Neuer Vorsitz

28. April 2012 21:15; Akt: 28.04.2012 21:50 Print

Die deutschen Piraten wechseln ihren Kapitän

An ihrem Parteitag hat die Piratenpartei ihren neuen Vorsitzenden gewählt. Neu an der Spitze steht der 41-jährige Bernd Schlömer. Zuvor war es zu Protesten gegen einen Bewerber gekommen.

storybild

Der frühere Bundesvorsitzende Sebastian Nerz (links) erhielt knapp weniger Stimmen als Bernd Schlömer (Mitte). Er wird sein Nachfolger. Am drittmeisten Stimmen erhielt die Berliner Piratin Julia Schramm. (Bild: Reuters/Fabian Bimmer)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die deutsche Piratenpartei hat Bernd Schlömer zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Der 41-jährige Regierungsdirektor im Verteidigungsministerium erhielt am Samstag auf dem Parteitag in Neumünster mit 66,6 Prozent die meisten Stimmen der acht Kandidaten.

Schlömer löst den 28-jährigen Informatiker Sebastian Nerz ab, der die Partei ein Jahr lang geführt hatte. Nerz erhielt 56,2 Prozent. Die Berliner Piratin Julia Schramm kam in der Abstimmung nur auf 24,3 Prozent der Stimmen.

Zuvor hatte sich der Parteitag klar von Holocaust-Leugnern distanziert. Die Rechtsextremismus-Debatte überschattete zeitweise die Beratungen. Nachdem ein Mitglied am Rande der Versammlung vor Journalisten gesagt hatte, man könne über den Holocaust diskutieren, wurde der Parteitag unterbrochen.

Piraten distanzieren sich vom Leugnen des Holocaust

Ohne sichtbare Gegenstimme verabschiedeten die etwa 1500 Teilnehmer dann eine Entschliessung mit der Formulierung: «Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grundsätzen der Partei».

Die Debatte beeinflusste auch die geplante Wahl für den neuen Bundesvorstand. Als ein Bewerber sich vorstellte, der früher vom «jüdische Weltbevölkerung» gesprochen hatte, verliess ein grosser Teil der Versammlung unter Protest die Halle oder drehte dem Redner demonstrativ den Rücken zu.

Schlömer sagte nach seiner Wahl vor Journalisten zu rechtsextremen Äusserungen aus den eigenen Reihen, er sei überzeugt, «dass man diese Probleme nur in den Griff bekommt, wenn man viel spricht. Das geht nur über Gespräche, nicht über Gerichtsverfahren.»

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kunigunde am 29.04.2012 01:38 Report Diesen Beitrag melden

    Name ändern oder weg!

    Piraten ist ein blöder Name, weil das irgendwie nach etwas Illegalem klingt. Eine Partei für Kriminelle? Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • alice.gurini am 28.04.2012 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nachahmung

    Ist das wieder so etwas?einer schreit und alle folgen?Jugendliche sind ja so beeinflussbar !Hauptsache es ist wieder eine Sache Die die Àlteren nicht wollen. Alice

  • F. Schnider am 29.04.2012 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wies kommt

    Und ich dachte immer die Piraten seien ideologisch unabhängig und unterschieden intern nicht zwischen rechts und links. Die Piraten sind meiner Meinung nach ein Phänomen das genau so schnell verschwindet wie es gekommen ist. Ihre Ideen sind vielleicht zukunftsgerichtet, aber diese chaotischen, heterogenen, teils fast anarchistischen Gruppierungen lassen sich einfach nicht in einer Partei organisieren. Da braucht es andere Strukturen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kunigunde am 29.04.2012 01:38 Report Diesen Beitrag melden

    Name ändern oder weg!

    Piraten ist ein blöder Name, weil das irgendwie nach etwas Illegalem klingt. Eine Partei für Kriminelle? Das ist meine ganz persönliche Meinung.

  • F. Schnider am 29.04.2012 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wies kommt

    Und ich dachte immer die Piraten seien ideologisch unabhängig und unterschieden intern nicht zwischen rechts und links. Die Piraten sind meiner Meinung nach ein Phänomen das genau so schnell verschwindet wie es gekommen ist. Ihre Ideen sind vielleicht zukunftsgerichtet, aber diese chaotischen, heterogenen, teils fast anarchistischen Gruppierungen lassen sich einfach nicht in einer Partei organisieren. Da braucht es andere Strukturen.

  • alice.gurini am 28.04.2012 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nachahmung

    Ist das wieder so etwas?einer schreit und alle folgen?Jugendliche sind ja so beeinflussbar !Hauptsache es ist wieder eine Sache Die die Àlteren nicht wollen. Alice