Richtung Basel

18. November 2012 12:18; Akt: 18.11.2012 19:06 Print

Horrorunfall auf deutscher A5 fordert sechs Tote

Sechs Menschen sind am Sonntagmorgen bei einem schweren Unfall bei Offenburg ums Leben gekommen. Die Polizei sprcht von einem «schrecklichen Bild».

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Rettungskräfte und Einsatzfahrzeuge stehen am 18. November 2012 auf der Autobahn A5 bei Offenburg (Baden-Württemberg). Nach Polizeiangaben starben bei einem Verkehrsunfall sechs Menschen. Bis auf Weiteres ist die Unfallstelle wegen der Beweissicherung durch die Polizei gesperrt. (Bild: Keystone/Patrick Seeger)

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Horrorunfall auf einer Autobahn in Baden-Württemberg: Ein Geisterfahrer riss auf der Autobahn 5 in Südbaden fünf Menschen mit in den Tod. Der 20-Jährige Lenker rammte am frühen Sonntagmorgen im Nebel einen vollbesetzten Minivan frontal.

Der Falschfahrer und die fünf Zufallsopfer wurden zum Teil aus ihren Wagen geschleudert - sie starben sofort, wie die Polizei mitteilte. Warum der 20-Jährige verkehrt auf die Autobahn gefahren war, blieb zunächst unklar.

Eine 37-Jährige, die Erste Hilfe leisten wollte, wurde von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Der Autofahrer hatte sie im Nebel übersehen.

Schliesslich prallte ein weiterer Wagen in die ungesicherte Unfallstelle. Die beiden Fahrer und ein weiterer Insasse wurden nur leicht verletzt. Die Autobahn zwischen Offenburg und Lahr in Südbaden war bis zum frühen Nachmittag komplett gesperrt.

Wie ein Schlachtfeld

Der Geisterfahrer sei gegen 6.00 Uhr bei Lahr falsch auf die Autobahn in Richtung Basel gefahren und dann auf den Minivan geprallt, erklärte die Polizei. Kurz vor dem Unfall habe es Meldungen über einen Geisterfahrer auf der A5 gegeben.

Am Steuer des gemieteten Vans sass ein 30-jähriger Mann. In dem Wrack starben zudem zwei Frauen im Alter von 23 und 36 Jahren sowie zwei Männer (26 und 27 Jahre alt).

Der Unfallort im Nebel sah aus wie ein Schlachtfeld. «Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild», sagte ein Polizeisprecher. Auf einem Abschnitt von etwa 100 Metern lagen Leichenteile und Trümmer der Autowracks.

Grossaufgebot an Rettern

Zunächst herrschte stundenlang Unklarheit über den Unfallhergang. Erst im Laufe des Vormittags gelang es zudem Rechtsmedizinern die ersten Opfer zu identifizieren. Gegen 15.30 Uhr war die Unfallstelle geräumt.

Der Rettungsdienst war mit 22 Helfern und Notärzten sowie sechs Wagen im Einsatz. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren ebenfalls mit zahlreichen Kräften vor Ort. Sachverständige begutachteten im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Unfallstelle.

Es ist der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb von drei Wochen auf Autobahnen in Baden-Württemberg.

Unfälle mit Geisterfahrern

Deutschlandweit gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tote bei Unfällen durch Falschfahrer. Zuletzt hatte ein Geisterfahrer im Sauerland einen Unfall mit fünf Toten verursacht. Der Falschfahrer hatte bei einem Suizid auf der Autobahn bei Meschede sich und vier weitere Menschen in den Tod gerissen - auch an einem frühen Sonntagmorgen.

Im Oktober starben zwei Kinder und ihr Vater beim Zusammenstoss mit einer Geisterfahrerin auf der A1 in Rheinland-Pfalz. Bei einem Unfall in Bayern kamen eine 31-jährige Mutter und ihre beiden Töchter ums Leben. Ihr Wagen prallte auf der falschen Spur der Autobahn nahe Bamberg gegen ein entgegenkommendes Auto.

(sda/dapd)