Nach Jux-Anruf im Spital

07. Dezember 2012 16:36; Akt: 07.12.2012 18:25 Print

Kates Krankenschwester bringt sich um

Die Krankenschwester glaubte, mit der Queen zu sprechen. Doch der Anruf ins Spital der schwangeren Herzogin Kate stellte sich als Telefon-Scherz heraus. Nun hat sich Jacinta S. das Leben genommen.

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Die Krankenschwester aus dem Spital von Herzogin Kate, die zumsammen mit einer weiteren Krankenschwester Opfer eines Scherzanrufes wurde, hat sich das Leben genommen. Der Körper von Jacinta S. sei am Morgen unweit des König-Edward-VII.-Spitals gefunden worden, berichtet «Daily Mail».

Sämtliche Rettungsversuche blieben erfolglos. Noch sind die genauen Umstände der Todesursache ungeklärt. Scotland Yard gibt sich zurückhaltend und teilt mit, zu diesem Zeitpunkt werde der Tod der Schwester nicht als «verdächtig» angesehen.

Jacinta S. war vor einigen Tagen von zwei Moderatoren des australischen Radiosenders «2Day FM» veräppelt worden. Einer der beiden, Mel Greig, gab sich als Queen Elizabeth aus und rief mit verstellter Stimme im Spital an, um sich nach dem Gesundheitszustand von Herzogin Kate zu erkundigen.

«Eine ausgezeichnete Krankenschwester»

«Guten Tag. Könnte ich bitte mit Kate sprechen, meiner Enkelin?», fragte die falsche Queen freundlich. Jacinta S. antwortete der Krone treu ergeben, dass sie dies selbstverständlich machen könne und leitete den Anruf weiter an eine Kollegin. Diese gab dem Radiomoderator bereitwillig Auskunft. Die ganze Welt lachte über diesen gelungenen Telefonscherz. Was für Folgen er mit sich brachte, ahnte wohl niemand.

Das Spital bestätigte den Tod der Krankenschwester in einem Communiqué. Jacinta S. sei eine ausgezeichnete Angestellte gewesen und habe seit vier Jahren im König-Edward-VII.-Spital gearbeitet. Man habe sie nach dem Scherzanruf so gut wie möglich begleitet. «Unsere Gedanken gehören ihrer Familie und ihren Freunden», wird Spitalchef John Lofthouse zitiert. «Jeder hier ist geschockt über den Verlust einer beliebten und wertvollen Kollegen.»

Jacinta S. war verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitete seit vier Jahren im Londoner Privatspital.

Kate und William «zutiefst betrübt»

Auch Kate und William sind schockiert. In einer Mitteilung drücken sie ihre Betroffenheit aus: «Der Herzog und die Herzogin von Cambridge sind zutiefst betrübt über die Nachricht des Todes von Jacinta S. Ihre Köngliche Hoheit wurde im King Edward VII Spital zu jeder Zeit bestens versorgt. Ihre Gebete und Gedanken sind bei Jacintas Familie, Freunden und Mitarbeitern.»

Ein Sprecher des Königshauses betonte, dass sich der Palast zu keinem Zeitpunkt über den Zwischenfall mit dem Scherzanruf beschwert habe.

(rme)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • K. Mahmud am 08.12.2012 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Juxanruf

    Damit sich jemand wegen einen harmlosen Scherz das Leben nimmt, müsste eigentlich schon mehr passiert sein. Trotzdem Beileid für die Familie und Freunde.

  • Entsetzter Leser am 08.12.2012 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenkliche Kommentare

    Eine Krankenschwester in London wird von einem australischen Radiosender reingelegt. Wohl die wenigsten Königshäuser dieser Welt würden solche Scherze mit ihrem Namen nur gelassen hinnehmen.

  • IT-Guy am 08.12.2012 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem

    Verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Aus Sicht des Radiosenders handelt es sich hierbei um einen normalen Streich und einen adäquaten Zusammenhang zum Tod sehe ich nicht. Ich bin mir sicher, diese Krankenschwester hatte mit einigen anderen Problemen zu kämpfen, und dieser Anruf war nur ein letzter Auslöser. Es wurde ja auch nicht über sie gelacht, sondern über den Scherz. Spiessige Welt

  • Beatrice am 08.12.2012 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    unsäglich traurig....

    Das ist mehr als nur ein Jux gewesen. Sie haben getäuscht und ein ganzes Lügengebäude errichtet, um an Informationen zu gelangen. Dass sich im nachhinein die Krankenschwester nicht nur verschaukelt wie bei einem Spass vorkam, sondern auch richtiggehend ausgenutzt und benutzt, ist doch logisch. Dass dann der Schritt zu einer solchen Verzweiflungstat aus Scham klein ist, ist nachvollziehbar. Wirklich eine unsäglich traurige Geschichte....Alles Gute und viel Kraft für die Kinder und für ihre sonstige Familie.

  • Fredy Kramer am 08.12.2012 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Moobing

    Das diese Krankenschwester in Ihrem Spital von Personal und Vorgesetzten mit Vorwürfen kaputtgemacht wurde ist doch nachvollziehbar. Von betreuung ist kaum etwas gewesen. Das die Kommentare der Engländer und der Englischen Presse diese Schwester auch noch fertig gemacht haben ist schlussendlich zur unerträglich belastung geworden. Jeder , der die Englische Royalgläubigkeit kennt, der weiss, dass niemand ungestraft den Royals schaden darf. Moobing in Reinkultur hat zum Selbstmord geführt.