Breite Solidarität

01. Juni 2017 19:52; Akt: 01.06.2017 19:52 Print

Junger Afghane aus Abschiebehaft entlassen

Ein Mann wurde gewaltsam aus einer deutschen Schule geholt – rund 300 Mitschüler protestierten dagegen. Nun entschied ein Gericht: Die Verhaftung war unangemessen.

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Eigentlich sollte ein 21-jähriger Afghane, der im deutschen Nürnberg zur Schule ging, abgeschoben werden. Am Mittwoch wurde er gewaltsam aus der Berufsschule geholt und festgenommen.

Dabei kam es an der Schule zu Tumulten. Rund 300 Jugendliche versuchten mit einem Sitzstreik, die Festnahme zu verhindern. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray gelang es den Beamten dann, den Mann abzutransportieren. Neun Polizisten wurden dabei verletzt.

Verhaftung war unangemessen

Am Abend sollte er nach Kabul geflogen werden. Wegen des verheerenden Bombenanschlags am Mittwoch im Botschaftsviertel der afghanischen Hauptstadt, bei dem mindestens 90 Menschen getötet und mehr als 450 Menschen verletzt wurden, verschob die deutsche Regierung den Flug am Abend aber kurzfristig.

Am Donnerstagmittag hat nun ein Richter entschieden, dass die Abschiebehaft im Fall des 21-Jährigen unangemessen ist, wie Spiegel.de berichtet. Er ist deshalb wieder auf freiem Fuss.

Ob er allerdings in Deutschland bleiben darf, ist unklar. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, dass der Flug nach Afghanistan baldmöglichst nachgeholt werden solle.

(vbi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Brigitte am 01.06.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kann diese Wort nicht mehr hören

    Integriert werden soll nur wer wirklich hier bleiben darf. Überhaupt sollte man Grenzen setzen mit Einwanderungswilligen, die sich nicht selber integrieren wollen/können.

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  • Martin W. am 01.06.2017 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hier sieht man das Problem

    Klassenkameraden wollen das er bleibt. Genau das ist das Problem, persönlich u individuelles Ego. Die lieben Klassenkameraden, denken gar nicht was die Folgen sind, wenn man keine konsequente Abschiebungen macht. Geld wird für einzelne wenige ausgegeben, dafür müssen aber hunderte in diesen Ländern denen man mit dem gleichen Geld helfen hätte können. Weiter wird Sklaverei u Menschenhandel verstärkt, da in Hoffnung auf Bleiberecht weiterhin tausende versuchen nach Europa zu kommen. Soweit denkt man eben nicht wenn man mal befreundet ist. Darum ist es besser die Menschen gar nicht zu integrieren

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  • gogg am 01.06.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das verwunderlich?

    Finde nicht, dass die Polizei unangemessen gehandelt hat. Der Mann sollte ausgeschafft werden. Bestimmt wurde er aufgefordert, freiwillig zu gehen, Flug bezahlt. Und auch wenn, er widersetzt sich der Polizei. Und die benutzt auch nicht aus Spass Pfefferspray und Schlagstöcke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Silie am 02.06.2017 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Was mich mehr erschreckt

    sind die Worte die der Afghane bei seiner Verhaftung wortwörtlich rief: "Ich werde in einem Monat zurückkommen und Deutsche töten"... Quelle: Die Welt. Er wurde ja jetzt aus der Haft entlassen und er hat sich für die Worte 'entschuldigt'... Mir bleibt die Spucke weg, der bewegt sich jetzt frei in Deutschland.

  • Swissbay am 02.06.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat und die Anarchie

    Und heute hat ein Gericht festgestellt, dass der Polizeieinsatz unangemessen war. Wie bitte? Zum besseren Kennenlernen des Herrn: - seit November 2013 ausreisepflichtig. - hätte bis Ende 2013 Identitätspapiere vorlegen sollen im - im Februar 2017 habe der 20-Jährige Unterlagen vorgelegt, die dann aber schon Jahre zuvor datiert waren - Der 22-Jährige hatte schon in der Vergangenheit Ärger mit den Behörden - aktueller Tatvorwurf lautet: zwei Fälle tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte TOLL - so jemand muss man unter allen Umständen im Land behalten, vor allem weil er droht.

  • Reto Zurbriggen am 02.06.2017 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Falschen von den Richtigen trennen

    Warum setzt man integrierte "Fremde" vor die Tür, wärend andere Kriminelle bleiben dürfen, da sie die Papiere richtig ausgefüllt haben? Vielleicht sollte man das Bleiberecht an die aktive Integration koppeln: Wer mitmacht, darf bleiben, wer sich verweigert muss gehen!

  • Sonja am 02.06.2017 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehre beenden

    Lasst ihn doch wenigstens seine Ausbildung beenden. So hat er in seinem Heimatland auch eine Chance etwas auf die Beine zu stellen und versucht nicht gleich wieder herzukommen. Alles andere ist wieder einmal sehr kurz gedacht.

  • Urs K. am 02.06.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Was wird da eigentlich gespielt?

    Steckt da im Kern politisches Kalkül dahinter? Die über Jahre integrierten Leute will man abschieben, die kriminellen werden zwar Jahre lang "überwacht" und wenn dann etwas passiert, waren sie längst bekannt?