Streit um Vaterschaft

04. Dezember 2012 20:52; Akt: 04.12.2012 21:51 Print

Ex-Geliebter von Rachida Dati soll zum Gentest

Die ehemalige französische Justizministerin Rachida Dati will endlich wissen, wer der Vater ihrer Tochter ist. Der frühere Geliebte Dominique Desseigne muss nun einen DNA-Test machen.

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Die Geburt der kleinen Zohra hatte vor fast vier Jahren in Frankreich zu wilden Spekulationen darüber geführt, wer der Vater des Mädchens sein könnte. Nun will die Mutter und ehemalige französische Justizministerin Rachida Dati dessen Identität mit einem Gentest feststellen lassen. Ein Gericht in Versailles ordnete am Dienstag einen Vaterschaftstest bei Datis früherem Geliebten Dominique Desseigne an.

Allerdings kann der 68-jährige Multimillionär und Geschäftsführer der Hotel- und Casinokette Groupe Lucien Barrière den Gentest verweigern. In der Vergangenheit hatte er mehrmals erklärt, zu einem solchen Test nicht bereit zu sein. Eine Weigerung könnte nach Einschätzung von Justizexperten allerdings als Eingeständnis der Vaterschaft ausgelegt werden. Sollte das Gericht urteilen, dass es sich bei Desseigne um Zohras Vater handelt, hätte Dati Anspruch auf Unterhaltszahlungen und ihre Tochter Erbschaftsrechte.

Nach Zohras Geburt im Januar 2009 hatte sich die damalige Justizministerin Dati nicht zum Vater ihrer Tochter geäussert. Vergangenen Monat erklärte die 46-Jährige dann, Desseigne sei der Vater des Mädchens und zog vor das Gericht in Versailles.

Dati soll zum Zeitpunkt der Zeugung mehrere Liebhaber gehabt haben

Das Rätselraten um den Vater von Zohra trug wesentlich zu Datis geheimnisvollem Image bei. Zum Zeitpunkt der Zeugung soll sie mehrere Liebhaber gehabt haben. Die französischen Boulevardblätter berichteten während ihrer Schwangerschaft über jeden Schritt der eleganten Ministerin mit Hang zu exquisiter Kleidung, teurem Schmuck und hochhackigen Schuhen.

Dati galt als Lieblingsministerin des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Die Tochter eines Marokkaners und einer Algerierin war als eines von elf Geschwistern in einer Sozialwohnung aufgewachsen und wurde in Sarkozys konservativem Kabinett als Beispiel für eine gelungene Integration gefeiert.

Derzeit sitzt Dati für die ostfranzösische Stadt Strassburg im Europäischen Parlament. Als Bürgermeisterin des eleganten 7. Arrondissements von Paris hält sie allerdings weiterhin Kontakt zu den Machtzirkeln der Hauptstadt.

(dapd)