Siebenwöchige Sperrung

02. Oktober 2017 04:13; Akt: 02.10.2017 14:24 Print

Die Rheintalstrecke ist wieder normal befahrbar

Sieben Wochen ging auf dem wichtigen Abschnitt zwischen Rastatt und Baden-Baden nichts mehr. Nun fahren die Personen- und Güterzüge seit Mitternacht wieder.

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Nach siebenwöchiger Sperrung der wichtigen Rheintalbahn-Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden (D) ist der Zugverkehr am Sonntag wieder angerollt. Als erster fuhr den SBB zufolge ein Personennachtzug von Zürich nach Hamburg kurz nach halb elf über die neuen Geleise.

Seit Mitternacht fahren alle Fern- und Regionalzüge wieder nach dem regulären Fahrplan. Das teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit. Auch erste Güterzüge konnten wieder über die Hauptlinie am Rhein rollen. Die SBB hatte zuvor angekündigt, dass der Personenverkehr nach letzten Ersatzzügen am Montag wohl ab Dienstag ganz normal laufen werde.

Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr bedeutsame Nord-Süd-Verbindung war seit dem 12. August gesperrt gewesen. Damals hatten sich beim Tunnelbau bei Rastatt die Schienen gesenkt, nachdem Wasser und Erdreich eingedrungen waren.

Umwege für Personen und Güter

Die Ausweichroute via Stuttgart war weit, hatte weniger Kapazitäten und war auch durch Baustellen belastet. Nebenan im Elsass erforderte ein anderes Bahnstromsystem entsprechende Lokomotiven.

Normalerweise fahren jeden Tag 120 Personenzüge und bis zu 200 Güterzüge auf der Pannenstrecke bei Rastatt vorbei. Die international aufgegleisten Ausweichrouten schafften während des Unterbruchs nach einer längeren Anlaufzeit 84 Güterzüge täglich.

Während Bahnpendler und Reisende umständlicher und im Stundenbereich länger unterwegs waren, wich der auf der Schiene ausgebremste Güterverkehr auf die Strasse und den Rhein aus. Damit verlängerten sich Lastwagenstaus, stiegen Frachtkosten, und vieles war viel länger unterwegs.

Kosten in Millionenhöhe für SBB

Entsprechend stehen Entschädigungsforderungen in Deutschland im Raum – betroffenen Abokarten-Inhabern bietet die Deutsche Bahn eine hälftige Entschädigung an. Zur Klärung der Verantwortlichkeit für die folgenschwere Schienenpanne drohen lange Rechtsstreite. Ob die SBB ihrerseits Forderungen stellen will, ist gemäss einem Sprecher noch nicht entschieden.

Die SBB schreibt von «massiven Auswirkungen» wegen der Rastatt-Panne, darunter Einnahmeausfälle in Millionen-Höhe. Genau bezifferbar sind diese laut dem Sprecher noch nicht.

Daher ist für die SBB wichtig, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen, sondern international Lehren zu ziehen punkto Ausweichrouten, Koordination, Daten- und Personalaustausch sowie Sicherheit. Die Schienenpanne zeige überdies die Notwendigkeit des geplanten trimodalen Güterterminals im Basler Rheinhafen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Jauslin am 02.10.2017 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche Baukunst

    Die Deutschen Ingenieurskünste beim Bauen von Konzerthäusern, Flughäfen, Tunnels, Bahnhöfen usw sind der Hammer. Die Baustellen werden nie fertig, und oder müssen schon während dem Bau renoviert werden, und oder kosten massiv mehr. Das sind reife Leistungen! Bravo Deutschland. Nein.... wir lachen nicht darüber.

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  • Bergtroll am 02.10.2017 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube...

    zu einem solchen Fail muss man nichts mehr sagen!

  • 21 min am 02.10.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    isch guet

    juuuhhheee

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernst am 02.10.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohin zielt die DB

    Tragisch ist, dass die Notsanierung sieben Wochen dauerte. Ich zweifle wirklich an den DB Ingenieurleistungen oder am Willen der DB die Bahn leistungsfähig zu halten. Musste wirklich die Tunnelbohrmaschine einbetoniert werden? Wie lange zögert sich nun der def. Ausbau in Richtung Schweiz aus?

    • Markus im AG am 02.10.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ernst

      DB - Terminplaner provisorisch war im Südwest 3 Tv bis zu 3 Jahre möglich.

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  • HerrCoolS. am 02.10.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Drama

    Endlich! Durch dieses Schlamassel verlagerte sich viel Güterverkehr von der Schiene auf die Strasse, das Ergebnis: Ich habe (als Spediteur) auf dem Markt kaum noch freien Laderaum gefunden. War der Horror und die Kundschaft zeigte keinerlei Verständnis...

  • Jürg Maske am 02.10.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Aber es war gut organisiert!

    Gut, so etwas darf es eigentlich nicht geben. Absicht war das jedenfalls nicht und Lehren wird man daraus ziehen. Aber ich möchte doch auch mal was Gutes sagen. Ich musste vier mal dort durchfahren und ich muss sagen, es war sehr gut organisiert. Es gab genügend Busse die bereit standen und auch der Anschlusszug stand bereit. Ja, die Bahnsteige waren sehr eng, man hatte etwas Mühe sich zu kreuzen aber, diese zwei Bahnhöfe sind nicht für ICE-Züge gebaut. Das waren alles gut organisierte Notlösungen.

  • Thomas Jauslin am 02.10.2017 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche Baukunst

    Die Deutschen Ingenieurskünste beim Bauen von Konzerthäusern, Flughäfen, Tunnels, Bahnhöfen usw sind der Hammer. Die Baustellen werden nie fertig, und oder müssen schon während dem Bau renoviert werden, und oder kosten massiv mehr. Das sind reife Leistungen! Bravo Deutschland. Nein.... wir lachen nicht darüber.

    • Gerd Immig am 02.10.2017 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Jauslin

      Schauen Sie mal nach wer die Architekten der Konzerthäuser und Bahnhöfe sind, nicht jedes Bauwerk in Deutschland wird von Deutschen geplant und nicht jedes Bauwerk in der Schweiz wird von Schweizern gebaut.

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  • Remo Kranz am 02.10.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Satte Rechnung

    Ich hoffe die Schweiz stellt der Deutschen Bahn eine satte Rechnung aus. Diese Frechheit ist noch nicht aus der Welt.

    • Mina am 02.10.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Remo Kranz

      Wieso? Es möchten doch die meisten hier nichts mit der EU zu tun haben und die bilateralen Abkommen künden? Wir können uns doch selbst versorgen...

    • Hui am 02.10.2017 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Remo Kranz

      An D Stelle würde ich Ihre Rechnung sogar bezahlen und ihnen im gleichen Atemzug die Durchreise von Waren und Personen für das restliche Jahrhundert untersagen, außer gegen reichlich Geld damit ihre Rechnung schnell wieder drin ist. D braucht die CH nicht, umgedreht aber schon.

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