Frauen nach 10 Jahren frei

07. Mai 2013 21:44; Akt: 10.05.2013 14:42 Print

Das sind die Entführer von Cleveland

Die Gefangenschaft der drei entführten Frauen muss die Hölle gewesen sein. Sie wurden angekettet, hatten Fehlgeburten, mussten hungern. Fünf Babys sollen auf die Welt gekommen sein.

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Ariel Castro hat zugegeben, drei Frauen entführt und jahrelang gefangen gehalten zu haben. Am 26. Juli entschied Ariel Castro, auf schuldig zu plädieren, um der Todesstrafe zu entkommen. Zuerst hatte er auf nicht schuldig plädiert. Die dem unscheinbar aussehenden Mann vorgeworfenen Taten klingen ungeheuerlich. Ermittler, die anonym bleiben wollten, gaben an, dass die drei Frauen «wie Kriegsgefangene» gehalten worden waren. Alle Schlafzimmertüren hatten Vorhängeschlösser und die Zimmer hatten nur eine Matratze auf dem Boden. Die Bewegungsfreiheit der Frauen im Haus war sehr eingeschränkt. Wenn Castro für längere Zeit aus dem Haus war, klebte er Klebeband um die Gesichter - auch ihre Augen - und liess nur eine kleine Öffnung, damit sie atmen konnten. Danach zog er es wieder ab - mit Haut und Haaren. Zwei der Frauen, Gina DeJesus und Michelle Knight, waren lange Zeit im Keller mit Ketten gefesselt. DeJesus zog sich dadurch eine dauerhafte Verletzung am Genick zu, sodass sie grosse Schwierigkeiten hat, ihren Kopf zu bewegen. Die Frauen seien zudem unterernährt gewesen. Der Entführer «brachte oftmals nur einer von ihnen Essen und zwang die anderen zuzusehen oder ass genussvoll vor ihnen», so die anonyme Quelle weiter. Ein Nachbar machte Bilder im Garten von Entführer Ariel Castro und stellte sie dem Nachrichtensender CNN am zu Verfügung. Am 9. Mai 2013 wurde in Cleveland, Ohio, vor Gericht die Anklage verlesen. Ariel Castro wurde wegen dazu, weil er Fehlgeburten verursacht haben soll. Onil (links) und Pedro wurden hingegen wieder freigelassen. Sie hätten von den Vorgängen im Haus an der Seymour Avenue nichts gewusst. Zu den Opfern gehört , die sie während ihrer Gefangenschaft bekam. Die Vaterschaft des Kindes wird zurzeit abgeklärt. In an der Seymour Avenue in Cleveland wurden Amanda Berry, Gina DeJesus und Michelle Knight zehn Jahre lang gefangen gehalten. Offenbar hat Castro seine Opfer über längere Zeit angebunden und hungern lassen. war 14 Jahre alt, als sie am 2004 auf ihrem Weg von der Schule nach Hause verschwand. Sie war mit Castros Tochter Arlene zur Schule gegangen. verschwand am 21. April 2003 als 16-Jährige. Sie war an jenem Abend von ihrer Arbeit bei Burger King auf dem Weg nach Hause gewesen. verschwand 2002 im Alter von 21 Jahren. Ihr Verschwinden wurde jedoch als Weglaufen taxiert und es wurde nie offiziell nach ihr gesucht. ist jetzt der Held von Cleveland. Er hat Amanda Berry bei seinem Nachbarn Castro entdeckt und die Polizei gerufen. Er hat die Schreie von Amanda Berry gehört. Er habe gesehen, wie sie versucht habe, aus dem Haus auszubrechen, und sei ihr zu Hilfe geeilt, so Charles Ramsey. Die Polizei durchsuchte darauf das Haus von Ariel Castro von oben bis unten. Laut CBS ist Amanda Berry mit einem sechsjährigen Mädchen ins Spital gebracht worden. Es wird gemutmasst, dass das Kind Berrys Tochter ist. Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von einem weiteren Kind, das im Haus gewesen sein soll. Felix DeJesus, der , hatte die Suche nach seiner Tochter nie aufgegeben (hier 2004 in seinem Wohnzimmer mit einem Foto seiner Tochter). Die drei befreiten Frauen befinden sich jetzt in Spitalpflege. Es gehe ihn den Umständen entsprechend gut, so Ärzte. Die Familie von Amanda Berry eilte sofort zu ihr - eine kann ihre Tränen kaum verbergen. Die Polizei suchte mit modernen Mitteln nach den Frauen: Ihre Gesichter von damals wurden mit speziellen Programmen älter gemacht und für die Suche publiziert. In etwa so dachte man, sähen Gina DeJesus und ... ... Amanda Marie Berry heute aus.

