Bannon im TV-Interview

13. September 2017 08:37; Akt: 13.09.2017 10:26 Print

Diese roten Augen können doch kein Zufall sein!

Trumps Ex-Chefstratege Steve Bannon tritt im legendären Interview-Format «60 Minutes» auf. Besonders auffällig: das doppelte Hemd und die blutunterlaufenen Augen.

Der Fotograf Peter Duke erklärt, warum Steve Bannons Gesichtsfarbe im Interview manipuliert wurde.
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Der Vordenker der rechtsnationalen Trump-Revolution hat sein Büro seit bald einem Monat nicht mehr im Weissen Haus. Dennoch können Amerikas Medien von Steve Bannon nicht genug bekommen. Sein erstes Fernsehinterview in der legendären Talksendung «60 Minutes» vom Sonntagabend hallt tagelang nach – nicht nur wegen kontroverser Aussagen.

Scharfen Beobachtern fielen die blutunterlaufenen Augenränder Steve Bannons auf. Zusammen mit den auffällig roten Strichlippen lassen die Augen den grauhaarigen 63-Jährigen wie einen verkaterten Alkoholiker aussehen.

Absichtlich hässlich gemacht?

Das sei womöglich beabsichtigt, argwöhnt der Fotograf Peter Duke. «Ich habe Steve Bannon getroffen und ich weiss, wie er aussieht», sagt Duke in einem Youtube-Video (oben). «Er ist irisch und hat eine bleiche Haut. Aber er hat keine betont roten Ränder um die Augen. So sieht er im wirklichen Leben nicht aus.»

Nach Dukes Überzeugung haben die Produzenten von CBS Bannons unvorteilhaften Look mit Bildbearbeitungssoftware erzeugt. Um die These auszutesten, veränderte er bei Standbildern aus dem Video die Sattheit der Farben. Und prompt erscheint Bannon neutraler, ähnlich wie sein Interviewer Charlie Rose. Erhöht er bei diesem die Farbsättigung, wirkt plötzlich der TV-Mann übernächtigt. Unterschiedliche Tönungen stellt die Software auch bei den Farben von Vorhängen im Hintergrund her.

Trump-Fans loben

Peter Dukes Video machte die Runde auf konservativen Websites. Matt Drudge verlinkte es, und Ann Coulter lobte es auf Twitter:

Falls sie ihn zum rotäugigen Monster machen wollten, folgten die CBS-Produzenten der Vorgabe von Komödianten und Spätabend-Talkern. Am weitesten trieben die Satiriker von «Saturday Night Live» Bannons Dämonisierung, als sie ihn als Sensenmann mit Totenkopf unter schwarzer Kutte auftreten liessen, zuletzt im August:

Bannons visuelle Karikatur als verkaterter Trunkenbold könnte ebenfalls von Talksendungen inspiriert sein. Steven Colbert verspottete den Ex-Strategen einmal als «bestaussehenden Kerl im Spirituosenladen».

Kragen über Kragen

Der oft schlecht frisierte und ungepflegt aussehende Berater kleidet sich nämlich entsprechend. Wie schon früher im Februar und April trug Bannon am Sonntag Kragen über Kragen: Unter einem schwarzen Sakko hatte er ein schwarzes Polo unter einem schwarzen Hemd an:

«Wir sind grosse Fans des Johnny-Cash-Stils von Schwarz über Schwarz», schreibt das Herrenmagazin «GQ». «Dies ist aber nicht, wie man es tun sollte.» Die Moderegel: «Man soll immer nur ein Hemd mit Kragen tragen.» Der «Guardian» nennt Bannons Hemdeninflation einen «Blätterteig schwarzer Klamotten, ohne den Genuss und die Vanillecreme».

Selbstverständlich haben sich TV-Witzbolde auch schon der multiplen Kragen angenommen. In seinem Startmonolog photoshoppt Jimmy Fallon Bannons Gesicht in immer zahlreichere Kleiderkragen:

Im Vergleich mit den roten Augenrändern und der Kragenmanie haben Bannons brisante Ideen in der Popkultur keine Chance. Im Interview bezeichnete er Hillary Clinton als dumm, rügte Trumps Entlassung des FBI-Chefs als «grössten Fehler der modernen Politgeschichte» und kündigte eine Offensive gegen renitente Republikaner im US-Kongress an. Den TV-Spöttern ist daran nur eines wichtig: Bannon bleibt ihnen erhalten.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leon der Löwe am 13.09.2017 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inhalt

    Und jetzt bitte berichten, was er im Interview gesagt hat. Ist eventuell ein wenig wichtiger.

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  • H. Kern am 13.09.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsmache

    Man sollte, man müsste. Mann, jeder ist so wie er ist. Ich verstehe nicht, warum Toleranz auf der einen Seite ein MUSS ist und auf der anderen Seite total abhanden kommt. Um was geht es eigentlich? Um Deformierung von Personen, damit man ja nicht glaubt was sie sagen? Das ist doch inzwischen durchschaubar. Auch wenn er nicht in allem recht hat, wer differenziert noch oder macht sich selbst Gedanken über das Gesagte, wenn sie von einer Person kommen, die in der Presse regelmässig verrissen wird. Das nenn ich Populismus in Reinkultur.Ziel erreicht? Noch sind nicht alle dermassen beeinflussbar.

  • Sein am 13.09.2017 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    wenn ich mir bannon anschaue, egal ob mit oder ohne farbfilter, entsteht bei mir der eindruck, dass er sich in seiner eigenen haut nicht wohlfühlt. der mann hat eine schreckliche ausstrahlung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 14.09.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieht doch jeder!

    Augen wie durchgeknallte Sicherungen... ein Kiffer wie er im Buche steht!!

  • B.B am 14.09.2017 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo soll das enden ?

    Wenn ich mir die Komentare hier anschaue ist etwas witziges zu bemerken: Sobald es um Etwas geht das mit Trump zu tun hat, spielt es keine Rolle ob erfunden, gelogen oder gefälscht, solange Nahrung auf die Mühlen gelangt ist jedes Mittel recht... Sollte unabhängig von Gesinnungen zu denken geben was da passiert! Es spielt auch absolut keine Rolle was seine Einstellung ist, wenn die Presse es nötig hat Falschinformationen zu verbreiten ist ihre daseins Berechtigung nicht gegeben.

    • Spritiker am 14.09.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

      ja und nein

      News; Notable Events, Weather and Sports... und wenn es nichts notables gibt, wird halt etwas erfunden. war so, ist so bleibt so, und die leute lieben es. grundlegend ist es ja auch egal, was die zeitungen schreiben, ob real oder fiktiv, viel wichtiger ist das gefühl, das den lesenden gegeben wird und die allfällige änderung der einstellung. alles andere, pillepalle. wir wissen hier eh nicht, was am anderen ende der welt passiert, also kann es auch erfunden sein.

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  • rene w am 14.09.2017 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    orange

    Dann ist der Trump in Wirklichkeit auch nicht orange?!

  • Andrea Ziegenbühler am 13.09.2017 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort erkannt

    Die roten Augen sind offensichtlich durch Cannabiskonsum entstanden. Sein schlechter Charakter würde sich dadurch erklären. Cannabis-Konsumenten sind äusserst aggressiv, redselig und unberechenbar. Genau aus diesen Gründen setze ich mich dafür ein, dass diese Teufelsdroge nie frei verkäuflich wird. Weintrinken ist viel gesünder für Körper, Geist und Seele (und meiner Kollegen Brieftaschen)

  • A.Nonym am 13.09.2017 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Der säufft!

    Dass das ein Alkoholiker ist, sieht man auch ohne Photoshop.