Erklärung veröffentlicht

25. November 2012 00:46; Akt: 25.11.2012 01:07 Print

ETA ist zur Auflösung bereit

Die baskische Terror-Organisation ETA ist ein Jahr nach der Niederlegung der Waffen bereit, über ihre endgültige Auflösung zu diskutieren. Doch die ETA stellt Bedingungen.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 20. Oktober 2011 gaben drei Mitglieder der ETA in einer Videobotschaft das Ende des bewaffneten Kampfes bekannt. Das Emblem der ETA bei einer Kundgebung in Pamplona. Im Baskenland und in der Nachbarregion Navarra geniesst die Organisation einigen Rückhalt bei der Bevölkerung. Ihren spektakulärsten Anschlag verübte die ETA 1973 in Madrid, als sie das Auto von Francos Regierungschef Luis Carrero Blanco in die Luft jagte. Zurück blieb ein mächtiger Bombentrichter. Eines ihrer verheerendsten Attentate verübte die ETA am 11. Dezember 1987 mit einer Autobombe auf eine Kaserne der Guardia Civil in Saragossa. Elf Menschen starben, darunter fünf Kinder. Auch Entführungen gehören zum Repertoire der Terroristen. Der Gefängnisbeamte Antonio Ortega Lara wurde 1997 von der Polizei befreit, nachdem er 532 Tage in einem kleinen, fensterlosen Raum eingesperrt war. Cosme Delclaux, Sohn eines wohlhabenden baskischen Geschäftsmannes, wurde 1997 entführt und nach Zahlung eines Lösegelds in unbekannter Höhe freigelassen. Aus Solidarität mit den ETA-Opfern veröffentlichte die spanische Post im Juli 1997 eine Sonderbriefmarke mit einem blauen Band. Die Ermordung von Polizisten und Politikern gehörte von Beginn an zum Repertoire der ETA. Im März 2002 wurde der sozialistische Politiker Juan Priede Perez in einer Bar in San Sebastián erschossen. Anhänger und Gegner der ETA gehen regelmässig auf die Strasse. Fast eine Million Menschen protestierten am 4. Juni 2005 in Madrid gegen den Terror. Am 22. März 2006 verkündeten Mitglieder der ETA - wie üblich maskiert - eine Waffenruhe und die Aufnahme von Friedensgesprächen mit der sozialistischen Regierung von Premierminister José Luis Zapatero. Bereits am 30. Dezember 2006 beendete die ETA den Waffenstillstand, indem sie ein neu erbautes Parkhaus am Madrider Flughafen zerstörte. Zwei Arbeiter kamen ums Leben, Zapatero (r.) stoppte den Friedensprozess. In letzter Zeit gelangen der spanischen und französischen Polizei einige spektakuläre Festnahmen von ETA-Führungsmitgliedern. Dies trug dazu bei, dass die Organisation stark geschwächt wurde und schliesslich den bewaffenten Kampf einstellte.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mehr als ein Jahr nach dem Ende ihres bewaffneten Kampfs hat sich die baskische Untergrundorganisation ETA zu Gesprächen über ihre Auflösung bereiterklärt. Bei den Gesprächen müssten jedoch noch einige offene Fragen etwa zu ihrer Entwaffnung und der Verlegung aller ETA-Häftlinge in die Gefängnisse des Baskenlands geklärt werden, hiess es in einer am Samstag auf der Internetseite der baskischen Zeitung «Gara» veröffentlichten Erklärung der Organisation.

Es ist das erste Mal, dass sich die ETA zu ihrer Auflösung bereiterklärt. Die ETA hatte im Oktober 2011 das Ende ihres bewaffneten Kampfs verkündet und im November die Bereitschaft zur Abgabe ihrer Waffen erklärt.

Über 800 Tote in vierzig Jahren

Bisher unternahm sie aber keine konkreten Schritte zur Entwaffnung und erklärte auch nicht ihre Auflösung. Die spanische und die französische Regierung forderten bisher jedoch vor einer Aufnahme von Verhandlungen die bedingungslose Auflösung und Entwaffnung der Untergrundorganisation.

Beim bewaffneten Kampf der ETA für die Unabhängigkeit des Baskenlandes wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten über 800 Menschen getötet.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Polizeispitzel am 25.11.2012 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön wärs

    Vielleicht, ich hoffe es wirklich, setzt sich letztlich die Vernunft gegen den bedingungslosen Hass durch. Es wäre schön, wenn es sich 'rumspräche, dass ein klärendes Gespräch immer besser ist, als die "hau drauf" Argumentationen der Ewiggestrigen.

  • Nico am 25.11.2012 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt ihnen ihr Land

    Gibt ihnen ihr Land dann gibts kein Terror. Schon lustig wenn man die ETA als Terroristen beschreibt, so wie die PLO und die Hamas. Aber wie sollen sich denn diese Leute wehren wenn nicht so? Wie gesagt, gibt ihnen ihr Land und gut ist!

    einklappen einklappen
  • Kurt am 25.11.2012 03:41 Report Diesen Beitrag melden

    Einheit

    Die ETA sollte das ganze sehen und nicht nur ihr stück vom Kuchen. In der ganzen Welt ist die rede von vereinigen wie z.b Die EU und die USA und die Basken wollen selbständig sein. Genau gleich wie die Katalanen. Denen solte jemand mal gehörig das Gehirn Waschen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Polizeispitzel am 25.11.2012 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön wärs

    Vielleicht, ich hoffe es wirklich, setzt sich letztlich die Vernunft gegen den bedingungslosen Hass durch. Es wäre schön, wenn es sich 'rumspräche, dass ein klärendes Gespräch immer besser ist, als die "hau drauf" Argumentationen der Ewiggestrigen.

  • Nico am 25.11.2012 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt ihnen ihr Land

    Gibt ihnen ihr Land dann gibts kein Terror. Schon lustig wenn man die ETA als Terroristen beschreibt, so wie die PLO und die Hamas. Aber wie sollen sich denn diese Leute wehren wenn nicht so? Wie gesagt, gibt ihnen ihr Land und gut ist!

    • Max Birch am 25.11.2012 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau nur....

      Wer gibt mir mein Land? Ich hätte auch gern ein eigenes...

    einklappen einklappen
  • Beobachter am 25.11.2012 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Verhandlungen

    Mit Terroristen kann und darf man nicht verhandeln. Das hat sich schon in Kolumbien gezeigt.

  • Kurt am 25.11.2012 03:41 Report Diesen Beitrag melden

    Einheit

    Die ETA sollte das ganze sehen und nicht nur ihr stück vom Kuchen. In der ganzen Welt ist die rede von vereinigen wie z.b Die EU und die USA und die Basken wollen selbständig sein. Genau gleich wie die Katalanen. Denen solte jemand mal gehörig das Gehirn Waschen.

    • Dave A. am 25.11.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht dein Ernst, oder?

      Die USA und vereinigen?Sie sind vereinigt,ja-aber die ursprünglichen Einwohner haben nicht gerade viel davon.Weshalben sollen es denn die beiden von dir genannten Völker genauso wollen?Davon abgesehen sieht man ja, wie gut die Vereinigung funktioniert, siehe EU. Und rate mal, wer sich auch gegen eine Vereinigung wehrt? Genau, WIR, die Schweiz.Würde sie uns aufgezwungen, so würden auch wir uns wehren; allerdings weniger mit Physischer Gewalt-wir haben genug Denker;genug Leute mit 'zu guten' Computer-/Netzwerkkenntnissen;ihre innere Sicherheit gefährden Regierungen weniger schnell als Zivilisten

    einklappen einklappen