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Meilenstein
08. Dezember 2012 04:07; Akt: 08.12.2012 08:14 Print
Historischer Entscheid für Homo-Rechte
Der Oberste Gerichtshof der USA will sich mit der Homo-Ehe befassen und dabei möglicherweise eine der weitreichendsten Entscheidungen der letzten Jahre treffen.
Der Supreme Court, das Verfassungsgericht der USA, hat gestern entschieden, über zwei Fälle zu urteilen, die für die Gleichberechtigung der Homosexuellen eine ähnliche Bedeutung haben könnten wie der Entscheid zur Abtreibung, die den Frauen 1973 das Recht gab, selbst zu entscheiden, ob sie ein Kind abtreiben oder austragen wollen.
Materiell geht es im einen Fall um das Berufungsverfahren gegen ein Urteil, das ein 2008 von den Stimmbürgern Kaliforniens angenommenes Gesetz, die sogenannte Proposition 8, für verfassungswidrig erklärte. Mit Proposition 8 wurde festgelegt, dass die Eheschliessung nur zwischen einer Frau und einem Mann rechtens ist. Zuvor war die Homo-Ehe in Kalifornien legal.
Urteil mit Signalwirkung
Die Anwälte eines schwulen, heiratswilligen Paars klagten dagegen mit dem Argument, einem gleichgeschlechtlichen Paar könne das Recht auf Ehe nicht weggenommen werden. Ein Bundesgericht in San Francisco gab ihnen recht, ein Berufungsgericht stützte dieses Urteil, allerdings mit einer engeren Auslegung des Falles.
Die Befürworter der Proposition 8 zogen den Fall daraufhin weiter, und das höchste Gericht entschied nun, dass es die Verfassungsmässigkeit der Proposition 8 untersuchen wolle. Damit stellt der Supreme Court die Weichen für ein Urteil, das unter Umständen alle Bundesstaaten, die die Homo-Ehe bisher nicht anerkennen, zu einer Gesetzesänderung zwingen.
Dies war unter anderem der Fall, als der Supreme Court 1967 die gemischtrassige Ehe für legal erklärte, die damals in etlichen Bundesstaaten noch immer verboten war. Umgekehrt würde eine Aufhebung des Urteils der unteren Instanzen nichts weiter bedeuten, als dass gleichgeschlechtliche Paare in Kalifornien weiterhin nicht heiraten dürften.
Gleicher Schutz für homosexuelle Paare
Im zweiten Fall geht es darum, ob es rechtens sei, homosexuellen Ehepaaren Vergünstigungen zu verweigern, die anderen Ehepaaren von Staates wegen zustehen. Dabei geht es unter anderem um Krankenversicherung oder Steuern. Der Defense of Marriage Act (DOMA) von 1996 hatte die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau definiert und Homo-Paare gestützt darauf diskriminiert, selbst wenn ihre Ehe in ihrem Bundesstaat legal ist.
Dagegen wurden mehrere Verfahren angestrengt, und vier Bezirksgerichte sowie zwei Berufungsgerichte haben das Gesetz für verfassungswidrig erklärt, da es das Recht auf gleichen Schutz für alle verletze. Präsident Obama hatte im letzten Jahr erklärt, er werde DOMA nicht mehr verteidigen; dieses Jahr bejahte er zudem das Recht der Homosexuellen auf Heirat.
Der Supreme Court wird die beiden Fälle vermutlich im März anhören und bis Ende Juni eine Entscheidung treffen.
(bem)

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