Pyongyang

06. März 2018 05:26; Akt: 06.03.2018 07:52 Print

Kim empfängt Gäste aus Südkorea «herzlich»

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat mit der südkoreanischen Delegation bei einem Abendessen über einen Spannungsabbau diskutiert.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat in Pyongyang mit einer hochrangigen Delegation aus Südkorea über ein mögliches Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae In beraten. Ein Vertreter Moons bestätigte am Dienstag in Seoul entsprechende «Diskussionen».

Eine Vereinbarung über ein Treffen von Kim und Moon sei aber noch nicht getroffen worden. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor berichtet, Kim habe die Vertreter aus Südkorea «herzlich empfangen» und ein Abendessen ausgerichtet.

Beziehungen «aktiv verbessert»

Es habe «offenherzige» Gespräche gegeben. Dabei sei es darum gegangen, wie die Beziehungen zwischen Pyongyang und Seoul «aktiv verbessert» und «Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel gewährleistet» werden könnten.

KCNA meldete zudem, die Delegation habe Kim einen Brief von Präsident Moon überreicht und über Moons Plan für ein Treffen mit Kim berichtet. Daraufhin habe Kim «Meinungen ausgetauscht und eine zufriedenstellende Vereinbarung erzielt».

Ein Vertreter des Präsidialamtes in Seoul sagte dagegen der Nachrichtenagentur AFP: «Das ist keine Vereinbarung, das sind Diskussionen.» Die beiden Seiten hätten «gewissermassen» in anderen Punkten «ihre Ansichten ausgetauscht».

Atomkonflikt «vermutlich» Thema

Nach Angaben des Präsidialamtes in Seoul dauerten die Gespräche zwischen Kim und den Besuchern aus Südkorea mehr als vier Stunden. Dazu gehörte ein Abendessen im Hauptquartier der nordkoreanischen Arbeiterpartei.

Es war zunächst nicht klar, ob bei dem Treffen mit Kim auch über den Atomkonflikt gesprochen wurde. Auf eine entsprechende Frage sagte ein Präsidentenvertreter laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap: «Ich vermute es.»

Die nordkoreanische Zeitung «Rodong Sinmun», Sprachrohr der Regierungspartei, widmete die ganze Titelseite dem Besuch unter der Überschrift: «Genosse Kim Jong Un empfängt Sondergesandte vom Präsidenten des Südens». Das Titelbild zeigt Kim mit der fünfköpfigen südkoreanischen Delegation. Auf einem weiteren Foto ist neben Kim dessen Schwester Kim Yo Jong zu sehen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte die Delegation nach Nordkorea geschickt, um über die weitere Annäherung der beiden verfeindeten Staaten zu verhandeln. Sie wurde vom Nationalen Sicherheitsberater Chung Eui Yong geleitet und sollte anschliessend in die USA reisen, um über das Ergebnis der Gespräche zu beraten. Es war der ranghöchste Besuch aus Südkorea in Pyongyang seit mehr als zehn Jahren.

Charmeoffensive an Olympia

Nordkorea hatte zuvor die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang für eine Charmeoffensive genutzt. Zur Eröffnungsfeier Anfang Februar schickte Nordkoreas Machthaber seine Schwester Kim Yo Jong, die dem südkoreanischen Präsidenten eine Einladung ihres Bruders überbrachte.

Moon liess zunächst offen, ob er die Einladung annimmt. Zunächst müssten die «Voraussetzungen» für ein solches Treffen geschaffen werden.

Der Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich in den vergangenen Monaten gefährlich zugespitzt. Die Führung in Pyongyang verstiess mit Atom- und Raketentests wiederholt gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats, dieser reagierte mit neuen Sanktionen.

Seit Jahresbeginn bemühen sich Süd- und Nordkorea aber um eine Annäherung. Die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Pyeongchang galt als wichtiges Zeichen der Entspannung.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Signorell am 06.03.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das gefällt!

    Es ist auch an der Zeit, dass endlich die Parteien zusammen sitzen, die es wirklich betrifft! Onkel Donald wird es nicht gefallen, es geht ihn aber auch gar nichts an!

  • Mike Zac am 06.03.2018 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch positiv

    aber ich bezweifle dass Kim über die Atomraketen verhandeln wird. Das ist sein einziger Ass im Ärmel und die Versicherung vor einem US Angriff.

  • beast98 am 06.03.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    America..

    .... wird wohl nicht besonders freude daran haben

Die neusten Leser-Kommentare

  • beast98 am 06.03.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    America..

    .... wird wohl nicht besonders freude daran haben

  • Kopfschüttler am 06.03.2018 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich nicht zu früh gefreut.

    Die Amerikaner werden schon daran arbeiten die Annäherung zu sabotieren, siehe Trumps neuste Sanktionsankündigung. Die wollen kein friedlich vereintes, souveränes Korea. Die wollen ihre Militärs bis an Chinas Grenzen stationiert sehen. Das ist das eigentliche Ziel. Glaubt jemand ernsthaft die Nordkoreaner haben mit dem Bau der Atomwaffen angefangen nur weil ihnen langweilig ist? Ne. Die haben die letzten paar Jahrzehnte verfolgt und gesehen wie die US "Politik" mit Staaten aussieht, welche auf der Liste der geostrategisch interessanten oder rohstoffreichen Gebiete stehen. Drohen, sanktionieren, bombardieren, wenn sie nicht freiwillig zu Kreuze kriechen vor den USA und das in dieser Reihenfolge.

  • Cavi33 am 06.03.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunschdenken....,

    Kim braucht wieder gratis Lebensmittel weil alles Geld vom Militär gebraucht wird. Der Süden wird do schnell über den Tisch gezogen dass er meint es sei Kims Nestwärme.

  • Reto Signorell am 06.03.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das gefällt!

    Es ist auch an der Zeit, dass endlich die Parteien zusammen sitzen, die es wirklich betrifft! Onkel Donald wird es nicht gefallen, es geht ihn aber auch gar nichts an!

  • rocky53 am 06.03.2018 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hoffnung

    hoffe dass sie sich finden und zusammenarbeiten,dann hat usa neuen wirtschaftlichen gegner,und steht noch mehr alleine da. china wird das regeln denn sie sind machthber von kim