Indirekte Gespräche

24. November 2012 17:19; Akt: 24.11.2012 17:32 Print

Hamas will Waffen nicht abschwören

Israel hat angefangen, die Blockade des Gazastreifens zu lockern. Weitere Zugeständnisse macht Jerusalem von einer Abrüstung der Hamas ab. Doch davon will die Organisation nichts wissen.

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Kämpfer der Qassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas, an einer Trauerfeier in Gaza. (Bild: Keystone/AP/Adel Hana)

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Die Nummer zwei der radikalislamischen Hamas hat Spekulationen über eine mögliche Bereitschaft der Organisation, auf Waffen zu verzichten, zurückgewiesen. Die militante Gruppe werde weder den Bau von Waffen noch den Schmuggel von Waffen in den Gazastreifen einstellen, sagte Mussa Abu Marsuk am Samstag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Zuvor war aus israelischen Sicherheitskreisen verlautet, Israel würde eine erhebliche Lockerung der Blockade des palästinensischen Autonomiegebiets wahrscheinlich von der Bereitschaft der Hamas abhängig machen, auf weitere Waffen zu verzichten.

Forderungen nach einem Verzicht auf Waffen erteilte Marsuk am Samstag jedoch eine deutliche Absage: «Diese Waffen haben uns geschützt», sagte er. Seine Äusserungen deuten auf die grossen Herausforderungen hin, mit denen die von Ägypten vermittelten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas über ein neues Grenzabkommen für den Gazastreifen verbunden sind.

Verhandlungen über eine Lockerung der Blockade des Gazastreifens sind Teil der zwischen der Hamas und Israel vereinbarten Waffenruhe, die am Mittwoch in Kraft trat und die acht Tage andauernden schweren Gefechte zwischen den Konfliktparteien beendete. Bewohner des Gazastreifens berichteten am Samstag, Israel habe bereits einige Restriktionen gelockert. Indirekte Gespräche zwischen Israel und der Hamas über eine weitere Lockerung der Sanktionen sollen am Montag in Kairo geführt werden, wie Hamas-Vizechef Marsuk ankündigte.

(dapd)