Ein Vater spricht

15. Dezember 2012 17:09; Akt: 16.12.2012 11:06 Print

Jesse ist eines von Lanzas Opfern

Der 6-jährige Jesse ist eines der Opfer von Adam Lanza. Sein Vater spricht öffentlich über das letzte Mal, dass er seinen Sohn gesehen hat und über die Wut, die er gegenüber dem Täter hegt.

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Neil Heslin und sein Sohn Jesse, der sein Leben beim Amoklauf verlor.

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Es war ein Tag, auf den sich der kleine Jesse gefreut hatte. In der Schule stand eine alte Weihnachtstradition auf dem Programm: Lebkuchenhäuser basteln, zusammen mit den Eltern. Auch Jesses Vater Neil Heslin wollte an diesem besonderen Anlass dabei sein. Doch stattdessen kam es an der Schule des Jungen zu einem Blutbad beispiellosen Ausmasses.

Er habe gewusst, dass etwas Schlimmes passiert sein musste, als er einen Anruf von der Schule erhalten habe, sagt Jesses Vater Neil Heslin in der «New York Post». Er sei sofort zum Schulhaus gerast, wo er vom schrecklichen Blutbad erfahren habe. Er bekam die Information, die überlebenden Kinder seien evakuiert worden - sein Sohn sei nicht unter ihnen.

Eine feige Tat

Ein Gerichtsmediziner hatte in der Zwischenzeit schon eine provisorische Leichenhalle im Schulhaus eingerichtet, wo die Eltern ihre Kinder identifizieren sollten. Es sollte die ganze Nacht dauern, bis Neil Heslin die traurige Gewissheit hatte, dass sein Sohn tatsächlich nicht mehr lebte. Der Tod von Jesse wurde am frühen Samstagabend bestätigt.

Für Neil Heslin brach eine Welt zusammen, als er erfuhr, dass er seinen Sohn nie mehr sehen würde. «Er war so ein fröhlicher Junge, kam mit allen gut zurecht.» Die Tat lässt Heslin hilflos zurück. Für den Schützen Adam Lanza hat er nur Hass übrig: «Es war feige, was er den Kindern angetan hat und es war feige, wie er sich selbst das Leben genommen hat. Die Art wie er starb, war zu gut», so Heslin – und weiter: «Das waren hilflose Kinder. Für seine Tat wählte er Opfer aus, die sich nicht wehren konnten.»

(jbu)