Premiere im Weissen Haus

20. April 2017 19:30; Akt: 20.04.2017 20:50 Print

Erdogan kündigt Treffen mit Trump an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Besuch bei seinem US-Amtskollegen in Washington angesagt. Zwei Traktanden stehen ganz oben auf der Liste.

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Überreichen die Petition zur Annullierung des Verfassungsreferendums: Unterstützer der Oppositionspartei CHP am 18. April 2017 in Istanbul. Erklärungen: Das türkische Staatsoberhaut spricht in Ankara zu Kindern. (20. April 2017) Nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum in der Türkei hat der russische Staatschef Wladimir Putin dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Sieg des Ja-Lagers gratuliert. (18. April 2017) Hält eine Rede nach dem Referendum: Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara. (17. April 2017) Bild: AP Photo Warnende Töne von Seiten der EU: Recep Tayyip Erdogan spricht nach dem Referendum in Ankara. (17. April 2017) Bezeichnet den Vorwurf der OSZE-Beobachter als «inakzeptabel»: Recep Tayyip Erdogan begrüsst seine Anhänger am Flughafen in Ankara. (17. April 2017) Umjubelt von den Massen: Recep Tayyip Erdogan und seine Ehefrau Emine am Abend des 16. April in Istanbul. Vertreter des Nein-Lagers beklagen massive Wahlfälschung: Demonstranten in Istanbul vor der Abstimmung. (16. April 2017) Euphorie auf Ankaras Strassen: Erdogan Anhänger feierten den Sieg ihres Präsidenten. Die Gegner hingegen protestierten mit Bannern, auf denen «Kein Sieg» steht gegen Erdogan. Die türkische Polizei in Istanbul hat schwere Geschütze aufgefahren. Die Befürworter eines Präsidialsystems hätten sich mit einem Vorsprung von 1,3 Millionen Stimmen durchgesetzt, sagte Erdogan am Sonntag unter Berufung auf inoffizielle Ergebnisse. «Das Präsidialsystem ist nach nicht-offiziellen Ergebnissen mit einem Ja-Votum bestätigt worden», sagte Binali Yildirim vor Anhängern in Ankara. Jubel unter den Befürwortern: Anhänger Erdogans stehen mit wehenden Fahnen in einem Auto. (16. April 2017) Das Resultat fiel knapper aus als erwartet: 51,3 Prozent stimmten der Verfassungsreform zu. Noch vor dem endgültigen Resultat brechen Befürworter in Jubel aus. Erdogan gratulierte seiner Partei, der AKP, und seinen Koalitionspartnern. Die Enttäuschung bei den Anhängern der Oppositionspartei CHP ist gross. Die Gegner sprechen von Wahlmanipulation. Erst sah es nach einem klaren Ja aus für die Verfassungsreform, dann schmolz der Vorsprung: Auslandtürken in Berlin verfolgen die Auszählung. (16. April 2017) Konsterniert über den Ausgang des Referendums: Anhänger der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) in Ankara. (16. April 2017) Höchste Sicherheitsvorkehrungen: Polizisten und Wahlbeamte vor einem Abstimmungslokal in Diyarbakir im Südosten der Türkei. (16. April 2017) Kein geeintes Land mehr: Die Abstimmung bringt eine starke Spaltung in der Türkei zutage. Gespaltene Türkei: Während der kurdische Südosten und der Westen des Landes überwiegend Nein stimmten, stellten sich das anatolische Kernland und die Regionen an der Schwarzmeerküste mehrheitlich hinter die umstrittene Verfassungsreform. «Evet» oder «Hayir»? Das Resultat dieser Verfassungsreform ist für die Zukunft der Türkei wegweisend. Wie er abgestimmt hat, ist kein Geheimnis: Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Wahllokal in Istanbul. (16. April 2017) Suchbild mit Präsident: Staatschef Recep Tayyip Erdogan wird nach seiner Stimmabgabe von den Massen umjubelt. (16. April 2017) Warnt vor mehr Machtfülle für Erdogan: Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu. (16. April 2017) «Was immer das Ergebnis ist, wir werden es hoch achten»: Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat nach seiner Stimmabgabe in Izmir versprochen, jedes Ergebnis zu akzeptieren. Das Bild zeigt ihm am 14. April 2017 in Ankara. Er ist der Instagram-Star unter den Köchen und hat über eine Million Follower: Nusret Gökçe bei der Stimmabgabe. (16. April 2017) Die Wahllokale sind geöffnet: Eine junge Frau gibt in Diyarbakir im Südosten der Türkei ihre Stimme ab. (16. April 2017) Polizisten bewachen ein Wahllokal in Ankara. (16. April 2017) 55,3 Millionen sind zur Stimmabgabe aufgerufen: Wähler in Ankara. (16. April 2017) Wirbt für ein Ja: Präsident Recep Tayyip Erdogan ist der Motor hinter dem Projekt Verfassungsänderung. (15. April 2017) Er würde mit der Einführung des auf ihn zugeschnittenen Präsidialsystems de facto zum Alleinherrscher: Erdogan bei einem Auftritt in Istanbul. (12. April 2017) «So Gott will, wird diese Nation morgen Abend ihr eigenes Fest feiern.»: Ansprache von Präsident Erdogan am Tag vor der Abstimmung. (15. April 2017) «Dieser Sonntag ist der Tag, an dem unser Volk jenen europäischen Ländern eine Lektion erteilen wird, die uns in den vergangenen zwei Monaten mit aller Art von Gesetzlosigkeit einschüchtern wollten», sagte Erdogan und meint damit unter anderem die Schweiz.

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Recep Tayyip Erdogan hat erklärt, dass er Donald Trump Mitte Mai im Weissen Haus treffen werde. Er werde direkt nach einem Besuch in China am 15. Mai zu Gesprächen in die USA fliegen, sagte der türkische Präsident in einem Interview mit dem türkischen Auslandssender A-News am Donnerstagabend.

Es ist Erdogans erster Besuch in der amerikanischen Hauptstadt seit dem Amtsantritt Trumps im Januar. Erdogan sagte, bei dem Gespräch werde es um die Kooperation in Syrien sowie die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen gehen, den Ankara für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli vergangenen Jahres verantwortlich macht.

Verhält sich Trump anders als Obama?

«Dieser Terroristenführer lebt in einem Land, das ein strategischer Verbündeter ist», sagte Erdogan über Gülen. Er zeigte sich aber überzeugt, dass Trump sich in dem Fall anders als sein Vorgänger verhalten werde.

Präsident Barack Obama hatte im Fall Gülen auf die Unabhängigkeit der US-Justiz verwiesen, die über das türkische Auslieferungsgesuch entscheiden muss. Wegen des Streits um Gülen sowie Obamas Kritik am harten Vorgehen der türkischen Regierung gegen ihre Gegner hatte sich das Verhältnis Erdogans zu Obama zuletzt stark verschlechtert. Erdogan hofft nun auf einen Neustart der Beziehungen mit Trump.

Gemeinsam gegen den IS?

Die Türkei wolle in Syrien mit den USA gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zusammenarbeiten, sagte Erdogan. Er drang erneut auf eine Kooperation bei der Rückeroberung der IS-Hochburg Rakka. Die USA haben aber bisher aber auf eine Kooperation mit der kurdischen YPG-Miliz gesetzt, die die Türkei als syrischen Ableger der in ihrem Land verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) betrachtet.

(fal/sda/afp)