Marton Gyongyosi

27. November 2012 22:52; Akt: 28.11.2012 16:52 Print

Er will ungarische Juden registrieren lassen

Marton Gyongyosi von der rechtspopulistischen Jobbik-Partei will Juden registieren lassen – wegen der «nationalen Sicherheit». Beruhigend, dass Hunderte jetzt deswegen auf die Strasse gingen.

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Hunderte Demonstranten haben in Ungarn ihrer Verärgerung über einen rechtspopulistischen Politiker Luft gemacht, der wegen judenfeindlicher Äusserungen in die Kritik geraten ist: Marton Gyongyosi von der oppositionellen Jobbik-Partei hatte am Montag eine Registrierung der Juden in Ungarn gefordert. Er begründete dies mit einem «Risiko für die nationale Sicherheit».

Aus Protest gegen die Äusserungen trugen ungarische Abgeordnete am Dienstag gelbe Sterne, wie sie Juden während der Zeit des Nationalsozialismus an ihrer Kleidung befestigen mussten. Vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Budapest versammelten sich hunderte Menschen zu einer Kundgebung gegen Gyongyosi.

Gyongyosi hatte dem ungarischen Aussenministerium am Montag vorgeworfen, Israel zu unterstützen. Der Nahost-Konflikt sei die Gelegenheit, um zu erfassen, «wie viele Menschen jüdischen Ursprungs es hier, und vor allem im ungarischen Parlament und der ungarischen Regierung, gibt, die ein gewisses Risiko für die nationale Sicherheit Ungarns darstellen», sagte er.

Dem Holocaust fielen allein rund 550'000 ungarische Juden zum Opfer, davon viele im Konzentrationslager Auschwitz. Heute leben etwa 100'000 Juden in Ungarn.

Sanktionen geplant

Angesichts der jüngsten Äusserungen Gyongyosi kündigte der ungarische Parlamentspräsident Laszlo Kover Pläne für eine Änderung der parlamentarischen Vorschriften an. Dadurch sollten Sanktionen gegen Abgeordnete möglich sein, die mit Handlungen oder Äusserungen wie jenen von Gyongyosi auffielen.

(dapd)