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Drei seit Jahren vermisste Frauen sind in den USA lebend wieder aufgetaucht. Die jungen Frauen waren entführt und in einem Haus in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio gefangen gehalten worden. Bei den drei unterdessen festgenommenen Männern handelt es sich um Brüder.

Der 52-jährige Ariel Castro sowie seine 50 und 54 Jahre alten Brüder Oneil und Pedro befänden sich in Gewahrsam, sagte der Polizeichef von Cleveland , Michael McGrath, am Dienstag vor den Medien.

Amanda Berry und die beiden ebenfalls seit Jahren vermissten Frauen Gina DeJesus und Michele Knight waren am Montagnachmittag (Ortszeit) lebend in einem Haus in Cleveland gefunden worden. Ein Nachbar, Charles Ramsey, wurde aufmerksam, als Berry ihren Arm durch einen Riss in der Tür des Hauses streckte und um Hilfe schrie. Nachdem Ramsey sie und ihr Kind befreit hatte, alarmierte Berry von einem Nachbarhaus aus die Polizei, die dann die beiden anderen gefangenen Frauen befreite.

Mehrere Fehlgeburten

Nun kommen Details der 10-jährigen Gefangenschaft ans Licht. So sagte ein Polizeiinformant «NewsChannel5», dass die drei Frauen «mehrere Fehlgeburten» hatten. Die genaue Zahl wollte der Informant nicht preisgeben. Er präzisierte allerdings, dass eine Frau wegen Mangelernährung zwei bis drei Fehlgeburten erlitt.

Eine zweite Polizeiquelle hat den TV-Sender informiert, dass mindestens fünf Babys im Haus geboren wurden, wobei nicht klar ist, ob die sechsjährige Tochter von Berry mitgezählt wurde.

Kinderschutz meldete sich

Laut «Daily Mail» hingen in dem Haus Ketten von der Decke herunter. Mit diesen wurden die Opfer angeblich angekettet. 2004 kamen sogar Leute des Kinderschutzes bei Ariel Castro vorbei und klopften an die Tür. Doch niemand öffnete, der Kinderschutz meldete sich darauf nicht wieder.

Wegen des «mutigen» Verhaltens von Berry seien alle drei Frauen am Leben, sagte Polizeichef McGrath. Die Polizei gab ausserdem an, in der Vergangenheit bereits zweimal bei dem Haus gewesen zu sein, einmal im März 2000 wegen einer Schlägerei auf der Strasse und einmal im Januar 2004 im Zusammenhang mit der Arbeit von Ariel Castro, der Busfahrer ist.

Auf dem Heimweg verschwunden

Amanda Berry verschwand 2003 im Alter von 16 Jahren auf dem Heimweg von ihrem Job in einem Fast-Food-Lokal. Am Montag gelang es ihr, die Polizei zu alarmieren, als ihr Kidnapper ausser Haus war. Berry meldete sich beim Polizei-Notruf: «Ich wurde entführt und werde seit zehn Jahren vermisst. Ich bin hier und nun frei», sagte sie laut einer von Fernsehsendern verbreiteten Aufzeichnung ihres Anrufs.

Die damals 14-Jährige DeJesus verschwand am 2. April 2004 auf dem Heimweg von der Schule. Die heute 32 Jahre alte Michelle Knight soll seit ihrem 20 Lebensjahr vermisst worden sein, wie der Lokalsender ABC News Channel 5 berichtete.

Kind in Gefangenschaft geboren

Bürgermeister Frank Jackson erklärte, er sei dankbar, dass Berry, DeJesus und Knight lebend gefunden worden seien. «Wir haben viele unbeantwortete Fragen bezüglich des Falles und die Ermittlungen werden weitergehen.»

Die drei Opfer wurden nach ihrer Befreiung in einem Spital in Cleveland behandelt. Es gehe ihnen gut, sagte Gerald Maloney, ein Arzt in der Notaufnahme des Metro Health Medical Centers. «Normalerweise gehen solche Geschichten anders aus, daher sind wir sehr froh für sie.»

Freundlicher Schulbusfahrer

Der Besitzer des Hauses, in dem die drei Frauen gefangen gehalten worden waren, wurde von Nachbarn als freundlicher Schulbusfahrer und Musiker beschrieben. Seine Tochter sei häufig mit ihren Kindern zu Besuch gekommen.

Die Bundespolizeibehörde FBI durchsuchte das Haus. Es liegt in einer von vielen Latinos bewohnten Gegend in Cleveland, weniger als einen Kilometer entfernt von den Häusern der Familien von Berry und DeJesus.

Nach der dramatischen Befreiung der Frauen versammelten sich hunderte jubelnde Menschen in der normalerweise ruhigen Wohnstrasse und feierten die Nachricht, dass die Vermissten noch am Leben sind.

(kub/sda)