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05. Februar 2018 22:25; Akt: 05.02.2018 22:25 Print

Erdogan im Vatikan

Papst Franziskus hat Recep Tayyip Erdogan im Vatikan empfangen – der erste Vatikan-Besuch eines türkischen Staatschefs seit 59 Jahren.

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Papst Franziskus hat dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei dessen historischer Visite im Vatikan ungewöhnlich viel Zeit eingeräumt.

In der 50 Minuten langen Audienz stand der Status Jerusalems im Mittelpunkt. Danach wurde betont, dass der Status Jerusalems nicht geändert werden dürfe. Man wolle den USA die gemeinsamen Bedenken über die Entscheidung übermitteln.

Gespräche über «Situation der Türkei»

Mit Spannung war auch erwartet worden, ob das katholische Kirchenoberhaupt die Menschenrechtslage in der Türkei ansprechen würde, die sich seit dem Putschversuch 2016 und dem in der Folge verhängten und mehrmals verlängerten Ausnahmezustand verschlechtert hat.

Es sei «über die Situation des Landes» gesprochen worden, teilte der Vatikan mit, nannte aber keine Details. Offen blieb auch, ob über das Vorgehen des türkischen Militärs mit verbündeten Kämpfern der Freien Syrischen Armee (FSA) gegen die kurdische Miliz YPG, die die Türkei als Terrororganisation einstuft, in Nordwestsyrien gesprochen wurde.

Laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sprachen Erdogan und Franziskus zudem über den Kampf gegen Fremdenhass und Islamophobie sowie die Lage in Syrien. Gemäss dem Vatikan ging es auch um die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge in der Türkei und die damit verbundenen Herausforderungen.

Ausschreitungen bei Mahnwache

Der Erdogan-Besuch wurde von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Anders als beim Besuch von US-Präsident Donald Trump im Mai vergangenen Jahres war für Touristen zum Zeitpunkt der Audienz kein Durchkommen in der Nähe des Petersplatzes.

Die Angst vor Terror und gewalttätigen Demonstrationen war in der italienischen Hauptstadt gross. 3500 Sicherheitskräfte waren Medienberichten zufolge im Einsatz.

Nach der Audienz kam es unweit des Petersdoms an der Engelsburg zu Ausschreitungen bei einer Mahnwache, zu der das kurdische Netzwerk Rete Kurdistan aufgerufen hatte. Die Polizei meldete zwei Festnahmen nach Handgreiflichkeiten.

Auf Transparenten wurde Freiheit für den inhaftierten PKK-Anführer Abdullah Öcalan gefordert. Laut Polizei hatten sich rund 150 Menschen am Protest beteiligt, der im Vorfeld genehmigt worden war, obwohl in grossen Teilen Roms am Montag ein Demonstrationsverbot galt.

Vor seinem Rückflug in die Türkei standen für Erdogan Treffen mit Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und Ministerpräsident Paolo Gentiloni an.

(gux)