Streng katholisch

14. November 2012 23:04; Akt: 15.11.2012 09:24 Print

Irland verweigert Abtreibung - Frau stirbtIrland verweigert Abtreibung - Frau stirbt

Trotz schwerer Komplikationen bei der Schwangerschaft weigerten sich irische Ärzte, bei einer Frau eine Abtreibung vorzunehmen. Jetzt ist die 31-Jährige tot.

storybild

Demonstranten protestierten vor dem irischen Parlamentsgebäude in Dublin gegen die harten Abreibungsgesetze. Auf dem Bild das Opfer und die Worte: «Wie viele noch? Schande über Dich, Irland. Schande über uns.» (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Im streng katholischen Irland ist die 31-jährige Savita Halappanavar gestorben, nachdem sich die Ärzte nach einer Schwangerschaftskomplikation gegen eine Abtreibung entschieden hatten. Der Fall führte zu einem Aufschrei vor allem in der politischen Linken in Irland.

«Eine Frau musste sterben, weil das Universitätsspital in Galway sich weigerte, eine notwendige Abtreibung vorzunehmen, um ernsthafte Lebensgefahr zu verhindern», sagte die Parlamentsabgeordnete Clare Daly. Das Spital untersucht den Fall.

Die junge Frau indischer Abstammung war in der 17. Schwangerschaftswoche, als sie wegen Komplikationen ins Spital ging. Nach Angaben ihres Mannes habe die Familie mehrere Male um eine Abtreibung gebeten, um das Leben der Mutter zu retten.

«Irland ist ein katholisches Land»

Die Ärzte hätten dies jedoch mit dem Hinweis verweigert, bei dem Ungeborenen sei noch ein Herzschlag festzustellen. Später kam es zur Totgeburt. Die Frau starb nach einer anschliessenden Operation an einer Blutvergiftung.

Der Ehemann gab laut Presseberichten an, ihm sei als Grund für die verweigerte Abtreibung erklärt worden, Irland sei ein katholisches Land. Er wolle nun gegen das Spital klagen.

Abtreibung ist in der katholisch geprägten Republik Irland grundsätzlich verboten. Allerdings hatte 1992 das höchste irische Gericht in einem Grundsatzurteil festgelegt, dass im Falle von Lebensgefahr für die werdende Mutter während einer Schwangerschaft eine Abtreibung erlaubt ist. Allerdings wurde die Rechtsprechung nie in einen Gesetzestext aufgenommen.

(sda)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
  • wochen wende am 15.11.2012 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    hätte ich von ihr vorher gewusst, hätte ich ihr das ticket in die schweiz und die abtreibung bezahlt. trotz schwerer komplikationen nicht abzutreiben, ist eifach irrsinn. religion kann gift sein, wenn man nur mit dem kopf und nicht mit dem herzen lebt.. total verblendet diese iren.

  • Marco P. am 15.11.2012 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder

    Und wieder hat die Religion ein Menschenleben mehr auf dem nicht vorhandenen Gewissen.

  • tschibeli am 15.11.2012 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Papst nach Rom schicken!

    Wie wäre das, wen niemand mehr abtreiben würde, dann die ungewollten Kinder zum Papst bringen (schicken). Er würde mit tausenden Kindern überschwemmt. Vielleicht würde so ein umdenken bei der Kath. Kirche stattfinden. Die Masse machts, siehe all die Proteste.

    • Realist am 15.11.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Da wäre ich mir nicht sicher!!

      Wenn Du Kinder zum Papst bringst ist das keine gute Idee denn wir alle wissen was dann mit den Kindern passieren wird... ! Ergo, Kirche abschaffen denn Sie ist für nichts ausser Macht ausüben und die Menschen unterdrücken... Glauben kann man auch ohne Religion, aber etwas dass zu 98% Leid bringt gehört nicht in die Welt...

    • Weber am 15.11.2012 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ja zum Papst

      und was passiert dort mit den Kindern, der Papst und seine Bischöfe haben ihre Roben schnell über die Schulter geworfen.

    • malu am 15.11.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      ....bitte nicht...

      wenn man bedenkt, dass immer wieder Vorwürfe gegen Geistliche erhoben werden, diese würden sich an kindern vergehen, ist dies wohl keine wirklich gute Idee.....

    einklappen einklappen