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Fremdenfeindliche Gesinnung
12. November 2012 12:42; Akt: 12.11.2012 14:05 Print
Jeder sechste Ostdeutsche denkt rechtsextrem
Experten haben in einer Studie vor der Ausbreitung von rechtsextremen Einstellungen vor allem in Ostdeutschland gewarnt. In seiner alltäglichen Ausprägung bleibt der Rechtsextremismus wenig beachtet.
In den ostdeutschen Bundesländern breitet sich rechtsextremes Gedankengut einer aktuellen Studie zufolge massiv aus. Seit 2006 hat sich die Gruppe mit rechtsextremem Weltbild von 6,6 auf 15,8 Prozent mehr als verdoppelt, wie aus der am Montag in Berlin vorgestellten Untersuchung «Die Mitte im Umbruch. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2012» der Friedrich-Ebert-Stiftung hervorgeht. In Westdeutschland sei diese Gruppe von 9,1 auf 7,6 Prozent dagegen deutlich geschrumpft.
Infografik Brauner TerrorDas Problem liegt vor allem im Osten Deutschlands. Anders als bei früheren Befragungen wiesen 14- bis 30-Jährigen dort hinsichtlich ihrer Zustimmung zu einer rechtsautoritären Diktatur, zu Sozialdarwinismus oder zur Verharmlosung des Nationalsozialismus höhere Werte auf als über 60- Jährige. «Hier wächst eine Generation heran, die alle bisherigen Gruppen in ihrer rechten Einstellung zu überbieten droht», warnen die Wissenschaftler.
«Bestand in der Vergangenheit ein enger Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter und rechtsextremer Einstellung, so findet sich dieser nun nicht wieder», warnt die Studie. «Die Brisanz dieser Situation darf keinesfalls unterschätzt werden.» Es handle sich offensichtlich um eine Folge der Strukturprobleme in Ostdeutschland sowie des Gefühls einer Generation, nicht gebraucht zu werden.
Der Verweis auf die soziale und wirtschaftliche Abkopplung zeige auch, dass es sich im Kern nicht um ein ostdeutsches Problem handle, betonten die Autoren. Entscheidend seien wirtschaftliche Strukturmerkmale. Im Osten gebe es nur besonders viele «abwärtsdriftende Regionen».
Sie betonen auch, dass Rechtsextremismus nicht als reines ostdeutsches Problem anzusehen ist: «Abwärtsdriftende Regionen gibt es zwar vor allem in Ostdeutschland, aber nicht nur dort. Stadtstaaten (Hamburg, Berlin) schneiden grundsätzlich besser ab als ländlich geprägte, weniger industrialisierte Flächenstaaten. Die Ausländerfeindlichkeit ist zudem nicht etwa da besonders hoch, wo sich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen täglich begegnen, sondern dort, wo kaum Migranten wohnen.»
Der alltägliche Rechtsextremismus
Bezogen auf ganz Deutschland ist in den vergangenen beiden Jahren ein Anstieg rechtsextremen Denkens von 8,2 auf 9,0 Prozent zu verzeichnen. Zugleich bleibt die Zufriedenheit mit der Demokratie im Vergleich zu anderen Staatsformen mit 94,9 Prozent (West: 95,5 Prozent; Ost: 92,1 Prozent) hoch.
Zu wenig Beachtung finde «häufig, dass es menschenfeindliches Denken und Rassismus in ihrer alltäglichen Ausprägung sind, die den Resonanzboden bilden für das Entstehen von organisiertem, gewalttätigem Rechtsextremismus». Rechtsextremismus sei kein periferes Problem, sondern «eines der Mitte der Gesellschaft», schreiben Elmar Brähler und Oliver Decker in der Untersuchung, die von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde.
Bildung mitentscheidend
Besonders hoch ist der Einfluss der Bildung auf die Verbreitung des rechtsextremen Gedankenguts. So haben die Experten herausgefunden, dass die Zustimmungswerte der Befragten ohne Abitur mehr als doppelt so hoch ist wie bei der Gruppe, die mindestens einen Bildungsabschluss hat.
Der Erhebung zufolge sind in Deutschland in hohem Masse auch antisemitische und antiislamische Einstellungen vorhanden. Antisemitische Einstellungen seien bei mindestens knapp einem Drittel (28 Prozent) in der einen oder anderen Form festzustellen.
Antiislamisch und antisemitisch
Daneben gebe es ein «enormes Potenzial» an antiislamischen Haltungen. So seien 36,2 Prozent islamfeindlich, 60,8 Prozent islamkritisch. Für die Untersuchung befragte die FES nach eigenen Angaben im diesem Sommer 2400 Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund.
Als Grundlage für die Studie wurden im Sommer 2415 deutsche Staatsangehörige sowie 95 Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft vom Berliner Meinungsforschungsinstitut USUMA befragt.
(kub/sda/dapd)
Immer diese Überheblichkeit von selbsternannten "höher Gebildeten"! Meist sind diese jedoch einfach durch Weltfremdheit verblendet. Leben im Elfenbeinturm ist auch nicht gerade ein Zeichen von Weltverbundenheit. Gerade wer Gruppen mit anderem kulturellen Hintegrund täglich erlebt, weiss, wie weit es mit der Integration her ist. Und, historisch gesehen, was ist schlimmer: rechts oder links? Stalag oder Gulag? – Jan Karlowar
Der Kontakt zu anderen Menschen ist der Schlüssel, Menschen aus anderen Kulturen, aus anderen Ländern. Allerdings gefällt mir das mit der Bildung nicht so recht. Die Vergangenheit zeigt ein anderes Bild. Denn Bildung erzieht nicht zu eigenständigem Denken, es erzieht zu gleichem Denken. Und da wird auch manipuliert. – Pascal
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Definitionssache
Was ist Rechts, was ist Rechtsextrem, was ist Mitte? Alles eine Frage der Definition und daher ist diese Statistik völlig irrelevant
1920er
Vergleicht die heutige lage mit der lage der 1920er Jahre!! Und denkt auf keinen Fall, dass uns das nie wieder passieren kann, schaut nur was in Ungarn 2011 geschehen ist und ihr wisst, dass es jederzeit wieder passieren kann!! Und nicht nur in Europa ist dies ein Problem sondern z.B auch in China, dort allerdings aus anderen Gründen (siehe 20min Artikel)!!
Schafft das Wort "Ausländer" aus
Das rechte System beruht darauf, Probleme irgendeinem Sündenbock zuzuschreiben. Wenn dieser ausgeschaltet ist, ist man noch ärmer dran als vorher. Begreift das endlich, Leute. Gegeneinander macht keinen Sinn. Ausländer sind auch Menschen! Dieser Begriff sollte sowieso abgeschafft werden.
@eherlinks
ausländer ist kein begriff, sondern tatsache :S meine mutter ist auch ausländerin, und das beleidigt sie in keinster weise, weil es nunmal so ist! so ein schwachsinn... falsch sind die assoziationen, die mit diesem wort zusammenkommen...