Passanten und dabei fielen ihr die Hosen herunter. Sie schien das nie zu bemerken», berichtet ein weiterer Nachbar.

Ehemann Hengl wiederum machte von sich reden, wenn er in einem lilafarbenen, langen Frauenkleid, einer Perlenkette und Ohrringen als Frau verkleidet im Quartier herumspazierte.

Er plädiert auf nicht schuldig

Die Gerichtsmedizin hat die Todesursache von Anna Faris noch nicht bestimmt. Ermittlern zufolge gab es «keine Hinweise auf Kannibalismus zu dieser Zeit». Gestern wurde Hengl dem Gericht vorgeführt und die Anklage – Mord ersten Grades, Grausamkeit und strafbare Handhabung von menschlichen Überresten – verlesen. Hengl plädiert in allen Punkten auf nicht schuldig. Das Gericht hat eine Kaution von fünf Millionen Dollar festgesetzt. Noch ist der Prozesstermin gegen Hengl offen.

(gux)