Terroranschlag in Manchester

24. Mai 2017 08:22; Akt: 24.05.2017 15:48 Print

Jetzt sind 14 der 22 Opfer namentlich bekannt

Unter den Toten von Manchester sind Kinder, Mütter – und ein Youtube-Star. Mehrere Teenager werden noch immer vermisst.

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Von 22 Opfern des Anschlags von Manchester sind den britischen Medien 14 namentlich bekannt, darunter Kinder, Frauen und Mann. Das berichtet der «Daily Star». Neben Olivia Campbell (15), Saffie Rose (8) und Georgina Callander (18) sind unter den Toten die Mütter Alison Howe und Lisa Lees aus Oldham. Sie warteten im Foyer der Manchester Arena auf ihre Töchter, als die Bombe explodierte. Die 15-jährigen Mädchen haben den Anschlag überlebt.

Die Polizei von Manchester gab über Twitter bekannt, sie habe mittlerweile alle Opfer identifiziert. Alle betroffenen Familien würden nun kontaktiert. Bis alle Namen offiziell bestätigt werden, könne es aber wegen der Obduktionen noch vier bis fünf Tage dauern.


Youtube-Star und Polizistin

Ein weiteres Opfer ist laut «Star» Kelly Brewster aus Sheffield. Sie starb, als sie versuchte, ihre Nichte und ihre Schwester vor der Druckwelle der Explosion zu beschützen. Die beiden Frauen liegen im Spital. Der 29-jährige Youtube-Star Martyn Hett fiel der Attacke ebenfalls zum Opfer. Sein Freund, der bekannte Komiker Jason Manford, hatte am Dienstag über die sozialen Medien nach Hett gesucht.

Unter den Toten sind zudem ein Mädchen namens Megan Hurley aus Merseyside, die 50-jährige Jane Tweddle-Taylor aus Blackpool, Nell Jones (14) aus Knutsford und John Atkinson (26) aus Radcliffe. Eine Polizistin, die nicht im Dienst war, starb ebenso an dem Konzert von Ariana Grande. Auch die zwei polnischen Staatsbürger Angelika und Marcin Klis sollen zu den Opfern gehören.

«Ruhe in Frieden»

Am Mittwochmorgen wurde zudem bekannt, dass auch die 15-jährige Olivia Campbell tot ist. Die Schülerin war am Tag nach dem Anschlag verzweifelt via Twitter gesucht worden. Ihre Mutter bestätigte laut «Express» den Tod ihrer Tochter.

«Ruhe in Frieden, mein liebes, kostbares, herrliches Mädchen», schrieb Charlotte Campbell auf Facebook. Olivia werde mit den Engeln singen un weiterlächeln, heisst es in dem herzzerreissenden Post. Die Mutter sprach am Telefon sogar mit TV-Reportern, um ihre Tochter zu finden, und hatte die Journalisten mit ihrem verzweifelten Aufruf zu Tränen gerührt. Olivia hatte das Konzert mit ihrem besten Freund besucht.

Achtjähriges Opfer

Die erst achtjährige Saffie Rose Roussos war am Dienstag das zweite bekannte Opfer des Anschlags. Wie der «Guardian» schreibt, war das Mädchen zusammen mit seiner Mutter Lisa und seiner Schwester Ashlee am Konzert.

Der Hauptlehrer der Tarleton Primarschule sprach von einem «riesigen Schock»: «Saffie war einfach nur ein wunderschönes Mädchen in jedem Sinn des Wortes. Alle mochten sie. Wir werden ihre Güte und Wärme nie vergessen. Sie war ruhig, bescheiden und kreativ.»

Von Mutter und Schwester getrennt

Zuvor war intensiv nach dem Mädchen gesucht worden. Bekannte und Verwandte hatten auf Facebook und Twitter um Hinweise gebeten. Ihre Mutter und ihre Schwester wurden in separate Spitäler eingewiesen. Deren Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. Insgesamt sollen sich unter den 59 Verletzten auch 12 schwer verletzte Kinder befinden.

Als erstes Opfer war zuvor die 18-jährige Georgina Callander identifiziert worden. Sie war einer der grössten Fans von US-Popstar Ariana Grande.

«Ich freue mich so auf Ariana»

Noch vor zwei Jahren hatte sie auf Instagram ein Fan-Foto mit der Sängerin gepostet. «Ich freue mich so, dich zu sehen! Es wird mich umbringen», twitterte sie zwei Tage vor dem Konzert.

Sie verstarb gemäss «Evening Standard» in der Nacht an der Seite ihrer Mutter im Spital; sie war als eines der ersten Opfer ins Spital gebracht worden.

«Ich liebe dich so sehr»

In den sozialen Medien nahmen zahlreiche Freunde und Bekannte von Callander Abschied von ihr. «Ich liebe dich so sehr. Ich bin glücklich, dass ich dich kennen durfte», schreibt eine Freundin. «Sie war ein wunderschönes Mädchen mit einem warmen Herz und einer grossen Seele. Ich werde dich immer vermissen», schreibt eine andere.

«Niemand sollte sich Sorgen darüber machen müssen, nach einem Konzert nicht mehr nach Hause zu kommen», zitiert der «Daily Telegraph» eine Freundin.


«Es ist nicht fair und nicht richtig»

«Es ist nicht fair und es ist nicht richtig», schreibt die Schauspielerin Karen David auf Instagram. «Es macht mich so wütend und es bricht mein Herz, dass ein so junges und verheissungsvolles Leben gestohlen wurde.» Callander hatte wenige Wochen zuvor an einem Fan-Event mit David posiert.

64 Menschen sind beim Terroranschlag am Ariana-Grande-Konzert in Manchester verletzt worden, 20 befinden sich in kritischem Zustand. Nach wie vor werden einige Teenager vermisst.

(ehs/mlr/20 Minuten)