Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Erste Bilanz
13. November 2012 22:03; Akt: 13.11.2012 22:06 Print
Hollande bittet Frankreich um mehr Geduld
Nach der anhaltenden Kritik an seiner Politik sucht Frankreichs Präsident sechs Monate nach seinem Amtsantritt die Offensive. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit habe nun höchste Priorität.
Im Angesicht der «ernsten Lage» in seinem Land will Präsident Hollande den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit verstärken. Seit 17 Monaten steigt die Zahl der Erwerbslosen stetig. Sein Ziel sei es, diese Entwicklung bis Ende des kommenden Jahres umzukehren, sagte Hollande im Pariser Élysée-Palast, wo er eine erste Bilanz zog.
Bildstrecken Jetzt wird auch in Frankreich demonstriertAmtsübergabe in ParisHollande hat seit seiner Wahl zum Präsidenten mit rund 52 Prozent der Stimmen Anfang Mai rund zehn Prozent an Zustimmung verloren und wollte auf der Medienkonferenz nach eigenen Angaben Klarheit über seinen Kurs schaffen.
Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei zwar «alles gesagt, aber nicht alles versucht worden», sagte Hollande. Er forderte Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem «historischen Kompromiss» auf. Wenn die Sozialpartner nicht handelten, «wird die Regierung Entscheidungen treffen». Gleichzeitig forderte Hollande Flexibilität für Unternehmen und Sicherheit für Arbeitnehmer.
Bitte um Geduld
«Wir erleben nicht nur eine Krise, wir erleben einen weltweiten Wandel», sagte Hollande in Anwesenheit des Kabinetts von Premierminister Jean-Marc Ayrault. Diesen Wandel zu bewältigen, brauche Zeit.
Neben dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nannte der Präsident die Schaffung von stetigem Wirtschaftswachstum sein wichtigstes Ziel. Entscheidend seien dabei nicht aktuelle Meinungen, sondern der Zustand Frankreichs in fünf Jahren. «Ich bereite keine Lösung für die nächste Wahl vor, sondern für die nächste Generation», sagte Hollande.
Den sogenannten Pakt für Wettbewerbsfähigkeit verteidigte der Staatschef. Notwendig für einen Aufschwung seien Stabilität für Investoren und das Vertrauen der Konsumenten.
Plädoyer für Griechenland-Hilfe
In der Euro-Schuldenkrise forderte Hollande eine Auszahlung der neuen Finanzhilfen für Griechenland. Das jüngste Sparpaket der Athener Regierung sei hart, Griechenland warte nun auf die Unterstützung von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds. Die Griechenland-Hilfe sei für ihn eine Frage der Integrität der Euro-Zone.
Hollande forderte auch die Unterstützung der deutschen Regierung ein. Während Frankreich vor allem Wettbewerbsfähigkeit und Verlässlichkeit zu demonstrieren habe, müsse Deutschland Solidarität unter Beweis stellen, sagte der Staatschef.
Würdigung der Achse Paris-Berlin
Er und Bundeskanzlerin Angela Merkel müssten Europa voranbringen und Kompromisse erarbeiten. «Nichts darf getan werden, was diese Beziehung schwächt», warnte Hollande.
Der Präsident bezeichnete die zuletzt häufig problematisierten Beziehungen zwischen beiden Ländern als gut. «Die Kanzlerin und ich reden offen miteinander, ohne uns Lektionen zu erteilen», sagte Hollande.
In Frankreich hatte ein Bericht der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» für Aufregung gesorgt, wonach der deutsche Sachverständigenrat auf Anregung von Finanzminister Wolfgang Schäuble ein Reformkonzept für Frankreich vorbereiten solle. Die Wirtschaftsweisen hatten die Information später dementiert
Kritik von der Opposition
Die Kritik von Seiten französischer Medien, der sich Präsident Hollande zunehmend ausgesetzt sieht, nannte dieser «Hollande- Bashing». Er sei einer Art «Punching-Ball» für die Medien.
Die konservative Opposition kritisierte den Auftritt des Staatschefs. «Hollande ist ein Präsident, der den Kopf noch weiter in den Sand steckt», sagte der frühere Regierungschef François Fillon im Fernsehen. Der Fraktionsvorsitzende der konservativen UMP im Parlament, Christian Jacob, sprach von einem «Präsidenten, der kommentierte». Gefragt sei aber ein Präsident, der handle.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 9 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















vive la vie
Hollande ist und bleibt ein Blender: In Krisenzeiten sind gemässigte Politiker gefagt nicht solche die den Firmen milliarden Geschenke macht.
wachstum
wachstum ist nicht dei Lösung. wachstum ist das problem..
Stimme völlig zu !
Unendliche Wachstum in ein endliche Welt ist ein Rezept für Selbsvernichtung.
Zuerst Produktivität, dann Wachstum!
...richtig, Wachstum ist nämlich bei einem immer weniger arbeitenden (=immer unproduktiver werdenden) und immer höhere Steuern erhebenden Staat nicht möglich. Frankreichs enorme Steuern finanzieren Faulenzer, Kriminelle und sonstige der Gesellschaft nicht besonders nützliche Individuen, anstatt, dass die sich richtig verhaltenden, nützlichen Bürger belohnt werden. Innovation und Entrepreneurship werden nicht gefördert. Um wieder wachsen zu können, müssen sie zuerst produktiver werden!
wenn wahlen etwas ändern würden..
tja jetzt merkt man vielleicht, das wahlen genau KEINE rolle spielen. die Franzosen wollten veränderungen was bekamen sie? Das selbe in grün, er redet nur etwas anders. gleiches gillt z.B. für die USA. Aber solange wir keine Medien haben die uns anständig informieren. da.h. objekitv, nichts abgeschrieben oder gleichgeschalten, nicht einseitig, keine lügen.. dann kann sich was änder. aber leider haben die Massenmedien noch zu viele gläubiger..