Vorliebe für Waterboarding

13. März 2018 20:05; Akt: 13.03.2018 20:09 Print

Neue CIA-Chefin hat eine Folter-Vergangenheit

Nach Tillersons Entlassung wird Gina Haspel die erste Frau an der Spitze der CIA. Ihre Rolle bei der Folter von Gefangenen ist bekannt.

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Am Dienstag gab es (erneut) personelle Wechsel in Trumps Administration. Kurz nachdem der US-Präsident seinen Aussenminister Rex Tillerson entliess, bestimmte er CIA-Chef Mike Pompeo zu dessen Nachfolger. Als Nachfolgerin von Pompeo ernannte Trump dessen bisherige Stellvertreterin Gina Cheri Haspel, die somit als erste Frau an der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes stehen wird.

Mit Haspels Ernennung macht Trump seine Haltung in Sachen Anti-Terror-Kampf deutlich: Die 61-jährige CIA-Mitarbeiterin steckt seit vielen Jahren hinter fragwürdigen Befragungsmethoden bei Extremisten. Wie die renommierte Zeitschrift «The New Yorker» berichtete, taucht der Name Haspel «in vielen dunklen Kapiteln der CIA» auf.

Eine Vorliebe für Waterboarding

Seit 1985 arbeitete Haspel in verschiedenen Positionen des US-Geheimdienstes auf der ganzen Welt, unter anderem in London. Im Jahr 2002 wurde sie zur Leiterin des Geheimgefängnisses «Cat’s Eye» in Thailand gemacht, in dem zwei mutmassliche Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida gefoltert wurden.

Nach einem Senatsbericht wurden Abu Subaida und Abd al Rahim al Nashiri dort mehrfach dem sogenannten Waterboarding, also dem vorgetäuschten Ertränken, sowie Schlafentzug und anderen Foltermethoden bei Verhören unterzogen. Beide wurden später in das Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba verlegt.

Eine Anzeige der deutschen Generalbundesanwaltschaft

Das investigative Nachrichtenportal ProPublica berichtete im Februar 2017, viele der CIA-Depeschen, in denen die Verhöre von Abu Subaida beschrieben wurden, seien von Haspel unterzeichnet worden. Aufnahmen der Folter wurden 2005 von der CIA zerstört. Laut Berichten der «New York Times» und anderer US-Medien spielte Haspel auch dabei eine Rolle.

Die in Berlin ansässige unabhängige Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zeigte sie laut einem Bericht der «Zeit» deswegen im vergangenen Juni beim deutschen Generalbundesanwalt an.

«Eine engagierte Patriotin»

Seit Februar 2017 ist Haspel Vizedirektorin der CIA.
Innerhalb der Agentur geniesst sie laut US-Medien grosses Ansehen. Auch von ihrem Vorgesetzten gab es für ihre Arbeit Worte des Lobes: «Gina ist eine beispielhafte Spionin und eine engagierte Patriotin, die mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Agentur hat. Sie ist auch eine erfahrene Führungskraft mit einer fantastischen Fähigkeit, Dinge zu tun und Mitmenschen zu inspirieren», sagte einst Mike Pompeo.

Gina Haspel trat bislang nicht mit politischen Positionen in Erscheinung. Als CIA-Vizechefin war sie vor allem hinter den Kulissen tätig. Es wird nun allgemein erwartet, dass sie die Linie Pompeos fortsetzen wird. Ihre Ernennung als CIA-Chefin muss aber noch vom Senat abgesegnet werden.

(kle/sda)