«Nazis raus» skandiert

15. November 2012 15:05; Akt: 15.11.2012 15:48 Print

Kaffeeattacke auf deutschen Generalkonsul

Die Stimmung in Griechenland ist aufgeheizt. Demonstranten haben eine Konferenz mit deutschen Teilnehmern in Thessaloniki gestürmt - und den Generalkonsul mit einem vollen Kaffeebecher beworfen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Dutzende griechische Demonstranten haben in Thessaloniki eine Bürgermeisterkonferenz mit deutschen Teilnehmern gestürmt und während einer Rangelei den deutschen Generalkonsul in der Stadt mit Kaffee übergossen. Der Protest am Donnerstag richtete sich gegen die Anwesenheit des parlamentarischen Staatssekretärs im Arbeitsministerium, Hans-Joachim Fuchtel (CDU). Er ist deutscher Sondergesandter für Griechenland. Leidtragender der Handgreiflichkeiten war Generalkonsul Wolfgang Hoelscher-Obermaier.

«Diese Leute sind nicht hierher gekommen, um uns zu helfen, sondern um unsere Todesstrafe zu verkünden», sagte Themis Balasopoulos, Chef der Gewerkschaft der Kommunalangestellten. Die Demonstranten skandierten «Nazis raus», als sie die Teilnehmer der Konferenz von griechischen und deutschen Bürgermeistern bedrängten und am Zugang hindern wollten. Über Lautsprecher spielten sie Nazi-Hymnen und griechische Radioaufnahmen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ab.

Generalkonsul spricht von Missverständnis

Hoelscher-Obermaier sprach gegenüber Journalisten von einem Missverständnis und davon, nun noch mehr als vorher progriechisch eingestellt zu sein. Der Angriff auf ihn habe ihn nicht empört.

Die Polizei verfolgte die Protestierenden durch das Konferenzzentrum. Verhaftungen wurden zunächst nicht bekannt. Vor dem Gebäude beteiligte sich die Bundestagsabgeordnete Annette Groth (Linke) an der Demonstration. «Nicht ihr solltet den Preis für diese Krise zahlen, sondern die Reichen», sagte Groth.

In Griechenland wird Deutschland häufig für die harten Sparmassnahmen verantwortlich gemacht, die das Land erfüllen muss, um Finanzhilfe zu erhalten. Deutschland zählt zu den grössten Geldgebern. Erst vergangene Woche hatte das Parlament in Athen ein weiteres Sparpaket verabschiedet. Bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gingen im Oktober rund 50'000 Bürger auf die Strasse.

(dapd)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Murat Akses am 16.11.2012 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, die armen Griechen...

    Das heutige Griechenland hat wohl überhaupt nichts mehr zu tun mit dem antiken Griechenland. Die Griechen tun sich nur gross mit ihrer alten Vergangenheit, "Ursprungsland der Demokratie" und andere Ammenmärchen... "Die griechische Sonne ist viel schöner", "das griechische Meer viel blauer" usw. Wir kennen diese selbstüberschätzenden Sprüche! Wie haben sie damals gelogen mit ihren gefälschten Statistiken, als es um die Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft ging... Die Griechen sind doch in ihrer Mentalität eigentlich nur eine schlechte Ausgabe von uns Türken, halten sich aber für Italiener.

    • George am 17.11.2012 20:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Murat

      Ich kenne keinen Griechen der sich für einen Italiener hält und vielmehr für einen Türken. Die Türken sollten mal die Menschenrechte respektieren und nicht auf andere Kritik ausüben. Man sieht, dass du eigentlich ein Komplex mit unserer Vergangenheit und Kultur hast. Denn Demokratie, Geometrie, Philosophie, Mythologie, und vieles mehr sind bestimmt keine Märchen. Ihr habt ja ausser Eroberungen von anderen Kulturen nichts vorzuweisen und dann sollten wir noch eine schlechte Ausgabe von euch sein. Dein Beitrag ist ja voll lächerlich.

    • Murat Akses am 18.11.2012 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      @ George

      Du hast recht, George! Die griechische Speisekarte ist doch ganz türkisch (nicht italienisch) inspiriert: Keftedes/Köfte, Boureki/Börek, Tzatziki/Cacik, Giouvetsi/Güvec, Kourabiedes/Kurabiye, Imam Bayildi/Imam Bayildi, Loukoumi/Lokum, Bamies/Bamya, Ravani/Revani usw. Die griechischen Generäle haben ja auch einmal sehr "demokratisch" regiert, wie die türkischen Generäle...

    • Hanspeter Grieder am 18.11.2012 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Apropos Lokum...

      Murat! Sie haben ganz vergessen zu sagen, dass Lokum den Touristen in Athen resp. Nikosia als "Greek Delight" resp. "Cyprus Delight" verkauft wird. Eine Art griechische Mogelpackung!

    • Murat Akses am 18.11.2012 16:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ Hanspeter Grieder

      Danke für diesen Hinweis! Das ist ja wie mit dem "türkischen Kaffee": in Griechenland wurde er nach der türkischen Invasion in Zypern zum "ellinikós kafés" und in Zypern zum "kypriakós kafés" umbenannt. In Ungarn (auch einmal unter ottomanischer Herrschaft...) sagt man immer noch "török kávé", und in Serbien "turska".

    einklappen einklappen
  • H.J.J. am 16.11.2012 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland hilft sich selber

    Was man auch immer bedenken muss ist, dass Deutschland schlussendlich sich und der EU hilft... nicht explizit Griechenland. Geht Griechenland bankrott, werden andere Staaten folgen (Spanien, Italien, Portugal, etc.) und das kostet Deutschland viel mehr Geld als diese paar Milliarden...

  • mike am 16.11.2012 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spuckt mal in die hände

    da brüllte mal eine griechische demonstrantin in die filmkamera: "die deutschen sollen uns in ruhe lassen, wir lösen unser problem schon selber!" wunderbar, ihr undankbaren! dann mal los!!!

  • Pascal am 16.11.2012 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stopp

    Dann sollten die Griechen auch keine Hilfe mehr erhalten! Und mal arbeiten könnte helfen

    • marco am 16.11.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      @pascal

      schlimm, dass die medien deine meinung so krass beeinflussen könne..

    einklappen einklappen
  • Gerd Ullrich am 16.11.2012 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparmassnahmen tödlich

    Wirtschaft kennt hier wohl fast niemand. Durch Sparmassnahmen können sich die Griechen nichts mehr leisten. Keinen Arzt kein essen kein nichts. Heisst gleich steigende Kriminalität und sinkender Wohlstand. Das schlauste wäre gewesen Griechenland von Europa lösen wollten ja die Griechen, aber da hing der Stolz von Europa (Deutschland) am Seil. Da Sag ich selber Schuld.