Kampf gegen Drogen

13. Oktober 2017 07:34; Akt: 13.10.2017 07:34 Print

Duterte pfeift seine Polizisten zurück

Die Polizei auf den Philippinen soll künftig nicht mehr Jagd auf Dealer und Süchtige machen. Präsident Duterte überlässt diese Aufgabe der Drogenvollzugsbehörde.

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Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat angeordnet, dass sich die Polizei des Landes künftig nicht mehr am gewalttätigen Krieg gegen das Drogenmilieu beteiligen soll. In einer Regierungsmitteilung an Polizei, Militär und andere staatlichen Institutionen verkündete Duterte, dass von nun an die Drogenvollzugsbehörde PDEA für alle Operationen zuständig sei.

Laut «The Guardian» dürfte die neue Anordnung die Anzahl Todesopfer im Drogenkrieg erheblich reduzieren, denn während bei der nationalen Polizei 160'000 Beamten arbeiten, hat die PDEA lediglich 1800 Mitarbeiter zu Verfügung.

Anti-Drogen-Politik stiess auf immer mehr Widerstand

Einen Grund für seine Entscheidung gab Duterte nicht an. Doch sie kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die öffentliche Unterstützung für seine rigide Anti-Drogen-Politik gesunken ist, wie der «Guardian» schreibt. Auch international wurde der Präsident für sein brutales Vorgehen stark kritisiert.

Die Polizei gab an, seit vergangenem Juli über 3900 wichtige Drogenbosse getötet zu haben. Menschenrechtsaktivisten widersprechen: Die Opfer seien in den meisten Fällen Drogenkonsumenten und Kleinhändler gewesen.

Proteste nach dem Tod eines Studenten

Erst im August hatte die Tötung eines 17-jährigen Studenten durch die Polizei zu landesweiten Protesten und Ermittlungen gegen die Regierung geführt. Der Beamte, der den jungen Mann erschossen hatte, gab an, aus Notwehr gehandelt zu haben. Überwachungsvideos zeigten jedoch, dass der Polizist den Studenten zuvor schon festgenommen hatte. Der 17-Jährige habe den Beamten angefleht: «Hören Sie auf! Hören Sie auf! Ich habe morgen eine Prüfung!»

Duterte führt seit seinem Amtsantritt im Juni 2016 einen unerbittlichen Kampf gegen Drogenkriminelle. Sicherheitskräfte hätten Tausende Menschen getötet, kritisieren Menschenrechtsorganisationen. Die Polizei habe jeden ins Visier genommen, der auch nur entfernt verdächtigt worden sei, mit Drogen zu tun zu haben, berichtet etwa Amnesty International. Wehrlose Menschen würden zu Opfern, darunter auch Kinder.

(kle)