14 Tote in Deutschland

27. November 2012 17:44; Akt: 27.11.2012 19:32 Print

Gas verursachte Brand in BehindertenheimGas verursachte Brand in Behindertenheim

Am Tag nach dem verheerenden Brand in Titisee-Neustadt hat die Polizei die Brandursache ermittelt. Eine Gasflasche im Ofen der Werkstatt hatte ein Leck.

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Am Dienstag, 27. November, kennt die Polizei die Brandursache: Aus der Flasche eines Ofens in der Werkstatt ist offenbar Gas ausgetreten und hat sich entzündet. In der der Kirche des deutschen Dorfs Titisee-Neustadt brennen 14 Kerzen. Sie stehen für die 14 Menschen, die am Montag, 26. November, dem Brand in einem Behindertenheim zum Opfer gefallen sind. Das ganze Dorf in Baden-Würtemberg ist fassungslos. Manche Menschen legen Blumen vor das Behindertenheim ... ... andere zünden Kerzen an und beten. Tags zuvor ist in diesem Behindertenheim das Feuer ausgebrochen. Von aussen sieht man dem Gebäude im Schwarzwald am Dienstag bis auf wenige Brandspuren und zerborstene Scheiben wenig an. Ein vereinzelter Rollstuhl steht vor dem Gebäude. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ist am Montagnachmittag schnell zur Stelle. Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Zehn behinderte Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren sowie drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren und eine 50-jährige Betreuerin kamen beim Brand ums Leben. Weitere neun Personen - sieben behinderte Menschen aus der Werkstatt und zwei Feuerwehrleute - wurden verletzt. In der Einrichtung der Caritas befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Weitere neun Personen - sieben behinderte Menschen aus der Werkstatt und zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. In der Einrichtung der Caritas befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

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Eine Gasexplosion hat die Brandkatastrophe mit 14 Toten in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald verursacht. Warum sich am Montag das Gas entzündete, ist noch unklar.

Nach derzeitigem Kenntnisstand spreche alles für ein Unglück, sagte Staatsanwalt Peter Häberle am Dienstag. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Tat.

Dennoch habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Brandstiftung beziehungsweise fahrlässiger Tötung eingeleitet. «Das bedeutet aber nicht, dass fahrlässiges Verhalten vorliegt», sagte Häberle.

Bei dem Feuer in der Einrichtung des katholischen Hilfswerks Caritas in Titisee-Neustadt waren am Montag 14 Menschen ums Leben gekommen, 13 Behinderte und eine Betreuerin.

Die explodierte Gasflasche gehörte zu einem Gasofen, der in der Werkstatt aufgestellt war. «Es kam zu einer schlagartigen Ausbreitung von Feuer und Rauch», sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Menschen in dem Raum hatten nach Darstellung der Experten kaum eine Chance, dem Inferno zu entkommen. Alle seien sofort tot gewesen.

Brandschutz ausreichend

Der Brandschutz in der Behindertenwerkstatt war aus Sicht der Behörden völlig ausreichend. «Der vorbeugende Brandschutz war absolut ordnungsgemäss», sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Der Einsatz der Rettungskräfte sei «vorbildlich gelaufen».

Von den 97 Menschen, die sich aus dem Gebäude retten konnten, schafften dies nach Darstellung der Behörden 86 aus eigener Kraft. Nur elf Menschen mussten von der Feuerwehr aus dem Gebäude geleitet werden. Dies spreche für das Funktionieren des Rettungskonzepts mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer und einer Stahltreppe, sagte Schäfer.

Zehn Frauen und drei Männer mit Handicaps erstickten an giftigem Rauch oder verbrannten. Die behinderten Frauen waren im Alter von 28 bis 68 Jahren, die Männer zwischen 45 und 68 Jahren. Die getötete Betreuerin war 50 Jahre alt. Neun Menschen wurden schwer verletzt.

Gemeinde plant Trauerfeier

Papst Benedikt XVI. gedachte der Opfer und versicherte den Hinterbliebenen in einem Brief an den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch seine tief empfundene Anteilnahme. Die Kirchen und die Gemeinde Titisee-Neustadt planen für kommenden Samstag eine ökumenische Trauerfeier.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, kündigte an, am Samstag werde das ganze Bundesland trauerbeflaggt. Landesweit herrschte in vielen Behinderteneinrichtungen Mitgefühl. Zugleich wurden vielerorts der Brandschutz und die Fluchtwege überprüft.

Die Behindertenwerkstatt wird längere Zeit geschlossen bleiben. Die Schäden seien immens, sagte ein Sprecher der Caritas. Zwei Stockwerke des Gebäudes seien durch Feuer und Rauch nahezu komplett zerstört worden. Die Einrichtung solle hergerichtet und wieder eröffnet werden. Die Behinderten würden so lange in anderen Einrichtungen untergebracht.

(sda)