Ende der Odyssee

13. Dezember 2012 08:28; Akt: 13.12.2012 10:25 Print

John McAfee ist zurück in den USA

Die wirre Flucht des IT-Pioniers John McAfee vor den Behörden in Belize hat ein Ende: Der 67-Jährige ist in Miami gelandet. Obwohl er «kein Geld» hat, checkte er erst mal in ein Luxushotel ein.

Bildstrecke im Grossformat »
Am Abend des trifft John McAfee in Miami, Florida, ein. Seine Odyssee scheint damit ein vorläufiges Ende zu haben. Am , kann John McAfee das Gefängnis in Guatemala verlassen. Er will in die USA zurückkehren. Kurz nach seiner Verhaftung muss John McAfee am in Guatemala-Stadt in ein Spital eingeliefert werden. Software-Pionier John McAfee, der in Belize in Zusammenhang mit einem Mord gesucht wird, wird am . Der 67-Jährige war auf seiner Flucht zwei Tage zuvor in Guatemala angekommen. Am . Die beiden wollen nach Aussagen McAfees heiraten. Am . Von Guatemala aus will McAfee die Korruption in Belize bekämpfen. Am Montag, veröffentlicht «Vice» auf seiner Website ein Bild von McAfee: Angeblich sind zwei Journalisten des US-Magazins mit dem Flüchtigen unterwegs. Die Meta-Daten des Bildes sollen Hinweise auf seinen Aufenthaltsort enthalten – diese seien aber von ihm manipuliert, sagte McAfee. Drei Wochen nach der Flucht, mit einem sichtlich gezeichneten McAfee. Auf die Frage, wie es weitergehe, antwortete er: «Ich habe keine Ahnung. Ich werde weiterkämpfen, mich keinesfalls ergeben.» Ob er Angst habe? «Hättest du keine Angst?» Nach seinem Rückzug aus der IT-Branche betätigt sich McAfee in Colorado als Yogalehrer und schreibt mehrere Bücher zum Thema. Eine weitere Leidenschaft ist das Aerotrekking – das Fliegen in geringen Höhen mit einem Ultraleichtflugzeug. Ein bizarres Katz-und-Mausspiel beginnt: Auf . 2008 wandert er in den zentralamerikanischen Staat Belize aus. . John McAfee wird in England geboren, den grössten Teil seines Lebens verbringt er in den USA. Er arbeitet für verschiedenste IT-Firmen und gründet das Computer-Sicherheitsunternehmen McAfee. 1997 verkauft er dieses und wird zum Multimilionär.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der exzentrische Gründer der Computersicherheitsfirma McAfee ist nach seiner Ausweisung aus Guatemala in den USA eingetroffen. Der 67-Jährige landete am Mittwochabend in Miami im Bundesstaat Florida. Damit hat die ebenso wirre wie filmreife Odyssee des Unternehmers ein vorläufiges Ende gefunden.

McAfee wurde beim Ausstieg aus dem Flugzeug von Sicherheitskräften begleitet. «Ich hab kein Telefon, kein Geld und keine Kontakte», schrieb er kurz nach seiner Ankunft in seinem Blog. Demnach suchte er in der Metropole im US-Staat Florida zunächst ein Luxushotel im Viertel South Beach auf.

McAfee war aus seiner Wahlheimat Belize geflohen, nachdem sein Nachbar vor einem Monat ermordet aufgefunden worden war. Vergangene Woche stellte der illegal nach Guatemala eingereiste McAfee dort einen Asylantrag und wurde kurz darauf festgenommen.

Wirre Flucht

Die Behörden in Guatemala-Stadt hatten zunächst seine Auslieferung nach Belize angekündigt. Schliesslich wurde er jedoch in sein Herkunftsland USA ausgewiesen.

Unter grossem Medienrummel wurde der Software-Pionier schliesslich von Vertretern der Einwanderungsbehörde und einem Polizeikonvoi zum Hauptstadtflughafen eskortiert und in ein Flugzeug Richtung Miami gesetzt. Seine aus Belize stammende Freundin Samantha Vanegas, die während seiner abenteuerlichen Flucht nach Guatemala an seiner Seite war, begleitete McAfee nicht in die USA.

McAfee hatte Anfang des Monats mit seiner wirren Flucht von Belize nach Guatemala für Aufsehen gesorgt. Dabei liess der gebürtige Brite es sich nicht nehmen, während der Odyssee unentwegt über seine Erlebnisse zu bloggen und darüber mit Journalisten zu sprechen.

McAfee weist jede Verstrickung in den Mordfall zurück. Bislang wird er von den Behörden in Belize lediglich als «Person von Interesse» bezeichnet, eine Anklage gibt es nicht.
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
(Quelle: Reuters)

Pionier im Silcon Valley

McAfee ist der Gründer der gleichnamigen Software-Firma, die unter anderem Programme gegen Viren und andere Schadsoftware entwickelt. Er war einer der ersten Unternehmer im Silicon Valley, der dank des Internets ein Vermögen verdient hat.

Er verdiente Schätzungen zufolge in den 90er Jahren rund 100 Millionen US-Dollar, bevor er die Firma an Intel verkaufte und sich aus dem Silicon Valley verabschiedete, um das Leben eines Abenteurers zu führen.

Nachdem McAfee ein Grossteil seines Vermögens bei Spekulationen verloren hatte, siedelte er im Jahr 2009 nach Belize über, wo er sich auf der Insel Ambergris Caye vor der Nordostküste des Karibikstaates niederliess.

Irritierender Exzentriker

Hier soll sich das Leben des einstigen Internetpioniers in einem exzentrischen Lebensstil mit Drogen und Prostituierten verloren haben. Im April dieses Jahres wurde McAfee vorübergehend festgenommen, weil er mit einer 17-Jährigen zusammenlebte und Waffen in seinem Haus hortete.

Das spätere Mordopfer, McAfees Nachbar Gregory Faull, hatte sich wiederholt bei den Behörden über McAfee beschwert, weil dessen «bösartige» Hunde und aggressiven Leibwächter Anwohner und Touristen einschüchterten. Am 11. November fand Faulls Haushälterin ihren Arbeitgeber mit einer Kugel im Kopf tot in einer Blutlache.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 05.12.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Beeindruckend

    Ich steige wohl auf den McAfee Virenscanner um... Peter Norton traue ich solch eine Aktion jedenfalls nicht zu :-)

  • Jonathan Crane am 05.12.2012 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Heftiger Dachschaden

    ..aber liest sich ganz lustig, die Posse.

  • paul am 05.12.2012 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag ihn

    den McAfee

  • Nicht Anonymus :D am 04.12.2012 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie das wohl weitergehen wird?

    Ich weiss leider nicht wie diese Geschichte ausgehen wird aber ich finde sie sehr spannend! Ich hoffe das de Berichterstattung so weitergeht! Gut so!

  • Tom am 03.12.2012 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles glauben ?

    Komische storry,aufsmal soll der McAffe ein irrer sein und mann stellt ihn erneut negativ in den Medien dar um Ihn zu diskreditieren...einfach ein wenig kritischer gegenüber den Medien sein und nicht einfach immer 1:1 alles glauben was die da schreiben.Bekanntlich nimm Papier alles auf...