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«Unlenkbar»
19. November 2012 13:38; Akt: 19.11.2012 15:21 Print
Hamas-Raketen bedrohen auch eigene Leute
Die Raketen der Palästinenser sind derart ungenau, dass sie eigentlich jeden treffen können - auch die Bevölkerung im Gazastreifen. Auch in Ostjerusalem sind Glaubensbrüder gefährdet.
Über 800 Raketen sollen militante Palästinenser in den vergangenen fünf Tagen aus dem Gazastreifen abgefeuert haben. Die kruden Geschosse namens Qassam, Fajr und Grad sind gemeingefährlich, denn sie lassen sich nicht steuern. Wo sie einschlagen, ist letztlich Zufall. Vielleicht in einer militärischen Einrichtung, in einem Wohnhaus, in einem öden Stück Wüste oder in einer Schule.
Infografik Der NahostkonfliktInsofern erstaunt der Beschuss Jerusalems, den der bewaffnete Arm der Hamas am Freitag stolz vermeldete. Eine Rakete schlug in der Nähe einer jüdischen Siedlung südlich der Stadt ein, ohne Schaden anzurichten. Doch in Jerusalem leben nicht nur Juden, sondern auch über 250'000 Palästinenser. Ohne weiteres hätte die ungeleitete Rakete auch sie treffen können. Oder den Felsendom, den drittheiligsten Ort der Muslime. Wie würde die Hamas einen solchen Schuss in den eigenen Fuss rechtfertigen?
Bei den potenziell Betroffenen scheint sich die Besorgnis in Grenzen zu halten: «Die Hamas soll noch mehr Raketen rüberschicken», sagte ein palästinensischer Taxifahrer aus Ostjerusalem gegenüber Radio DRS. Er wünsche sich nichts mehr als eine Lektion für diese israelische Regierung, die jede Bereitschaft zum Frieden und Dialog mit den Palästinensern verweigere.
UNO: Raketen verstossen gegen internationales Recht
Die Ungenauigkeit der palästinensischen Raketen ist derart gross, dass es manche nicht einmal aus dem Gazastreifen heraus schaffen: «Die Hamas feuert aus Wohngebieten und trifft die eigene Bevölkerung», twittert die israelische Armee. Demnach seien in den vergangenen fünf Tagen über 100 Raketen in Gaza selbst eingeschlagen. Von palästinensischer Seite werden solche Zwischenfälle nicht bestätigt.
Die UNO hielt bereits anlässlich des Gazakriegs 2008/2009 fest: «Die palästinensischen Geschosse können nicht auf militärische Einrichtungen gelenkt werden». Faktisch handle es sich um «unterschiedslose» Angriffe auf die Zivilbevölkerung und somit um einen Verstoss gegen internationales Recht, heisst es im Goldstone-Bericht
Qassam-Raketen in einem Propaganda-Video:
(Video: Youtube/Hossam Zein)
(kri)

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