Todesfahrt

17. Oktober 2008 14:19; Akt: 17.10.2008 21:43 Print

Haider kam aus der Schwulenbar

Wo hat sich Jörg Haider kurz vor seinem Tod noch aufgehalten? Jetzt sind neue Details über die Unfallnacht bekannt geworden: Haider betrank sich gemäss Staatsanwalt in einer bekannten Klagenfurter Schwulenbar.

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Wo war Haider vor der Unfallfahrt? Diese Frage beschäftigte in den letzten Tagen ganz Österreich. Jetzt gibt es eine offizielle Antwort auf die Frage: in einer Schwulenbar.

Laut Gottfried Kranz, Leiter der Klagenfurter Staatsanwaltschaft, kam Jörg Haider am Samstag um 0.15 Uhr in der Bar «Stadtkrämer» an. Bekannt ist inzwischen auch, dass sich der rechtsgerichtete österreichische Politiker um 0.45 Uhr wieder ans Steuer seines VW Phaeton setzte und dass er eine halbe Stunde später tot war.

«Ob lesbisch oder schwul»

Über den «Stadtkrämer» heisst es im Internet: «Ob alt, ob jung, ob lesbisch oder schwul, das Lokal ist immer cool». Schon früher gab es Berichte über die Homosexualität des verheirateten Landeschefs, der Vater von zwei Kindern ist. In der «TAZ» wurde Haider bereits vor Jahren als Schwuler geoutet. Dort bezeugten Mitglieder der Wiener Schwulenszene, dass Haider mit mehreren Männern regelmässig sexuellen Kontakt gehabt habe. Einige davon sollen jünger als 18 Jahre alt gewesen sein. Das würde einen Verstoss gegen das Schutzalter für Homosexuelle in Österreich bedeuten.

Die TAZ behauptete in ihrer Berichterstattung, dass der Politiker in letzter Zeit oft in die Slowakei gereist sei – dort ist das Schutzalter 15 Jahre, im Gegensatz zu 18 in Österreich.

Grosse Mengen Alkohol im Spiel

Wie viel Alkohol Haider in der Schwulenbar trank, ist unklar. Die gerichtsmedizinische Obduktion hatte ergeben, dass er mit 1,8 Promille Alkohol im Blut in den Tod gerast war.

Laut einem Bericht der Staatsanwaltsschaft wurde Haider in dem Szene-Lokal angeboten, ihn nach Hause zu bringen. Doch er lehnte ab. Die Familie des Politikers hat laut österreichischen Medien jetzt Klage gegen den Staatsanwalt wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht.

(kle)