Chaos um neue Regierung

27. Dezember 2017 11:19; Akt: 27.12.2017 17:15 Print

Jeder zweite Deutsche will Merkels Rücktritt

Die Regierungsbildung in Deutschland harzt. Die Probleme lassen das Vertrauen der Bevölkerung in Kanzlerin Angela Merkel schwinden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem Scheitern der Verhandlungen um eine «Jamaika»-Koalition der Unionsparteien, der Grünen und der FDP im November verliert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) deutlich an Rückhalt in der Bevölkerung.

Laut einer einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der deutschen Nachrichtenagentur dpa wollen 47 Prozent der Deutschen, dass Merkel im Fall einer Wiederwahl zur Regierungschefin schon vor dem Ende der Wahlperiode im Jahr 2021 aus dem Amt scheidet. Nur 36 Prozent der Befragten wollen, dass sie den Posten bis 2021 behält.

Kurz nach der Bundestagswahl Anfang Oktober sah das noch anders aus. Bei der damaligen YouGov-Umfrage hatten sich nur 36 Prozent für einen vorzeitigen Abgang ausgesprochen, 44 Prozent wollten Merkel bis 2021 im Amt sehen.

«Deutschland kann mit Merkels Rezepten nicht mehr bestehen»

Am 7. Januar 2017 beginnen SPD sowie die Unionsparteien CDU und CSU Sondierungsgespräche für die Regierungsbildung. Das Ergebnis könnte eine grosse Koalition oder eine Minderheitsregierung unter Merkel sein. Aber auch Neuwahlen oder ein neuer Anlauf für das «Jamaika»-Bündnis sind möglich.

Letzteres kommt für die FDP aber nur mit neuem Personal, also ohne Angela Merkel, in Frage, wie der Vorsitzende Christian Lindner im Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» sagte. FDP-Vize Wolfgang Kubicki doppelte am Mittwoch nach und machte die Kanzlerin für das Scheitern der Jamaika-Sondierungen verantwortlich.

Merkel sei es nie darum gegangen, Jamaika hinzubekommen, sagte Kubicki den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Sie hat daran gebastelt, die Fortsetzung der grossen Koalition zu erreichen. Das ist ihr gelungen.» Die SPD sei heute genau da, wo Merkel sie haben wolle, sagte Kubicki weiter. Mit Merkels «Rezepten der letzten zwölf Jahre» werde Deutschland in Zukunft nicht bestehen können, bekräftigte er.

SPD rutscht unter 20-Prozent-Marke

Obwohl die Umfragewerte Merkels gesunken sind: Bei der Kanzlerpräferenz liegt die Amtsinhaberin auch zum Jahresende weit vor SPD-Chef Martin Schulz. Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich 47 Prozent für Merkel entscheiden (Vorwoche: 48 Prozent). Nur 19 Prozent würden Schulz wählen (Vorwoche: 21 Prozent), heisst es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Forsa-Instituts für die Sender RTL und n-tv.

Der Umfrage zufolge ist die SPD gar unter die 20-Prozent-Marke gerutscht. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen die Sozialdemokraten nur auf 19 Prozent – ein Minus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Die Union legt um einen Zähler auf 34 Prozent zu.

Die Grünen kommen in der Umfrage auf zwölf Prozent, ebenso wie die AfD. Die Linke steht bei zehn Prozent, die FDP bei acht Prozent. Fünf Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt demnach bei 21 Prozent.

(kko/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mo am 27.12.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    untragbar

    Wers glaubt wird seelig!! Ich glaube es sind viel mehr, die diese Frau nicht mehr sehen können!! Die ist schon längst untragbar für das ganze Land!!

  • Mani Motz am 27.12.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemauschel

    Richtig wäre ein sofortiger Rücktritt und Neuwahlen.

    einklappen einklappen
  • Peter Thürig am 27.12.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Verpasste Chancen!

    Schade, dass A.M. ihren Abgang in Würde längst verpasst hat. Bezeichnend für ihre Sturheit ist das Klammern an Posten und Macht. Ebenso das stutenbissige Verdrängen jeder Nachfolgelösung in der Partei selber über viele Jahre hinweg.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 28.12.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald jeder will das

    Diese Frau lebt auf dem falschen Planeten und wird West-Europa noch ganz in den Abgrund führen.

  • Hubert am 28.12.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Also

    Ich denke bevor Deutschland keinen besseren Kandidat hat für Merkel. Wird Sie noch lange bleiben. Und schon gar nicht diesen Schulz. Da braucht es jemand anderes. Und wenn Sie geht was sicher an der Zeit wäre. dann soll sie die ganze Flüchtlinge und die Probleme die wir alle haben mittlerweile, zu sich nach Hause mit nehmen. Sie macht das dann schon

  • W.Spahni sen. am 28.12.2017 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei uns in der schönen Schweiz

    gibt es einige Politiker(innen), welche schon lange nicht mehr tragbar sind.

  • Roli am 28.12.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Max 8-10 Jahre ...

    Merkel ist schon länger fällig, egal was nach kommt, aber 16 Jahre ist definitiv zu lange .... !

  • Wilhelm am 28.12.2017 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traue nie einer Statistik...

    Jeder zweite Deutsche wünscht sich, dass Merkel bleibt. Alles eine Frage der Ansicht..