World Press Photo

12. April 2018 23:32; Akt: 13.04.2018 04:30 Print

Eine Krise in einem Bild

Ein Bild aus Venezuela ist zum Welt-Pressefoto 2018 gekürt worden. Welche Bilder die Jury sonst noch überzeugt haben.

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Das Siegerfoto 2018: Der Fotograf Ronaldo Schemidt schiesst dieses Bild von einem Demonstranten während der Strassenschlachten in Venezuelas Hauptstadt Caracas, nachdem der Tank eines Motorrades explodierte. Der junge Mann hat mir Verbrennungen überlebt. (3. Mai 2017) Der Gewinner vor seinem Bild: Ronaldo Schmidt. (12. April 2018) Warten auf die Freiheit: Dieses Rhinozeros wird demnächst ins Wildreservat Okavangodelta in Botswana ausgesiedelt. Der Preis in der Sparte «Umwelt» ging an Neil Aldrige. (21. September 2017) Mit diesem Foto von einem Babyelefanten in Kenia gewinnt Ami Vitale. (29. September 2016) In der Kategorie Sport gewinnt Alain Schroeder mit dem Bild eines Knaben auf einem Pferd, welches nach einem Renntag in Indonesien ein kühlendes Bad nimmt. (17. September 2017) Die beiden Roma-Mädchen Djeneta und Ibadeta leiden unter dem «Resignationssyndrom». Sie verharren schon seit zweieinhalb Jahren bzw. acht Monaten in diesem Zustand. Magnusn Wennman hat mit dem Foto in der Sparte «Menschen» gewonnen. (2. März 2017) Um sich satt zu essen, nimmt sich dieser Weisskopfadler die Mülltonnen eines Supermarkts in Alaska vor. Corey Arnold gewinnt mit diesem Bild in der Sparte «Natur». (14. Februar 2017) Mit einem Bild zur Rohingya-Krise in Burma und Bangladesch hat Patrick Brown aus Australien einen Preis gewonnen. (28. September 2017) Der Preis in der Kategorie «Zeitgeschehen» geht an den Deutschen Jesco Denzel und sein Foto der im Wasser gebauten Makoko-Siedlung in Nigerias Hauptstadt Lagos. (24. Februar 2017) Erlaubt ist alles, ausser Mord: So die Regeln des Football-Spiels der Up'ards gegen die Down'ards in Ashbourne, Grossbritannien. Den Preis in der Kategorie «Sport» holt sich der AFP-Fotograf Oliver Scarff. (28. Februar 2017)I

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Das Bild eines in Brand geratenen maskierten Demonstranten in Venezuela des AFP-Fotografen Ronaldo Schemidt ist zum Welt-Pressefoto des Jahres gekürt worden. Schemidt hatte das Foto vergangenes Jahr während der Proteste in Caracas aufgenommen.

Das World Press Photo zeigt einen rennenden Demonstranten mit einer Gasmaske, der vom Kopf bis zum Saum seines T-Shirts grell leuchtende Flammen hinter sich herzieht.

Der Demonstrant, ein 28-Jähriger namens Victor Salazar, war am 3. Mai 2017 in Flammen aufgegangen, als er mit anderen Demonstranten versucht hatte, ein Polizei-Motorrad zu zerstören und dessen Tank explodierte. «Ich fühlte die Explosion hinter mir und ich spürte die Hitze und in diesem Moment habe ich mich umgedreht und schon fotografiert, ohne zu sehen, was vor sich ging», sagte Schemidt. Salazar überlebte den Vorfall mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

«Unmittelbare Energie und Dynamik»

Die Jury-Vorsitzende Magdalena Herrera lobte während der Preisverleihung in Amsterdam, Schemidts Foto habe «eine unmittelbare Energie und Dynamik» und sei «sehr gut aufgebaut». Der 46-jährige Schemidt ist selbst Venezolaner, verliess das Land aber bereits vor 18 Jahren und lebt in Mexiko. Er wisse aber genau, «was Venezuela derzeit durchmacht», erklärte Schemidt.

In dem sozialistisch regierten Land herrscht eine schwere Wirtschaftskrise. Kritiker machen Staatschef Nicolás Maduro dafür verantwortlich, dem sie überdies die Unterdrückung der Opposition vorwerfen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe CE am 13.04.2018 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Urheberrechte

    World Press Photo. Je brutaler das Bild, umso mehr Anerkennung. Sensationsjournaliusmus für das Establishement.

  • Vorname Nachname am 13.04.2018 05:43 Report Diesen Beitrag melden

    Foto statt Hilfe...

    ...wieso macht der Typ ein Foto und hilft nicht? Hauptsache gewonnen..

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  • Indie1 am 13.04.2018 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, verstehe ich nicht

    Ich habe keinen Schimmer, warum ein Bild, dass Angst, Schmerz, Gewalt und Zerstörung versinnbildlicht, gewinnt! Null Verständnis!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fotograf am 14.04.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Grauenhaft

    Schreckliche Bilder... Traurig gibt es dafür noch einen Preis.

  • Stella am 13.04.2018 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausstellung in Amsterdam

    Bin gerade in Amsterdam und werde mir die Ausstellung (wie fast jedes Jahr) ansehen.

    • H. Mueller am 14.04.2018 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Stella

      Warum? In Amsterdam gibt es so viel schönere Sachen, die man machen kann.

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  • quentin am 13.04.2018 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    na ja

    beim heutigen Stand der Technik kan man weder bei Fotos, noch bei Videos wissen ob die echt sind, alles kann man manipulieren.

  • Jo am 13.04.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtiger Fotojounalismus!

    Einigen hier ist nicht klar, dass genau diese schrecklichen Fotos wichtig sind. Mit Bildern wie diesen kann gezeigt werden, wie es auf der Welt zu und her geht. Natürlich ist das ein moralischer Konflikt.. ist es im Ordnung, wenn ich das dotografiere? - ja ist es. Du kannst alleine nocht jeden retten. Mach ein Foto danit du möglichst viele Menschen überzeugeng kannst, das Hilfe benötigt wird und man dann gemeinsam was machen kann!

    • ... und dann die Gegenseite die Trümmer am 13.04.2018 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      Manipulation

      Solche Bilder sind mit äussester Vorsicht zu geniessen. Eine geschickte Wahl des Bildausschnittes lässt ein harmloses Bild sehr dramatisch wirken. Auch wenn die Bilder technisch gut sind, die Realität zeigen sie nicht. Gerade beim Siegerbild habe ich grosse Zweifel. Auch wenn man beispielsweise in die Knie geht sieht ein kleiner Schaden plötzlich dramatisch aus. Es ist wichtig das man Bilder sieht aber man sollte unbedingt auch die Gegenseit anhöhren/sndehen. Gibt ein tolles Beispiel von Palästina. Die Hamas zeigt die Schoggiseite ihrer Regierung, den Luxus den dei Palästinenser genissen ...

    • Max M am 13.04.2018 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Jo

      Du hast absolut recht. Ich wollte genau das Gleiche schreiben, einfach ein bischen unfreundlicher und lesbarer ausgedrückt...

    • Te Rasse am 13.04.2018 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jo

      Korrekt

    • Te Rasse am 13.04.2018 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @... und dann die Gegenseite die Trümmer

      Das selbe kann man vom Leben als solches generell behaupten! Beim täglichen Spaziergang an der Sonne...ein Schritt nach links und schon steht man im Schatten

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  • Feline X am 13.04.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Ich gratuliere dem Fotografen zu seiner wichtigen Arbeit. Danke!