Bedeutende Annäherung

09. März 2018 02:04; Akt: 09.03.2018 10:51 Print

Donald Trump und Kim Jong-un planen Treffen

Im Nordkorea-Konflikt stehen die Zeichen weiterhin auf Entspannung. Machthaber Kim Jong-un hat den US-Präsidenten zu einem Gespräch eingeladen.

Bildstrecke im Grossformat »
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump wollen sich zu einem Gipfel treffen. Kim hat Trump zu dem Treffen eingeladen und dieser hat bereits zugesagt. Der südkoreanische Sicherheitsberater Chung Eui Yong informierte am Donnerstag in Washington über das geplante Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Machthaber. (8. März 2018) US-Präsident Trump zeigt sich auf Twitter erfreut über das Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea am 5. März. Delegation empfangen: Kim Jong-un (links) mit Chung Eui-yong aus Südkorea. (5. März 2018) Der nordkoreanische Machthaber hat mit dem Besuch aus Südkorea diniert. (5. März 2018) Kim Jong-un (3. von links) posiert mit seinen Gästen für den Fotografen. (5. März 2018) Das erste Bild vom Treffen in Pyongyang: Die südkoreanische Delegation (linke Reihe) trifft den nordkoreanischen General Kim Yong-chol (Zweiter rechte Reihe) und weitere nordkoreanische Vertreter. Ein letztes Foto vor dem Abflug in Seoul. Der Direktor des nationalen Nachrichtendienstes Suh Hoon (links) und der nationale Sicherheitsberater Chung Eui-yong sind am Seoul Airport in Seongnam auf dem Weg zum Flugzeug, das sie nach Pyongyang bringt. Die südkoreanische Delegation ist die erste, die Kim Jong-un seit dessen Amtsantritt vor sechs Jahren treffen soll. Das historische Treffen ist der bisherige Höhepunkt einer Phase der Entspannung zwischen den Ländern. Zuletzt war Kims Schwester Kim Yo-jong während der Olympischen Spiele nach Seoul gereist und hatte den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in getroffen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem historischen Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zur Lösung des Atomkonflikts bereiterklärt. Trump habe eine Einladung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un für ein erstes Gipfeltreffen der beiden Staaten akzeptiert, sagte Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders am Donnerstag in Washington.

Ort und Zeitpunkt müssten noch festgelegt werden. Kim habe sich zudem zu einer atomaren Abrüstung bereiterklärt und zugesagt, alle Atom- und Raketentests vorerst zu stoppen, sagte Südkoreas Sondergesandter Chung Eui Yong, der die Einladung nach einem Besuch in Nordkorea überbrachte. Nach seinen Worten will Trump Kim spätestens im Mai treffen.

Atomwaffenfreie Halbinsel geplant

Ein Treffen wäre eine dramatische Wende in dem Konflikt. Die beiden Staatschefs hatten sich im vergangenen Jahr mit Kriegsrethorik, Drohungen und Schmähungen überzogen, was Sorgen vor einer Eskalation schürte. Das letzte ähnlich hochrangige Treffen gab es im Oktober 2000. In der Amtszeit von Präsident Bill Clinton traf sich Aussenministerin Madeleine Albright in der nordkoreanischen Hauptstadt Pyongyang mit dem damaligen Machthaber Kim Jong-il - dem Vater Kims.

Trump sprach von grossen Fortschritten. «Treffen wird geplant», erklärte der US-Präsident über den Kurznachrichtendienst Twitter. Zudem werde es «in dieser Phase keine Raketentests von Nordkorea geben». Kim habe bei dem Treffen mit der südkoreanischen Regierungsdelegation am Montag nicht nur von einem Aussetzen der Atom- und Raketentests gesprochen, sondern von einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel.

Ergebnis des internationalen Drucks

Die Sanktionen müssten aber aufrechterhalten werden, bis es ein Abkommen gibt. Beim Besuch der südkoreanischen Delegation hatte Kim seine Bereitschaft für den Verzicht auf Atomwaffen erklärt, wenn die Sicherheit seines Landes garantiert sei. Zugleich vereinbarten die beide koreanischen Staaten ein Gipfeltreffen im kommenden Monat im Grenzort Panmunjom - das erste seit mehr als einem Jahrzehnt. Nun will die Delegation noch in Russland und China über die Entwicklung informieren.

Chung sagte, er habe Trump von der Zusage Kims für eine atomare Abrüstung berichtet. Ebenso von seinem Wunsch, Trump so bald wie möglich zu treffen. Der US-Präsident habe anerkennend reagiert und erklärt, Kim zu treffen, um eine Denuklearisierung zu erreichen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe begrüsste den Kurswechsel Nordkoreas. Er sei ein Ergebnis des internationalen Drucks auf die Führung in Pyongyang.

Vielversprechende Gesprächseinladungen

Erste Signale für eine Entspannung in dem Konflikt gab es kurz vor und während der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang im Februar. Es begann zunächst mit einer leichten Entspannung in den Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten. Eine ranghohe Delegation aus dem Norden besuchte Südkorea und lud Präsident Moon Jae In nach Pyongyang ein.

Dieser schickte nun seinen Sicherheitsberater Chung an der Spitze einer Delegation in den Norden. In den Monaten zuvor hatten sich Nordkorea und Trump verbale Schlagabtausche geliefert und gegenseitig mit Vernichtung gedroht. Nordkorea drohte mit Atomwaffen, die jeden Winkel der USA erreichen könnten.

(scl/sda/afp)