Schon 300 Filialen

08. August 2012 04:55; Akt: 08.08.2012 05:02 Print

Die spezielle Bank für StrassenkinderDie spezielle Bank für Strassenkinder

von Rupam Jain Nair, AFP - Früher wurden sie um ihr Geld betrogen. Jetzt bringen die Strassenkinder von Neu Delhi ihr kleines Einkommen zur Kinderbank Khazana, der Bank für Menschen zwischen 9 und 17 Jahren.

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Ram Singh zahlt ein Teil seines Geldes jeden Abend auf sein Konto bei der Kinderbank ein. (Bild: AFP)

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Ram Singh verdient knapp einen Franken mit den rund hundert Tassen Chai-Tee, die er pro Tag vor dem Bahnhof der indischen Millionenmetropole Neu Delhi verkauft. Doch auch wenn das Einkommen äusserst bescheiden ist, zahlt der 17-Jährige jeden Abend fast die Hälfte auf sein Bankkonto ein.

«Ich lege jeden Tag Geld beiseite und hoffe, dass ich eines Tages etwas Eigenes anfangen kann. Irgendwann bald», sagt Singh. Der junge Inder hat allerdings kein Konto bei einer normalen Bank, sondern bei einem besonderen Geldinstitut für Strassenkinder.

Die Kinderbank Khazana, was auf Hindi Schatzkästchen bedeutet, entstand 2001 in Neu Delhi und hat heute 300 Filialen in Indien, Nepal, Bangladesch, Afghanistan, Sri Lanka und Kirgistan. Allein in Neu Delhi gibt es zwölf Niederlassungen mit rund tausend Kunden zwischen neun und 17 Jahren.

Karan ist Geschäftsführer der Bank

Die Bankschalter befinden sich in speziellen Unterkünften, wo Strassenkinder Essen und ein Bett sowie Schulunterricht bekommen. Geführt wird die Bank von den Kindern selbst: Die jungen Kunden wählen zwei mal im Jahr ihre Geschäftsführer. Karan ist einer davon.

Tagsüber verdient er sein Geld, indem er bei Hochzeitsgesellschaften oder anderen Feiern abwäscht. Abends nimmt er die Einzahlungen seiner Freunde entgegen, bringt deren Sparbücher auf den neuesten Stand und macht den Tagesabschluss. Ein Erwachsener sammelt jeden Abend das Ersparte ein und bringt es auf eine «normale» Bank, um damit Zinsen zu erwirtschaften.

Allerdings kann nicht jedes Strassenkind Kunde werden. «Kinder, die betteln oder Drogen verkaufen, können kein Konto eröffnen», erklärt der 14-jährige Karan. «Diese Bank ist nur für Kinder, die an harte Arbeit glauben».

Kinder lernen mit Geld umgehen

Die Hilfsorganisation Butterflies gründete die Bank, damit die Kinderarbeiter, von denen es in Indien Millionen gibt, einen sicheren Platz für ihr Erspartes haben. «Sie wurden immer betrogen, oder jemand hat das Geld geklaut», sagt Sharon Jacobs von Butterflies.

Doch die Bank bringe den Kindern auch bei, mit Geld umzugehen, und lehre sie nebenbei auch noch, wie demokratische Einrichtungen funktionieren. Viele der Kinder, die in Indien arbeiten, sind vom Land in die Grossstädte geflohen, um Armut oder Missbrauch zu entkommen.

Samir will Vater eine Uhr kaufen

«Ich bin mit elf von zu Hause abgehauen, nachdem mein Vater mich geschlagen hat, weil ich ein Küchengerät gestohlen habe», berichtet Samir. «Mehrere Tage habe ich auf einem Bahnsteig geschlafen. Ich wurde von der Polizei geschlagen und von Drogendealern belästigt».

Mit 14 Jahren lebt Samir nun in einer Unterkunft für Strassenkinder und hat ein Konto bei der Bank. «Ich habe in den vergangenen sieben Monaten 4000 Rupien (rund 70 Franken) gespart», berichtet er stolz.

Es sei ein gutes Gefühl, Geld beiseite zu legen. Von dem Ersparten werde er ein Hemd und eine Uhr für seinen Vater kaufen, um sich bei ihm zu entschuldigen. «Vielleicht vergibt er mir dann und bittet mich, nach Hause zurückzukommen», hofft Samir.

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  • Nachdenklich am 08.08.2012 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Geschickte Masche

    Die Kinder sind aus dem System rausgefallen und werden nun wieder "integriert", indem sie ihr sehr hart erarbeitetes Geld auf die Bank bringen. Wieso eröffnen sie nicht eine Art eigene Bank, damit sie dann mit dem gemeinsam gesammeltem Geld was erreichen können? Ich hoffe sehr, dass irgendwann die Menschen endlich aufwachen und erkennen was für Spiele hier gespielt werden..

  • Avocat du diable am 08.08.2012 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist einfach unglaublich...

    ...wie schlecht es so vielen Menschen auf diesem beschissenem lieblosem Planet geht. Erwartet ihr echt Besuch von Ausserirdischen hier? Ich als Ausserirdische würde es nicht wagen, der Erde zu nahe zu kommen, vor Angst von Lieblosigkeit infiziert zu werden. Ich schäme mich dermassen, wenn ich solche Geschichten lese, dass es mir nichts anderes übrig bleibt als heulen. Habt Mitleid mit euren Brüdern und Schwestern, denn sie sind eure Brüder und Schwester, auch wenn dies euch nicht bewusst ist.

  • Sandra am 08.08.2012 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    AUF KOSTEN DER ARMUT WIRD GELD GEMACHT

    Helfen ist recht, aber nicht auf Kosten der Ärmsten

    • Alex Rösner am 08.08.2012 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte lese den Artikel nochmals

      Was für eine Naive Antwort. Hier haben sie die Möglichkeit ihr Geld sicher auf ein Bank Konto zu tun ohne das es ihnen gestohlen wird und erhalten auch noch Zinsen... Die Hilfsorganisation verdient keinen Rappen sondern lediglich Hilft ihnen eine Möglichkeit zu geben die sie sonst nicht hätten...

    • Helga Klug am 08.08.2012 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt sie..

      ..die Non-Profit Organisationen Sandra. Und genau solchen sollte man glauben schenken oder noch besser tatkräftig unterstützen!

    • deniz demirbag am 08.08.2012 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      jajaa..

      hahaa jajaa hilf organistaionen verdienen keinen rapen! genau die arbeiten und tuen ja alles umsonst!!! ich spende nicht mehr weil unseres geld sowieso an die arbeiter geschäftsführer und und und geht! dank uns fahren die geschäftsführers ferrariis und die hätten gakeine recht so zu leben weil es keinen sinn macht! den armut bekämpfen und selber in luxus leben ist lächerlich! also leute macht auge auf! helft aber selber und nicht durch organistaionen

    • Antitheist am 09.08.2012 00:14 Report Diesen Beitrag melden

      mit gutem reich werden ist gut

      unsinn deniz. google mal microcredit und nobel price. es ist nichts falsch daran, mit einem anständigen geschäft reich zu werden. darum sollten wir skeptisch mit andern finanzgeschäften sein.

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